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Produktbild: Handy

Handy Dreizehn Geschichten in alter Manier

1

7,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

06.12.2010

Verlag

EBook Berlin Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

942 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783827070173

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

06.12.2010

Verlag

EBook Berlin Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

942 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783827070173

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Vom Risiko profaner Abschweifu…

Bories vom Berg aus München am 21.01.2025

Bewertungsnummer: 2912934

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vom Risiko profaner Abschweifung Mit dem Erzählband «Handy» deutet Ingo Schulze schon in dem bemerkenswerten Untertitel «Dreizehn Geschichten in alter Manier» auch gleich sein Stilmittel des einfachen Erzählens an. Der kleinen Form der Belletristik, dem Sammelband «33 Augenblicke des Glücks», verdankte er 1995 auch seinen Durchbruch als Schriftsteller. Und mit dem vorangestellten Zitat von Friederike Mayröcker weist er zudem recht deutlich auf den Geist des vorliegenden Buches hin, auf das dominante Prinzip der Beiläufigkeit: «Dann folgte ein Tag dem anderen ohne dasz die Grundfragen des Lebens gelöst worden wären.» Als ein in der DDR sozialisierter Schriftsteller, hat er im Interview erklärt, empfinde er seinen Blick auf die Gesellschaft zumindest teilweise immer noch als den eines Außenstehenden, und das sei auch prägend für dieses Werk gewesen. Für viele der Geschichten habe er die Ideen lange mit sich herumgetragen, ohne zu wissen, was daraus werden könnte beim Schreiben. Im Vordergrund seiner autofiktional inspirierten Erzählungen steht dabei die Anmutung von Unmittelbarkeit, die Illusion des wahrhaftig Erlebten, auch wenn das meiste davon der Phantasie entsprungen ist. Eine eigenwillige Umkehr des vorherrschenden Prinzips, das Faktische des Lebens in erzählende Literatur umzusetzen. Hier steht also die Literarizität obenan, der literarische Grad eines Werkes also, dem Ingo Schulze dann seinen fiktionalen Erzählstoff überstülpt. Er tut das in einer so allgemein gehaltenen Weise, dass seine Geschichten oft unverständlich bleiben und meist auch völlig belanglos sind, weil scheinbar Realität und Fiktion anders für ihn nicht in Einklang zu bringen sind. Damit geht der Autor bewusst unter das eigene wie auch unter das Milieu seiner Leser, er biedert sich also volkstümlich an mit Hilfe des Profanen. Sein literarisches Mittel dafür ist die Beiläufigkeit, in der da erzählt wird, ein sprachlicher Stil, der schnell Gefahr läuft, langweilig zu werden. Den Leser beschleicht nämlich schon bald das Gefühl, scheinbar grotesk unterfordert zu sein. Hinzu kommt, dass all das Banale in den Erzählungen stilistisch adäquat in anspruchsloser Umgangs-Sprache geschildert wird, der Leser wird also auch hiermit intellektuell nicht gefordert. Es wird allerdings, ob man will oder nicht, ein Gefühl der Vertrautheit erzeugt, man wird also fast zwangsläufig in eine zeitgemäße Lebenswirklichkeit hineinversetzt. Bei aller literarischen Schlichtheit versteht es Ingo Schulze in diesen Erzählungen, alles sehr detailliert zu beschreiben und seine Themen zudem in stimmigen Dialogen zu artikulieren. Die politische Wende in Deutschland hat natürlich mentale Veränderungen der Menschen bewirkt, die auch soziale Auswirkungen haben und den Erzählstoff mitprägen. Das «Handy» steht als Metapher sinnbildlich für die Ausweitung des eigenen Lebensbereiches, es wirkt einer engbemessenen Abschottung der Lebenswirklichkeit des Individuums entgegen, mit für nahezu jedermann spürbaren Auswirkungen, denn man kann sich nun der äußeren Welt kaum noch entziehen. Mit diesem literarischen Unterbau und mit einem solch bunten Sortiment an Themen bleibt es nicht aus, dass recht inhomogene Texte entstanden sind, die qualitativ ziemlich unterschiedlich ausgefallen sind und natürlich auch nicht alle wirklich zu überzeugen vermögen. Der Reiz der Lektüre liegt sicherlich bei der scheinbar zufälligen Kombination unterschiedlichster Motive und Szenerien, die erst durch ihre Beziehungen zueinander an Gehalt gewinnen und Zusammenhänge verdeutlichen. Wer so unkonventionell und, immer wieder weit abschweifend, profan zum Thema der menschlichen Glückssuche schreibt, der läuft Gefahr, nicht verstanden zu werden und die potentielle Leserschaft zu verschrecken. Ingo Schulze hat dieses Risiko sehr beherzt und offensichtlich auch recht selbstbewusst auf sich genommen. In wieweit er damit eine individuell wirklich bereichernde und unterhaltsame Lektüre geschaffen hat, kann jeder Leser nur ganz allein für sich entscheiden!

Vom Risiko profaner Abschweifu…

Bories vom Berg aus München am 21.01.2025
Bewertungsnummer: 2912934
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vom Risiko profaner Abschweifung Mit dem Erzählband «Handy» deutet Ingo Schulze schon in dem bemerkenswerten Untertitel «Dreizehn Geschichten in alter Manier» auch gleich sein Stilmittel des einfachen Erzählens an. Der kleinen Form der Belletristik, dem Sammelband «33 Augenblicke des Glücks», verdankte er 1995 auch seinen Durchbruch als Schriftsteller. Und mit dem vorangestellten Zitat von Friederike Mayröcker weist er zudem recht deutlich auf den Geist des vorliegenden Buches hin, auf das dominante Prinzip der Beiläufigkeit: «Dann folgte ein Tag dem anderen ohne dasz die Grundfragen des Lebens gelöst worden wären.» Als ein in der DDR sozialisierter Schriftsteller, hat er im Interview erklärt, empfinde er seinen Blick auf die Gesellschaft zumindest teilweise immer noch als den eines Außenstehenden, und das sei auch prägend für dieses Werk gewesen. Für viele der Geschichten habe er die Ideen lange mit sich herumgetragen, ohne zu wissen, was daraus werden könnte beim Schreiben. Im Vordergrund seiner autofiktional inspirierten Erzählungen steht dabei die Anmutung von Unmittelbarkeit, die Illusion des wahrhaftig Erlebten, auch wenn das meiste davon der Phantasie entsprungen ist. Eine eigenwillige Umkehr des vorherrschenden Prinzips, das Faktische des Lebens in erzählende Literatur umzusetzen. Hier steht also die Literarizität obenan, der literarische Grad eines Werkes also, dem Ingo Schulze dann seinen fiktionalen Erzählstoff überstülpt. Er tut das in einer so allgemein gehaltenen Weise, dass seine Geschichten oft unverständlich bleiben und meist auch völlig belanglos sind, weil scheinbar Realität und Fiktion anders für ihn nicht in Einklang zu bringen sind. Damit geht der Autor bewusst unter das eigene wie auch unter das Milieu seiner Leser, er biedert sich also volkstümlich an mit Hilfe des Profanen. Sein literarisches Mittel dafür ist die Beiläufigkeit, in der da erzählt wird, ein sprachlicher Stil, der schnell Gefahr läuft, langweilig zu werden. Den Leser beschleicht nämlich schon bald das Gefühl, scheinbar grotesk unterfordert zu sein. Hinzu kommt, dass all das Banale in den Erzählungen stilistisch adäquat in anspruchsloser Umgangs-Sprache geschildert wird, der Leser wird also auch hiermit intellektuell nicht gefordert. Es wird allerdings, ob man will oder nicht, ein Gefühl der Vertrautheit erzeugt, man wird also fast zwangsläufig in eine zeitgemäße Lebenswirklichkeit hineinversetzt. Bei aller literarischen Schlichtheit versteht es Ingo Schulze in diesen Erzählungen, alles sehr detailliert zu beschreiben und seine Themen zudem in stimmigen Dialogen zu artikulieren. Die politische Wende in Deutschland hat natürlich mentale Veränderungen der Menschen bewirkt, die auch soziale Auswirkungen haben und den Erzählstoff mitprägen. Das «Handy» steht als Metapher sinnbildlich für die Ausweitung des eigenen Lebensbereiches, es wirkt einer engbemessenen Abschottung der Lebenswirklichkeit des Individuums entgegen, mit für nahezu jedermann spürbaren Auswirkungen, denn man kann sich nun der äußeren Welt kaum noch entziehen. Mit diesem literarischen Unterbau und mit einem solch bunten Sortiment an Themen bleibt es nicht aus, dass recht inhomogene Texte entstanden sind, die qualitativ ziemlich unterschiedlich ausgefallen sind und natürlich auch nicht alle wirklich zu überzeugen vermögen. Der Reiz der Lektüre liegt sicherlich bei der scheinbar zufälligen Kombination unterschiedlichster Motive und Szenerien, die erst durch ihre Beziehungen zueinander an Gehalt gewinnen und Zusammenhänge verdeutlichen. Wer so unkonventionell und, immer wieder weit abschweifend, profan zum Thema der menschlichen Glückssuche schreibt, der läuft Gefahr, nicht verstanden zu werden und die potentielle Leserschaft zu verschrecken. Ingo Schulze hat dieses Risiko sehr beherzt und offensichtlich auch recht selbstbewusst auf sich genommen. In wieweit er damit eine individuell wirklich bereichernde und unterhaltsame Lektüre geschaffen hat, kann jeder Leser nur ganz allein für sich entscheiden!

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