Jahrelang sind die junge Elefantenkuh »Matsch« und ihre Familie in den Sümpfen und Savannen Ostafrikas umhergestreift. Jetzt wird das Gebiet von einer Dürre heimgesucht, und ganze Familien fallen den Elfenbeinjägern zum Opfer. Auf nichts – nicht auf das einst vertraute Terrain, nicht auf die uralten Rhythmen des Lebens – ist mehr Verlass. Doch eine Hoffnung gibt es noch: An den Wasserlöchern wird die Legende vom weißen Knochen erzählt, der die Elefanten zu einem sicheren Ort weisen wird. Und so machen sie sich auf die Suche.
Mit außerordentlicher Empathie erschafft Barbara Gowdy in diesem Roman, der vollkommen aus der Perspektive afrikanischer Elefanten erzählt ist, eine ganz eigene Welt – in der sich die unsere auf seltsame Weise spiegelt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Stadl-Paura
5/5
06.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das man nicht gerne weglegt
Es sind wunderbare Geschichten über die Elefantenfamilien - die sie selber erzählen - und der Schreibstil von Barbara Gowdy ist grandios!
Das Buch ist ganz besonders empfehlenswert für Menschen, die sich auf irgendeine Art schon mit Elefanten beschäftigt haben bzw. sie schon in freier Wildnis erlebt haben.
Mein Mann und ich haben ein solches Erlebnis gehabt und wir hatten Tränen in den Augen:
Wir waren in der Masai Mara mit unserem Guide unterwegs und eine Elefantenherde querte unseren Weg. Aus uns nicht erklärbaren Gründen sonderte sich eine Elefantenkuh mit ihrem Baby ab und kam direkt auf uns zu. Unser Guide war sehr angespannt und zum Rückzug bereit.
Aber die Mutter ging mit ihrem Baby etwa 3 m neben unserem Auto vorbei, sah uns an - wir glaubten sogar sie lächelte - und dann hatten wir das Gefühl als würde sie uns sagen: "Schaut nur her, was für ein hübsches Kind ich habe!" Es war ein unvergesslicher Moment!
Und gerade beim Lesen dieses Buches wurde mir wieder bewußt, welchen "Schatz" wir auf unserer Welt haben, den aber leider viele zu wenig beachten.
PMelittaM
aus Köln
5/5
20.04.2014
Buch (Taschenbuch)
Ein tolles Buch, aus Sicht der Elefanten erzählt!
Das Leben der Elefantin Matsch, ihrer Familie und all der anderen Elefanten wird nicht nur bedroht von einer anhaltenden Dürre sondern auch von den Hinterbeinern, wie die Elefanten die Menschen nennen, die Jagd auf sie machen, um an ihre Stoßzähne und Füße zu kommen. Doch da gibt es noch die Legende vom weißen Knochen, der den Weg an einen sicheren Ort weisen kann.
Die Autorin erzählt den Roman ganz aus Sicht der Elefanten, was der Geschichte eine große Eindringlichkeit gibt. Besonders drei Elefanten hat Barbara Gowdy ausgewählt: Matsch, die gerade ihre erste Brunft hinter sich hat und nun eigentlich Sie-Schmollt heißt, diesen Namen aber ablehnt. Dattelbeck ist noch ein Kalb, sie ist Telepathin und kann daher auch mit anderen Spezies kommunizieren. Langschatten, ein Bulle, der besondere Gefühle für Matsch hegt und im Laufe seiner Wanderung auf Waldelefanten trifft. Dadurch, dass die Autorin drei Elefanten herauspickt, die die meiste Zeit nicht zusammen sind, sind Perspektivewechsel möglich, die nicht nur die Spannung erhöhen sondern auch die Möglichkeit bieten, dem Leser einiges mehr deutlich zu machen.
Der Roman ist nicht nur eine Charakterstudie dreier Elefanten, die zeigt, dass Elefanten Individuen sind mit ganz eigenen Gefühlen und Gedanken, er lässt den Leser teilhaben am Leben der Elefanten allgemein, das schon für sich viele Gefahren in sich birgt: Dürre, Krankheiten, Raubtiere, er zeigt zudem auf, wie furchtbar der Mensch in dieses Leben eingreift, für die Elefanten oft unbegreiflich und sehr zerstörerisch. Die Autorin hat den Elefanten eine eigene Mystik und Religion gegeben, um das noch zusätzlich zu verdeutlichen. Für manch einen mag letzteres zu viel Fiktion sein, aber die Autorin hat gut recherchiert (im Anhang findet sich eine Auflistung der von ihr benutzten Bücher) und wer sich ein bisschen mit Elefanten beschäftigt hat, hat, wie ich, vielleicht schon das Gefühl, dass es genau so sein könnte.
Schön finde ich, dass bei aller Tragik des Themas der Humor nicht zu kurz kommt, immer wieder muss man schmunzeln, sei es über schwierige Familienmitglieder oder über die Art wie manche Spezies sich selbst und/oder ihre Umwelt sehen. Es ist eben nicht nur ein trauriges Leben, das da erzählt wird sondern ein Leben mit Hochs und Tiefs. Und, das sei vorweggenommen, am Ende blitzt ein Stück Hoffnung auf.
Gefallen hat mir auch, dass neben einer Karte auch Stammbäume der wichtigsten Elefantenfamilien und ein Wörterbuch Elefantisch-Mensch enthalten ist, vieles wird zusätzlich noch durch Fußnoten erläutert.
Ein tolles, wichtiges Buch, das durchaus noch aktuell ist, auch heute noch viele Leser haben sollte und das ich absolut empfehlen kann! Mich hat es zum Weinen, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht!
Marion Olßon
aus Reutlingen
5/5
12.03.2013
Buch (Taschenbuch)
Mehr als eine Geschichte!
Eine Elefantenfamilie streift durch Ostafrika und nennt die Sümpfe und Savannen ihr Zuhause. Sie kennen jeden Strauch und jeden Baum in dieser Gegend und ihre Leit-Kuh führt sie sicher durch die Jahreszeiten. Als jedoch eine Dürre das Land heimsucht, ist diese Landschaft verdorrt und der übrige gebliebene Rest, der einst großen Familie, ist gezwungen das angestammte Gebiet zu verlassen. Wilderer, Trockenheit und Nahrungsmangel setzenden Tieren zu und ein erbitterter Kampf um neuen Lebensraum und der Wille um das pure Überleben entbrennt. Nur der Weiße Knochen kann Rettung für die Tiere bringen. Doch gibt es diesen wirklich oder entspringt diese Geschichte nur einer Sage?
Ein unglaubliches Buch über eine Elefantenfamilie, das auch aus deren Perspektive geschrieben.
Eine Erzählung, so schnörkellos, nüchtern und doch so voller Gefühl und Anmut.
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