Immer mehr Menschen sehnen sich danach, Gott zu begegnen. Doch scheint es schwer, ihn in der Welt unseres Alltags zu entdecken. Dem Karmeliterbruder Lorenz (um 1610 bis 1691) verdanken wir tiefgründige und praktikable Hilfen auf diesem Weg. Seine Schriften sind längst ein geistlicher Klassiker. Die vorliegende behutsame Neubearbeitung Reinhard Deichgräbers erweckt die von Bruder Lorenz überlieferten Texte zu neuem Leben. Seine Einführung zeigt zudem, wie sich das Anliegen des Bruders Lorenz in unseren Alltag übersetzen lässt.
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"Ich habe nichts anderes zu…
Georg Bruder am 16.10.2024
Bewertungsnummer: 2895188
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Ich habe nichts anderes zu tun, als Gott zu lieben und mit Ihm fröhlich zu sein. Mein ganzes Leben ist nur noch vollkommene Freiheit und beständige Freude." In diesen Sätzen spiegelt sich die ganze "Theologie der Gegenwart Gottes", die Nikolas Herman mit dem fremd anmutenden Namen 'Bruder Lorenz von der Auferstehung' nicht nur gelehrt, sondern auch verwirklicht hat. Um 1608 in Lothringen geboren, erlebte er als Soldat die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und trat auf der Suche nach Gottes Nähe ins Kloster der Karmeliter in Paris ein. Dort lebte er als einfacher Laienbruder und verrichtete jahrzehntelang die niedrigsten Arbeiten in Küche und Werkstatt: "Es ist nicht wichtig, was ich tue oder was ich erleide; entscheidend ist nur, dass mich die Liebe mit Gottes Willen vereint!" Weil Bruder Lorenz glaubte, dass Gott in allem ist, war er gewiss, dass Er in uns wirkt, Sich uns mitteilen und unser bester Freund sein will. Auch während der täglichen Arbeit war Bruder Lorenz bemüht, Gott ganz nahe zu sein, und er hat diesen Weg "die Übung der Gegenwart Gottes" genannt. Die Sehnsucht, allezeit in Gottes Gegenwart zu bleiben, bildet das Herzstück seiner Gespräche, Briefe und Schriften, von denen nur wenige erhalten geblieben sind. Gerade in der Übersetzung des evangelischen Mystikers Gerhard Tersteegen wurden diese immer wieder neu aufgelegt. Ruhe und Klarheit des Geistes, Liebe zum Schöpfer in seinen Geschöpfen, innere Freiheit und Frieden in Gott und Gottes Nähe im Alltag und im Leiden -- dieses Ziel auf dem Weg zu einem wahrhaft erlösten und erfüllten Leben hat Bruder Lorenz erreicht. Seine Spuren sind nicht verweht. Wer ihrer Richtung folgt und seinen Rat beherzigt, findet auch heute Trost, Ermutigung, Hilfe und Wegweisung zu einem Leben des Glaubens und der Liebe in der Geborgenheit des lebendigen Gottes.
Ein Klassiker
MeineKleineBuecherecke am 29.04.2026
Bewertungsnummer: 3123621
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich durfte diesen Klassiker lesen und teile heute kurz meine Gedanken mit euch.
In „All meine Gedanken sind bei dir – In Gottes Gegenwart leben“ lesen wir verschiedene Gedanken, Gesprächsaufzeichnungen und Kurztexte von Nicolas Herman, der – nach dem Eintritt in das Kloster – weltweit als Bruder Lorenz bekannt wurde.
Zu seinem persönlichen Leben gibt es kaum Aufzeichnungen und daher ist das Kapitel, das über ihn berichtet, eher kurz. Doch ich fand es wertvoll und wichtig, dass Reinhard Deichgräber (Autor des Buches) diese Informationen mit einfließen hat lassen. Ich wusste z.B. nicht, dass Nicolas vor seinem Leben bei den Karmeliten ein Berufssoldat war. Dies zu wissen hilft aber, später einige seiner Aussagen besser zu verstehen.
Mir hat es überhaupt sehr gut gefallen, wie bedacht der Autor dieses Büchlein zusammengestellt hat. So gibt es unter anderem auch einen Abschnitt, wo er auf „Risiken und Nebenwirkungen“ hinweist. Was damit gemeint ist, ist, dass man die Schriften von Bruder Lorenz äußerst gewinnbringend lesen kann, wenn man aber – und das ist wichtig – bedenkt, aus welcher Zeit er stammt, aus welchem Hintergrund / Alltag er schreibt und man zusätzlich auch im Hinterkopf behalten muss, dass der liebe Bruder leider scheinbar bis zum Ende selbst nie die volle „Heilsgewissheit“ hat erfahren dürfen (was ich furchtbar traurig fand).
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich noch mit der Sprache und Ausdrucksweise des Karmelitenbruders. Denn manche Begriffe, unter denen wir heute vielleicht etwas anderes verstehen, wurden zur damaligen Zeit in einem anderen Verständnis gebraucht.
Wie bereits erwähnt: Äußerst hilfreich, diese Zusatzkapitel. Sie bereiten einen richtig auf die eigentliche Lektüre vor.
Für mich war es spannend und auch interessant, mehr über Bruder Lorenz zu erfahren. Mich hat vor allem seine große Liebe zu seinem Gott berührt. Sein innigster Wunsch, IHM in allem und mit allem zu dienen und wohlzugefallen. Sein Herzensgebet war, Gott immer mehr und mehr zu lieben und alles, was er tut, aus Liebe zu IHM geschehen zu lassen.
Wie wunderschön und inspirierend!
Er hat einiges zu sagen, wie man eben im ganz normalen Alltag mit einem Bewusstsein von Gottes ständiger Gegenwart lebt und teilt dies mit den Lesern.
Obwohl sein Leben unscheinbar wirkt, so hat seine große Hingabe zu Gott und sein Glaube auch in den schwierigen Zeiten seines Lebens ihn zu einem großen Vorbild für viele gemacht – damals, wie heute… und das weltweit.
Es ist es wert, seine Briefe und „kleinen Schriften“ zu lesen und ich habe es auch gerne getan, auch wenn ich – und das sage ich ganz offen – bei weitem nicht mit allem übereinstimme, was Bruder Lorenz geglaubt hat. Doch für mich persönlich war vor allem dieser Zugang – Gott im Alltag, ganz praktisch zu erleben und das ganz selbstverständlich – sehr segensreich.
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