Alles, was im Fußball gerade modern ist, basiert auf einem Konzept: die Geräumigkeit des Feldes zu nutzen, der Wunsch, immer die Initiative zu behalten, Ballbesitz als Voraussetzung der Torgefährlichkeit, die schnelle Balleroberung. Ein Mann ist der Vordenker dieser Philosophie: Pep Guardiola. Er ist der Inbegriff des modernen Fußballs - als Spieler wie als Trainer. Als Mittelfeldregisseur des legendären »Dreamteams« unter Johan Cruyff hat er Anfang der Neunzigerjahre mit Barça Titel für Titel geholt. Als Coach hat er das Kurzpassspiel veredelt und auf ein neues Erfolgsniveau gehoben. Mit Anfang 40 hat er alles erreicht: 2009 sogar das Sextuple - den Sieg in sechs verschiedenen Wettbewerben. Wer ist der neue Bayerntrainer wirklich und was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Die Autoren haben das Phänomen Pep Guardiola erforscht. Sie haben mit seinen Weggefährten und Freunden gesprochen wie u. a. dem Weltmeistertrainer Vicente del Bosque. Sie erzählen eine Geschichte, die keiner erwartet hätte.
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"Hier bleiben wir auf dem Boden. Wir sind Arbeiter, ganz normale Menschen."
Dr_ M aus Sachsen am 04.03.2019
Bewertungsnummer: 1190196
Bewertet: eBook (PDF)
Das soll Pep Guardiola einst Ibrahimovic erklärt haben, als der mit seinem Ferrari zum Training beim FC Barcelona vorfuhr. Später konterte der eingebürgerte Schwede, dass er ein Ferrari sei und Guardiola ihn wie einen Fiat fahren würde. Das sagt viel über die Welten, in denen die beiden sich jeweils zu Hause fühlen. In diesem Buch geht es um die Welt des Pep Guardiola, in die Ibrahimovic nicht passt.
Untertiteln sollte man nicht trauen. Sie dienen wie in diesem Fall nur dem Marketing. Wer also glaubt, er würde aus diesem Buch lernen, wie moderner Fußball geht, wird sicher enttäuscht, denn darüber steht im Text so gut wie nichts. Vielmehr versuchen die Autoren Guardiolas bisherigen sportlichen Lebensweg, seinen Trainerstil und seine Geisteshaltung zu beschreiben. Das machen sie nicht schlecht, auch wenn man dem Buch anmerkt, dass es schnell auf den Markt musste.
Guardiola findet sein System ganz einfach. Ohne Ball verteidigen alle Feldspieler, und mit Ball greifen sie alle an. Das klingt viel einfacher als es ist, denn in Wirklichkeit erfordert dieses System nicht nur eine extreme Laufbereitschaft, sondern auch das Funktionieren des Teams als Einheit, gedankliche Frische und Beweglichkeit und von den Spielern eigentlich die Fähigkeit auf allen Positionen spielen zu können.
Es ginge, so liest man in diesem Buch, darum, ständig viele Optionen zu haben und den Gegner dadurch zu verwirren. Guardiola hat dieses System nicht erfunden, sondern nur weiterentwickelt. Eigentlich stammt es aus der holländischen Schule und wurde von Rinus Michels und Johan Cruyff ausgetüftelt.
Neben der Darstellung des sportlichen Weges von Guardiola kommen im Text zahlreiche andere Trainer und Experten zu Wort, die Guardiola preisen. Darüber hinaus werden einige der zentralen Spielerpersönlichkeiten des FC Barcelona beschrieben, mit denen Guardiola arbeitete und die sein System lebten. Aber eben auch solche, mit denen er nicht zurechtkam.
Immerhin weiß man aus diesen Erfahrungen ziemlich genau, dass er keine Spieler mag, die egozentrisch sind und einen unbescheidenen und in die Öffentlichkeit getragenen Lebensstil bevorzugen. Solche Leute passen weder zu seinem persönlichen Stil, noch zu seiner Auffassung von Fußball.
Am Ende des Buches findet man dann auch verständliche Erklärungen, warum er sich eine Auszeit gönnen musste. Spannend wird sein, wie sich Guardiola nun in Deutschland schlagen wird, denn bisher hat er nur Mannschaften des FC Barcelona trainiert, die sein System bereits vorher mehr oder weniger verinnerlicht hatten.
Wenn man den Untertitel dieses Buches nicht ernst nimmt, liefert es eine Reihe durchaus interessanter Erkenntnisse über den Stil und die Persönlichkeit von Pep Guardiola, auch wenn es sicher nur an der Oberfläche kratzt.
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