Produktbild: Neue Fischer Weltgeschichte. Band 7
Band 7

Neue Fischer Weltgeschichte. Band 7 Europa im 20. Jahrhundert

1

70,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Abbildungen

18 schwarzweisse -Abbildungen, 11 Karten

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,2/5,5 cm

Gewicht

961 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-010827-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Cornelißen schreibt nüchtern, präzise, differenziert, anspruchsvoll, ideenreich und pointiert. Hartmut Kaelbe HSozKult 20210622

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.11.2020

Abbildungen

18 schwarzweisse -Abbildungen, 11 Karten

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,2/5,5 cm

Gewicht

961 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-010827-2

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Tragödie und Wiederaufbau

S.A.W am 25.11.2020

Bewertungsnummer: 1406899

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tragödie und Wiederaufbau Die Tragödien des 20. Jhdt. waren die schmerzhafte Folge des imperialistischen Größenwahns der europäischen Kolonialmächte. Angetrieben durch den technologischen Vorsprung als bereits industrialisierte Staaten eroberten England Frankreich und Russland, in kleinerem Ausmaß Deutschland, Belgien, Portugal, Italien und die USA alle bis dahin selbständigen Kontinente und Kulturen und unterwarfen sie dem europäischen „Kulturbegriff“. Die raschen Erfolge ab 1878 führten zum Größenwahn, dass die Europäer eine allen anderen überlegene Rasse seien, die daher die Wilden zu kultivieren hätte. Dies war vor allem in England und Frankreich ausgeprägt, die sich von den nachrückenden Deutschen bedroht fühlten, obwohl diese nur einen Bruchteil der kolonialen Eroberungen der erstgenannten aufweisen konnten. Der erste Weltkrieg brach keineswegs zufällig aus, wie Christopher Clark behauptet, sondern war ein Machtkampf um die letzte unabhängige Kultur, das osmanische Riesenreich, das ab 1878 amputiert und filetiert wurde. Dass Deutschland sich diesen Annexionen entgegenstellte und als Beschützer der Türken, Marokkaner und der Buren in den englischen Konzentrationslagern auftrat, wurde von England und Frankreich als Affront empfunden, weswegen sie erstmals in ihrer Geschichte eine Entente Cordial schlossen. Die Rivalität zwischen den traditionellen Bündnispartnern Österreich-Ungarn und Russland war ebenfalls völlig neu und ist nur aus dem russischen Bestreben zu verstehen, sich den Rest des Osmanischen Reiches einzuverleiben, was allerdings auch England und Frankreich planten. Zwar rechnete niemand mit der Brutalität der kommenden Materialschlachten, der Irrsinn der imperialistischen Aggression führte aber zum Selbstmord der gesamten europäischen Staatenwelt und ihrer weltweiten Vormachtstellung. Zunächst wurden zwar nur Russland, Deutschland, Österreich und die Türkei zerstört, die alle in der Zwischenkriegszeit mit totalitärer Gewalt versuchten, ihre Machtstellung zurückzugewinnen, mit Ausnahme Österreichs, dem man die Vereinigung mit Deutschland verwehrt hatte. Die durch den miserablen Frieden von Versailles entstandene Destabilisierung vor allem Mittel- und Osteuropas eskalierte in der von den Diktatoren Hitler und Stalin ausgeübten exzessiven staatlichen Gewalt, die in allen Kriegsgebieten zu extremen völkischen Vertreibungen führte, sodass 1945 60 Millionen Vertriebene durch Europa irrten, nachdem der Krieg bereits 50 Millionen Tote und Ermordete gefordert hatte. Als Folge ihrer Niederlagen gegen Japan und Deutschland verloren die Kolonialmächte England und Frankreich wenige Jahre nach dem Krieg einen Großteil ihres Reiches, die letzten Kolonien wurden 1960 unabhängig. Die Welt lernte nichts aus den 30-jährigen Gewaltexzessen. Russland und die USA gingen sofort in die Gewaltspirale des Kalten Krieges über, zwar auf kleiner Flamme gehalten, aber durch die atomare Bedrohung stand die Menschheit bis 1991 mehrmals am Rand der Auslöschung. Durch den kalten Frieden erholte sich die Weltwirtschaft und ging in der 2. Globalisierung auf, nachdem die 1. im Jahr 1914 beendet worden war. Cornelißen gelingt es in herausragender Weise, den richtigen Kompromiss zwischen historischer Detailgenauigkeit und der Schilderung der großen Linien der Geschichte zu finden, sodass diese spannend, verständlich und nachvollziehbar wird. Für einen Historiker ein wahrhaft seltenes literarisches Meisterwerk! Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „1918. So hätte Deutschland den Krieg gewonnen und die Welt gerettet“

Tragödie und Wiederaufbau

S.A.W am 25.11.2020
Bewertungsnummer: 1406899
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tragödie und Wiederaufbau Die Tragödien des 20. Jhdt. waren die schmerzhafte Folge des imperialistischen Größenwahns der europäischen Kolonialmächte. Angetrieben durch den technologischen Vorsprung als bereits industrialisierte Staaten eroberten England Frankreich und Russland, in kleinerem Ausmaß Deutschland, Belgien, Portugal, Italien und die USA alle bis dahin selbständigen Kontinente und Kulturen und unterwarfen sie dem europäischen „Kulturbegriff“. Die raschen Erfolge ab 1878 führten zum Größenwahn, dass die Europäer eine allen anderen überlegene Rasse seien, die daher die Wilden zu kultivieren hätte. Dies war vor allem in England und Frankreich ausgeprägt, die sich von den nachrückenden Deutschen bedroht fühlten, obwohl diese nur einen Bruchteil der kolonialen Eroberungen der erstgenannten aufweisen konnten. Der erste Weltkrieg brach keineswegs zufällig aus, wie Christopher Clark behauptet, sondern war ein Machtkampf um die letzte unabhängige Kultur, das osmanische Riesenreich, das ab 1878 amputiert und filetiert wurde. Dass Deutschland sich diesen Annexionen entgegenstellte und als Beschützer der Türken, Marokkaner und der Buren in den englischen Konzentrationslagern auftrat, wurde von England und Frankreich als Affront empfunden, weswegen sie erstmals in ihrer Geschichte eine Entente Cordial schlossen. Die Rivalität zwischen den traditionellen Bündnispartnern Österreich-Ungarn und Russland war ebenfalls völlig neu und ist nur aus dem russischen Bestreben zu verstehen, sich den Rest des Osmanischen Reiches einzuverleiben, was allerdings auch England und Frankreich planten. Zwar rechnete niemand mit der Brutalität der kommenden Materialschlachten, der Irrsinn der imperialistischen Aggression führte aber zum Selbstmord der gesamten europäischen Staatenwelt und ihrer weltweiten Vormachtstellung. Zunächst wurden zwar nur Russland, Deutschland, Österreich und die Türkei zerstört, die alle in der Zwischenkriegszeit mit totalitärer Gewalt versuchten, ihre Machtstellung zurückzugewinnen, mit Ausnahme Österreichs, dem man die Vereinigung mit Deutschland verwehrt hatte. Die durch den miserablen Frieden von Versailles entstandene Destabilisierung vor allem Mittel- und Osteuropas eskalierte in der von den Diktatoren Hitler und Stalin ausgeübten exzessiven staatlichen Gewalt, die in allen Kriegsgebieten zu extremen völkischen Vertreibungen führte, sodass 1945 60 Millionen Vertriebene durch Europa irrten, nachdem der Krieg bereits 50 Millionen Tote und Ermordete gefordert hatte. Als Folge ihrer Niederlagen gegen Japan und Deutschland verloren die Kolonialmächte England und Frankreich wenige Jahre nach dem Krieg einen Großteil ihres Reiches, die letzten Kolonien wurden 1960 unabhängig. Die Welt lernte nichts aus den 30-jährigen Gewaltexzessen. Russland und die USA gingen sofort in die Gewaltspirale des Kalten Krieges über, zwar auf kleiner Flamme gehalten, aber durch die atomare Bedrohung stand die Menschheit bis 1991 mehrmals am Rand der Auslöschung. Durch den kalten Frieden erholte sich die Weltwirtschaft und ging in der 2. Globalisierung auf, nachdem die 1. im Jahr 1914 beendet worden war. Cornelißen gelingt es in herausragender Weise, den richtigen Kompromiss zwischen historischer Detailgenauigkeit und der Schilderung der großen Linien der Geschichte zu finden, sodass diese spannend, verständlich und nachvollziehbar wird. Für einen Historiker ein wahrhaft seltenes literarisches Meisterwerk! Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „1918. So hätte Deutschland den Krieg gewonnen und die Welt gerettet“

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Neue Fischer Weltgeschichte. Band 7

von Christoph Cornelissen

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