Vier Frauen, Mitte Dreißig, in Berlin: Yoko, Friederike, Alison und Siri sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Haben die Alten etwa mehr Mut als die jungen Leute? Annika Reich erzählt mit Witz und Melancholie, mit Intelligenz und Genauigkeit von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein.
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4.0/5.0
Bewertung
4/5
13.01.2012
Buch (Taschenbuch)
Vier Frauen auf der Suche
Dies ist ein Roman für Frauen über Frauen, aber kein klassischer Frauenroman. Annika Reich bedient nicht die typischen Klischees von jungen erfolgreichen Frauen, die auf der Suche nach Mister Wright sind und dazwischen viele Frösche küssen müssen bis sie ihren Märchenprinzen am Ende eines turbulenten Romans endlich finden. Bei ihr sind es vier Frauen in den Dreißigern, innerlich zerrissen, die einfach noch nicht in ihrem Leben angekommen sind und sich auf die Suche machen.
Siri ist eine bildschöne Frau mit einem fürsorglichen Ehemann und einem kleinen Sohn. Aber so viel Sicherheit ihr der Ehemann auch gibt, sie fühlt sich erdrückt. Als ihre Großmutter ohne Vorwarnung aus dem bisherigen Leben ausbricht, bricht für sie eine Welt zusammen, da der Rahmen, der ihrem Leben bisher den Halt gegeben hat, plötzlich fehlt. Friederike hat ihre Nische im Berufsleben gefunden, aber eigentlich hätte sie auch gerne Kinder. Schade nur, dass der Mann, den sie liebt, seine Freiheit mehr liebt. Yoko, eine Japanerin kompensiert ihre Schuldgefühle, die sie sich an dem Tod ihres Vaters gibt, mit einer Vielzahl an Männer. Sie kann keine feste Bindung eingehen. Und Alison kann nur dann leben, wenn ihr Partner bei ihr ist. Als er plötzlich verschwindet, stößt sie an ihre Grenzen.
Diese vier Frauen beschreibt Annika Reich sehr einfühlsam in einer wunderschönen, bildreichen Sprache. Man merkt der Autorin an, dass sie u.a. Philosophie studiert hat. Dies kommt vielfach in ihren Betrachtungen des Lebens durch. Alle vier Frauen gehen durch eine Lebens- bzw. Sinnkrise und das Ende des Romans ist überraschend, denn die Autorin sucht sich nicht immer die einfachsten Lösungen für die Frauen aus. Wenn sie ein schönes, nachdenkliches Buch lesen möchten mit vielen toll ausgewählten Zitaten aus der Weltliteratur, ist dieses gerade richtig.
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