Unverzichtbar für einen entspannten Umgang mit den eigenen Macken!
Er ist Psychologe, sein Spezialgebiet die Angst. Am Tag praktiziert er, am Abend erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Als er wenig begeistert eine Nachtclubtänzerin mit Auftrittsphobie als Klientin annimmt, ahnt er nicht, wie sehr deren Probleme und Geheimnisse auf sein eigenes Leben abstrahlen werden. Denn plötzlich ist er gezwungen, sich mit seinen unausgesprochenen Ängsten und einer wehmütigen Liebe auseinanderzusetzen.
In scharfsinnigen Dialogen führt der Psychologe durch den Dschungel menschlicher Emotionen, in dem er sich selbst zu verlieren droht. Dieser wunderbar menschliche Roman ist literarische Lebenshilfe und Liebesgeschichte zugleich.
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Man möchte hiernach direkt eine Therapie starten. Im positiven Sinne!
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 06.12.2023
Bewertungsnummer: 2082982
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin überrascht, wie simpel und eindrucksvoll Noam Shpancer dem Leser Psychologie und Therapiegestaltung nahe bringt. Ich denke, es ist eine kleine, wertvolle Lektüre, besonders dann wenn man einmal einen Einblick in den Alltag eines Psychologen und dessen Praxis erhaschen möchte oder wissen möchte, was einem eigentlich bei einer psychologischen Beratung erwartet und wie diese Beratungen genau ablaufen. Wer Angst hat vor einer Psychotherapie, könnte mit diesem Buch sogar seine Scheu davor verlieren. Diese Leistung an und für sich ist für mich schon eine lobenswerte Sache.
Der Autor Noam Shpancer, geboren 1959, ist Autor, Professor und Klinikpsychologe. Sein Spezialgebiet: Angsterkrankungen, “Der gute Psychologe” ist sein Debütroman.
Die Geschichte:
Der Protagonist ist namenlos. Er ist einfach “der Psychologe”. Sein Leben plätschert gemächlich vor sich hin. Er ist alleinstehend, hängt einer alten Liebe nach, über die er einfach nicht hinwegzukommen scheint. Nina heisst sie. Sie ist auch Psychologin und steht dem Psychologen mit Rat und Tat zur Seite, wenn er mal hin und wieder einen Rat zu einem seiner Patienten einholen möchte. Nina ist verheiratet und hat eine Tochter. Die Tochter ist jedoch nicht das Kind des Ehemannes. Nein. Es ist die Frucht der ehemaligen Liebschaft zum Psychologen. Ein Gefallen quasi, denn der gehörnte Ehemann konnte keine Kinder mit Nina zeugen. Davon weiss dieser natürlich nichts.
Als eine neue Patientin, eine Stripperin mit Bühnenphobie, den Psychologen aufsucht und ihn um Hilfe bittet, sieht sich der Psychologe plötzlich auch mit seinem eigenen Leben konfrontiert. Der Kontrast dieser zwei total verschiedenen Lebensstile, als auch die Gemeinsamkeiten führen dem Psychologen vor Augen, was er im Leben verpasst. Wo die Stripperin mit beinahe roher Gewalt um das Sorgerecht ihrer Tochter kämpft, beginnen für den Psychologen eigentlich erste bewusste Gedanken zu seinem eigenen, unbekannten Kind an die Oberfläche zu drängen. Der Psychologe sieht sich mit der eigenen Unzulänglichkeit und Ängsten konfrontiert und wird quasi beinahe sein eigener Patient. Als Nebenschauplatz erlebt der Leser Vorlesungen des Psychologen an der Abendschule, wo er seinen Studenten predigt, wie ein guter Psychologe zu handeln und zu denken hat. Shpancer führt dabei Theorie und Praxis der Psychologie unterhaltsam vor Augen.
Meine Meinung:
Es ist kein oberflächliches Buch und es liest sich auch nicht zu einfach. Aber es ist es mehr als wert, gelesen zu werden. Die psychologischen Vorgänge, Erörterungen und Fallbeispiele sind höchst interessant und lassen den Leser während der Romanlektüre nebenbei viel über sich selbst erfahren. Einige Beispiele sind sogar äusserst unterhaltsam und lehrreich. Das Buch zu lesen, ist fast so ein bisschen wie in ein kleine Psychotherapie selber zu besuchen oder dabei Mäuschen zu spielen. Wir erfahren, wie ein Gespräch abläuft, wie ein Psychologe denkt, handelt und das Gespräch mit dem Patienten führt. Die Welt des Psychologen ist gewiss auch eine recht einsame und der namenlose Psychologe erscheint wie ein Igel, der sich von der Welt abgeschottet hat und die Stacheln ausfährt, wenn es ihm zu ungemütlich wird. Der sehr nüchterne Psychologe wird in der Geschichte mit seinen eigenen unterdrückten Gefühlen konfrontiert und wir erleben hautnah mit, wie sich dies auf den Psychologen und seine Umgebung auswirkt. Noam Shpancer’s Schreibstil ist nüchtern, schlicht und elegant. Er weiss schwierige Gefühle auf einen einfachen Nenner zu bringen, ohne dabei in irgendeiner Weise uneinfühlsam zu werden.
Fazit:
Wer gerne Bücher über Psychologie liest, für den ist dieser Roman wie gemacht. Man erfährt vieles über die Psychotherapie und deren Ablauf und Grundidee. Für Psychotherapiephobiker ein ideales Buch, um endlich einmal mehr zur Psychotherapie zu erfahren, ohne dabei einen Psychologen aufsuchen zu müssen. Wer vorher davor zurückgeschreckt hat, könnte hier eine kleine “Kurzheilung” erfahren. Unterhaltsam, mit grossem Gespür auch für die kleinen Gefühle entführt Noam Shpancer den Leser in die Welt der Phobien, Ängste deren Ursachen. Lesenswert und sehr lehrreich.
Regt zum denken an
Bewertung aus Buttikon am 08.01.2022
Bewertungsnummer: 1635075
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sehr schön geschrieben. Ich konnte mich in einigen Mustern die dem Therapeuten aufgefallen sind (zum Teil an ihm selbst oder auch an den Klienten) selbst auch an mir erkennen. Sehr spannendes Buch mit toller Kehrtwendung und einigen Sätzen die mir geblieben sind.
Meinung aus der Buchhandlung
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Wer sich immer schon für das Thema Psychologie interessiert hat, aber kein Fachbuch lesen möchte, ist hier genau richtig. Man lernt über das Thema Angst und die Grundkurse der Psychologie in einem äußerst gut geschriebenen Roman. Man verfolgt die verschiedenen Stränge der Geschichte (seine Liebe zu einer verheirateten Frau, seine Patientin die Stripperin und über seine Arbeit als Professor) mit absoluter Spannung. Eine Ausnahmeerscheinung!
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