Es ist heiß. Sehr heiß. Sie sind aus London gekommen, um in einem Haus beiNizza Ferien zu machen: Das Ehepaar Jozef und Isabel Jacobs, er Schriftsteller,sie Kriegsberichterstatterin; die beiden teilen schon lange nichts mehr, außerder Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Ihre vierzehnjährige TochterNina, die wenig von ihren Eltern hält, aber umso mehr in pubertäre Gefühlsschwankungenverstrickt ist. Schließlich ein befreundetes Ehepaar, dessen Ladengerade pleitegeht. Beste Voraussetzungen für geruhsame Ferien.Tatsächlich bricht schon bald das Unheil herein. Ein nackter Frauenkörpertreibt im Schwimmbad. Aber diese junge Frau namens Kitty Finch ist nicht tot.Schwankend zwischen verletzlich und exaltiert, nistet sich die selbsternannteBotanikerin mit den grüngelackten Nägeln in der Villa ein und mischt die ohnehinkomplizierte Lage auf. Und sie wünscht sich nichts mehr, als dass derDichter sich mit ihr und ihrem Gedicht »Heim schwimmen« beschäftigt.Deborah Levy gelingt es, in 160 Seiten und sieben erzählten Tagen ein beunruhigendesund doch vertrautes Familienpanorama zu zeichnen – unbehaustePersonen, unfähig zu einem gemeinsamen Zuhause. Ein wahrer Albtraum, wäredas Buch nicht voller witziger Episoden und komischer Figuren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
26.07.2013
Buch (Paperback)
Eine Woche, die´s in sich hat
Es sind zwar nicht mehr als 160 Seiten, die da Deborah levy auf den Leser loslässt. Eine Woche an der Cote d´Azur im Jahr 1994 zeigt das ganze Panorama menschlicher Unzulänglichkeiten, dort leichter zu ertragen, weil Lavendelduft in der Luft, Zikadenzirpen ablenkend wirkt. Es ist aber auch der schwarze Humor, welcher immer wieder an die Oberfläche kommt. Vollkommen zu recht ein Finalist des "Man Booker Prize".
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
14.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Urlaubspläne und deren extravagante Umsetzung
Urlaub. Was für ein schönes Wort! Ausruhen. Entspannen. Relaxen. Auftanken.
Herrlich, nicht!?!?
Aber geht dies eigentlich wirklich?
Der Frage geht Deborah Levy in ihrem Buch „Heim schwimmen“ nach. Eine Gruppe von Menschen macht in einer Villa bei Nizza Urlaub. Sie kommen aus London und wollen in dieser inspirierenden französischen Welt am Mittelmeer, in flirrender Hitze, inmitten von Lavendelfeldern entspannen. Doch geht das so einfach, denn man nimmt ja das eigene Leben, das eigene Erleben mit in den Urlaub. Man nimmt die familiären Zwiste mit und wie hier, denn diese Urlauber sind zwei befreundete Familien, man nimmt auch die Probleme der Freunde untereinander mit. Denn obwohl man familiär und freundschaftlich verbandelt ist, es gibt auch das Dunkle innerhalb des menschlichen Miteinanders. Und so finden das Ehepaar Josef und Isabel Jacobs, ihre Tochter Nina und das befreundete Paar, Mitchell und Laura ihren wohlverdienten Urlaub. Und sie finden nicht nur diesen, nicht nur die notwendige Erholung.
In diese schon allein recht gefährliche Gemengelage trifft noch Kitty Finch. Eine junge Frau, die Probleme mit ihrer Unterkunft hat und deswegen ebenso in der Villa Unterschlupf findet, der ihr von den Mietern der Villa gewährt wird.
Ein Zufall. Ja. Nein. Vielleicht.
Deborah Levy hatte mich schon mit ihrem Buch „Heiße Milch“ richtig begeistert und dies schafft sie hier bei „Heim schwimmen“ wieder. Ihre Zeichnung der Charaktere, diese Zeichnung des menschlichen Miteinanders ist fulminant und zeigt eine besondere Beobachtungsgabe der Autorin und ebenso zeigen die Bücher von Deborah Levy auch eindrucksvoll, dass sie eben das Beobachtete menschliche Miteinander auch authentisch und spannend, sinnlich, lebendig und anschaulich in Romanform umsetzen kann. Alles bisher von dieser Autorin Gelesene empfehle ich uneingeschränkt. Also los Leute, ran an die Bücher von Deborah Levy.
kaffeeelse
aus D
5/5
10.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Urlaubspläne und deren…
Urlaubspläne und deren extravagante Umsetzung Urlaub. Was für ein schönes Wort! Ausruhen. Entspannen. Relaxen. Auftanken. Herrlich, nicht!?!? Aber geht dies eigentlich wirklich? Der Frage geht Deborah Levy in ihrem Buch „Heim schwimmen“ nach. Eine Gruppe von Menschen macht in einer Villa bei Nizza Urlaub. Sie kommen aus London und wollen in dieser inspirierenden französischen Welt am Mittelmeer, in flirrender Hitze, inmitten von Lavendelfeldern entspannen. Doch geht das so einfach, denn man nimmt ja das eigene Leben, das eigene Erleben mit in den Urlaub. Man nimmt die familiären Zwiste mit und wie hier, denn diese Urlauber sind zwei befreundete Familien, man nimmt auch die Probleme der Freunde untereinander mit. Denn obwohl man familiär und freundschaftlich verbandelt ist, es gibt auch das Dunkle innerhalb des menschlichen Miteinanders. Und so finden das Ehepaar Josef und Isabel Jacobs, ihre Tochter Nina und das befreundete Paar, Mitchell und Laura ihren wohlverdienten Urlaub. Und sie finden nicht nur diesen, nicht nur die notwendige Erholung. In diese schon allein recht gefährliche Gemengelage trifft noch Kitty Finch. Eine junge Frau, die Probleme mit ihrer Unterkunft hat und deswegen ebenso in der Villa Unterschlupf findet, der ihr von den Mietern der Villa gewährt wird. Ein Zufall. Ja. Nein. Vielleicht. Deborah Levy hatte mich schon mit ihrem Buch „Heiße Milch“ richtig begeistert und dies schafft sie hier bei „Heim schwimmen“ wieder. Ihre Zeichnung der Charaktere, diese Zeichnung des menschlichen Miteinanders ist fulminant und zeigt eine besondere Beobachtungsgabe der Autorin und ebenso zeigen die Bücher von Deborah Levy auch eindrucksvoll, dass sie eben das Beobachtete menschliche Miteinander auch authentisch und spannend, sinnlich, lebendig und anschaulich in Romanform umsetzen kann. Alles bisher von dieser Autorin Gelesene empfehle ich uneingeschränkt. Also los Leute, ran an die Bücher von Deborah Levy.
Jürg K.
5/5
11.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend, Fesselnd und überzeugend
Der eitle Schriftsteller Joe Jacobs und seine Frau Isabel sind aus London gekommen, um in Nizza Ferien zu verbringen. Mit dabei ist ihre pubertäre vierzehnjährige Tochter Nina. Von ihren Eltern hält sie nicht sehr viel. Zudem ein befreundetes Ehepaar. Mitchell, ein schwerfälliger Waffennarr, und Laura, deren Londoner Laden gerade Pleite gemacht hat. Bald bricht das Unheil aus. Im Schwimmbad treibt eine lebloser Frauenkörper. Sie ist nicht tot es ist Kitty Finch die die Villa auch gemietet hat. Sich aber im Termin geirrt hat. Der Leser wird in dieser Geschichte sofort in die sich gebildete Gemeinschaft hinein gestossen. Es geht im Inhalt in der Geschichte um Liebe, Verlust und tragische Schicksale. Langsam wird das Innere der Protagonisten entblättert. Man denkt erst einmal an eine leichte Geschichte. Doch hinter den Fassaden lauert die Gefahr. Die Welt und das Leben besteht aus Unwiederbringlichem, Versagen, auch Trauer und Verlust. Die langsame Steigerung von der leichten Muse zu einem ernsten Hintergrund so wird die Geschichte erzählt. Fast kriminalistisch mutet der Stoff an, als es zum Ende kommt. Ich muss sagen für mich eine spannende Geschichte, die ich gelesen habe. Empfehlenswertes Buch.
Boockpicker
Book Circle Community
4/5
20.10.2024
Buch (Taschenbuch)
wohlbehalten heimkommen
Es ist keine Leiche, die im Pool der Villa an der Côte d’Azur schwimmt, es ist Kitty Finch, eine ziemlich überdrehte junge Frau, die auftaucht und von Isabel, Joes Frau, eingeladen wird, zu bleiben. Und sie bricht die trügerische Ferienidylle der zwei mittelalterlichen Paare recht gründlich auf. Joe, der Schriftsteller, soll ihr Gedicht lesen, doch der bleibt stumm, obwohl er sich nach Kitty sehnt. Und so bleibt der Hilferuf im Gedicht ungehört, trifft aber Joe in seinen innersten Nöten. Nina, die vierzehnjährige Tochter von Joe, bleibt in ihrer Ratlosigkeit allein. Ob Isabel das Resultat ihres Vorhabens so erwartet hat? Vergeblich versuchen all die Personen Geborgenheit und Heimat zu finden, unbehaust treiben sie aneinander vorbei.
Eine skurrile Romanze mit komischen Figuren, witzig geschrieben, meisterhaft erzählt.
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