Im Herbst 1842 bricht das Unglück über die Brüder Edward und John Little herein. In Georgia ersticht der Vater der beiden Jungen einen Mann, der so unvorsichtig war, ihre Mutter zum Tanz aufzufordern. Die Familie flieht vor dem Gesetz in die Sümpfe Floridas, wo es zur Katastrophe kommt. Nach einer Bluttat, die von nun an ihre Träume beherrschen wird, brechen die Brüder nach Westen auf, um dort ihr Glück zu finden. Aber das Grenzland zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko entpuppt sich als Vorhof zur Hölle, wo Mörderbanden und blutrünstige Indianer Angst und Schrecken verbreiten. Getrieben von ihren inneren Dämonen verstricken sich Edward und John Little in ein Leben voll roher Gewalt. Doch dann werden die beiden in den Wirren des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges getrennt und stehen sich plötzlich auf feindlichen Seiten gegenüber. 'Das Böse im Blut' ist eine grandiose Abrechnung mit dem Mythos des Wilden Westens. James Carlos Blake erweckt eine Epoche zum Leben, ohne sie zu verklären, und führt uns so vor Augen, dass Amerika auf Hass, Gewalt und Habgier gebaut ist. Ein Buch, das dem Leser an die Kehle springt und zudrückt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
26.12.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brutaler und realistischer Inhalt
Die Geschichte zweier Brüder, die zusammen aufwachsen und getrennt den mexikanisch-amerikanischen Krieg erleben. Blake schafft eine bildgewaltige, realistische und äußerst brutale Szenerie. Man hat als Leser ständig den Wechsel zwischen Erschaudern und Staunen. Das Buch hat mich sehr gefesselt, ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache.
Bewertung
aus Dresden
5/5
03.09.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der "Wilde Westen" , wie er war
Ein faszinierender und auch schockierender Roman,welcher das Schicksal zweier Brüder im "Wilden Westen" in der Mitte des 19. Jahrhunderts beschreibt.
James Carlos Clarke versteht es mit seiner bildmächtigen Sprache den Leser in die damalige Zeit zu versetzen.
Dem Leser wird das Gefühl vermittelt dabei zu sein.Die Handlung und die mit ihr verwobenen Personen reißen den Leser mit und manchmal nimmt dieser Roman dem Leser den Atem.
Ein wirklich gutes Buch,das in klarer Sprache und ohne Schnörkel rücksichtslos mit der Westernromantik aufräumt.
James Carlos Clarke zeigt deutlich,( Zitat) Hass,Gewalt und Habgier sind das Fundament,auf dem Amerika aufgebaut ist.
Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert und macht neugierig auf weitere Werke dieses Autors.
Es ist das beste Beispiel für Geschichten in der Geschichte.
Havers
5/5
27.08.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf den ersten Blick scheint…
Auf den ersten Blick scheint es, als ob James Carlos Blake einen Western geschrieben hätte, aber nachdem ich bereits McCarthy, Woodrell und Pollock gelesen habe, würde ich "Das Böse im Blut" eher in die gleiche Richtung einordnen – ein Noir-Roman der allerdings im Westerngewand daherkommt und in den Jahren zwischen 1838 und 1850 angesiedelt ist. Die Hauptfiguren, das Brüderpaar Edward und John Little, wachsen in einer dysfunktionalen Familie auf und werden bereits im Laufe ihrer Kindheit mit Gewaltexzessen konfrontiert, die sich nachhaltig in ihr Gedächtnis einbrennen und Einfluss auf ihr späteres Verhalten nehmen. Ihrer allmählichen Verrohung haben sie nichts entgegenzusetzen, im Gegenteil – der Hass und "das Böse im Blut" nehmen stetig zu. Alkohol, Misshandlungen, Schlägereien, Missbrauch, Totschlag sind an der Tagesordnung, und nachfolgend immer wieder der Wechsel des Aufenthaltsortes auf der Flucht vor dem Gesetz, weshalb die Brüder auch keine Heimat im herkömmlichen Sinn kennen. Sie lassen sich von Ort zu Ort treiben, trennen sich und landen schließlich dennoch beide wieder in der Grenzregion zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, einem Gebiet, in dem Gesetzlose das sagen haben. Noch immer ist rohe Gewalt ihr täglich Brot: John hat sich, um dem weitreichenden Arm des Gesetzes zu entgehen, der US Armee angeschlossen und kämpft gegen die Mexikaner, Edward streift mit einer Mörderband auf der Jagd nach indianischen Skalps durch die Region. Bis sich die beiden Brüder schließlich auf dem Schlachtfeld des mexikanisch-amerikanischen Krieges wiedersehen – allerdings auf verschiedenen Seiten. Ich bin gewiss nicht zimperlich, aber die geschilderten Gräueltaten sind schon sehr blutig und brutal und mir fällt auf Anhieb kein Roman ein, in dem so viele Menschen gewaltsam zu Tode kommen wie in "Das Böse im Blut". Und dennoch ist es nicht das, was mich bei der Lektüre erschreckt hat. Es ist die Beiläufigkeit, die Selbstverständlichkeit mit der hier jede Zeile von Gewalt durchtränkt ist und die mich deshalb umso mehr sowohl erschreckt als auch beeindruckt hat. Wie die bereits erwähnten Autoren schafft es auch Blake, eindringliche Bilder vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen, denen er durch seine wortgewaltige Sprache eine unglaubliche Intensität verleiht. Großartige Literatur und ein höchst empfehlenswertes Buch für Leser mit starken Nerven!
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