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Monster

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Set mit diversen Artikeln

Erscheinungsdatum

01.03.2012

Verlag

Mairisch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21,3/13,6/2 cm

Gewicht

308 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-938539-21-7

Beschreibung

Rezension

"Wer nicht aufpasst, wird überfallen von wirklich brillanten Geschichten." Jan Drees, WDR 1 Live
"Natürlich geht es um mehr, als an der Oberfläche erkennbar ist: Einsamkeit und Sex und Mitleid, den Menschen als Tier und mehr. ... Beeindruckend." Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine
"Benjamin Maack serviert sieben mal dicht gewebte Atmosphäre. Intensiv, poetisch und melancholisch. Das geht so schnell nicht wieder raus aus dem Kopf." RBB Radio Fritz
"Maack ist ein Meister der Verknappung, der in kleinen Geschichten von den großen Niederlagen erzählt." Thomas André, Hamburger Abendblatt
"Gefühlsmutantenprosa mit Erzählwitz und melancholischer Größe - Maacks Geschichten sind erfrischend durchtriebene Spiele mit menschlichen Seelenlagen." David Hugendick, DIE ZEIT online
"Seine Sprache ist jung, frisch und unerschrocken; hier hat jemand mit messerscharfem Blick die Abgründe des Menschseins ausgelotet und nimmt auch überhaupt kein Blatt vor den Mund." Nahaufnahmen.ch
"Maacks Stil ist ruhig, präzise und schonungslos ehrlich und besticht gleichzeitig durch eine ungeheure Leichtigkeit und Variabilität." EKZ
"Sein dritter Textband „Monster“ gehört zu dem besten, was man hierzulande an Kurzprosa zu lesen bekommt." Carsten Schrader, Kulturnews

Produktdetails

Einband

Set mit diversen Artikeln

Erscheinungsdatum

01.03.2012

Verlag

Mairisch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21,3/13,6/2 cm

Gewicht

308 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-938539-21-7

Herstelleradresse

Mairisch
Schwenckestr. 68|20255|Hamburg|DE
kontakt@mairisch.de

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Etwas, dessen Name nicht genannt werden kann

Libertine Literatur am 16.08.2021

Bewertungsnummer: 1551179

Bewertet: eBook (ePUB)

Monster sind allgegenwärtig. Weder das Monster unter dem Bett noch das Krümelmonster sind aus unserer Erzählwelt wegzudenken. Bereits im Deutschen Wörterbuch, an dem Jacob und Wilhelm Grimm 1838 zu arbeiten begannen, ist es eng mit der Bedeutung des ›Ungeheuers‹ verwoben: das, was dem Menschen nicht geheuer ist. Über 170 Jahre später wird das Monster namensgebend für Benjamin Maacks mehrfach ausgezeichnetes Werk. In diesem kombiniert er Erzählungen über die Abwege des Menschseins mit kürzeren, eingeschobenen Passagen. »Es ist plötzlich da« So beginnt der erste der 19 kapitelartigen Abschnitte des Buchs, die zwischen einer Länge von wenigen Sätzen bis hin zu über 70 Seiten schwanken. Monster spielt mit dem Auflösen von Formen, sodass eine Genrezuschreibung erschwert wird. Bei ›Es‹ handelt es sich um eine Eule, die den Weg von der Straße in Benjamins Kofferraum findet und ihn fortan begleitet. Die Abschnitte wirken auf den ersten Blick voneinander unabhängig. Lediglich der Name ›Benjamin‹ zieht sich durch alle Geschichten, in denen der Protagonist benannt wird. Zwei der Abschnitte bestehen gänzlich aus einer seitenlangen Aneinanderreihung des Buchstabens X oder der Zahl 0. »Ich glaube nicht an andere Menschen. Ich meine, ich glaube nicht, dass es andere Menschen gibt«, lautet eine jener zehn Passagen, die Maack zwischen die einzelnen Abschnitte streut. Doch das, was zusammenhangslos wirkt, ergibt am Ende des Buches ein facettenreiches Bild: Maack webt sieben längere Geschichten mithilfe dieser Passagen aneinander. In ihnen wendet sich der Icherzähler unmittelbar an den Leser. Die Passagen rahmen die Erzählungen nicht, sondern halten sie wie Klebstoff aus dem Inneren zusammen. Im Kontrast zu den wirr-anmutenden Seiten voller Nullen und X‑en ergeben die in sich geschlossenen Kurzgeschichten überraschend viel Sinn. So erzählt Maack in ›Viel schlimmer als die dunklen Räume sind die spiegelnden Fenster‹ die Geschichte von Benjamin und seiner Jugendliebe Kathrin. Benjamin fährt sie und ihren Mann in ihrem abgelegenen Haus besuchen. Spürbar liegt die Schwere der Erinnerung auf Kathrin und Benjamin, doch die Lebenswirklichkeit knüpfte sie an ihren Mann und das, lange bevor dieser an den Rollstuhl gebunden war. Lediglich die Eule, der symbolische Unglücksbote, begleitet Benjamin zurück in seine eigene Wohnung. In der Erzählung ›Wie sehr hat Las Casas geweint?‹ verwebt Maack die vom Körperlichen dominierte Liebesgeschichte von Benjamin und Nina mit der Geschichte ihres Großvaters. Dieser erzählt Benjamin »wie ein kaputtes Spielzeug« Geschichten von Kolumbus und den Spaniern. Bis der Großvater stirbt. Maacks Geschichten begleiten die Protagonisten in ihrem Umherirren und sind durch alltägliche Beobachtungen und Erzählsituationen in der Wirklichkeit verankert. Dennoch spielt der Icherzähler in den zwischengeschalteten Passagen mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit. So gesteht er gegen Ende, dass eine der Figuren des Anfangs zum Zeitpunkt der Erzählung längst verstorben ist. Und negiert damit eine der Grundannahmen der anfänglichen Erzählung des Buches. Der Leser wird der bedrückenden Härte der Geschichten bis zuletzt ausgesetzt. Kein Happy End eilt zur Erlösung herbei, sodass die Stimmung nach Abschluss des Buches anhält. Viele Fragen bleiben unbeantwortet: wie, ob sich die ›Benjamins‹ der Geschichten auf ein und dieselbe Person beziehen, oder wo genau sich das Monster in Maacks Erzählungen versteckt hält. Dieses nimmt keine konkrete Gestalt an, während das Figurenpersonal durchaus in Situationen gerät, in denen monströse Züge ihres Wesens zum Vorschein kommen. Sowohl in sexuell expliziter als auch in psychologisch abgründiger oder gewalttätiger Hinsicht. Doch das Düstere und Unheilvolle erschöpft seine Wirkung mit dem Fortgang des Buches. Die verschiedenen Gesichter des Monsters sind gezeigt, ihre Geschichten in Druckerschwärze gebannt. Zurück bleibt das Scheitern des Protagonisten, das sich als Bodensatz durch die Geschichten zieht. Bei der Preisverleihung des Hermann Hesse Förderpreises, den Maack für ›Monster‹ erhielt, berichtet er von der Entstehungszeit des Buches: »Früher hab ich jedes Mal mit schrecklichen Ängsten gekämpft, wenn ich mich zum Schreiben hinsetzte.« Eine schonungslose Authentizität, die sich im gesamten Werk widerspiegelt.

Etwas, dessen Name nicht genannt werden kann

Libertine Literatur am 16.08.2021
Bewertungsnummer: 1551179
Bewertet: eBook (ePUB)

Monster sind allgegenwärtig. Weder das Monster unter dem Bett noch das Krümelmonster sind aus unserer Erzählwelt wegzudenken. Bereits im Deutschen Wörterbuch, an dem Jacob und Wilhelm Grimm 1838 zu arbeiten begannen, ist es eng mit der Bedeutung des ›Ungeheuers‹ verwoben: das, was dem Menschen nicht geheuer ist. Über 170 Jahre später wird das Monster namensgebend für Benjamin Maacks mehrfach ausgezeichnetes Werk. In diesem kombiniert er Erzählungen über die Abwege des Menschseins mit kürzeren, eingeschobenen Passagen. »Es ist plötzlich da« So beginnt der erste der 19 kapitelartigen Abschnitte des Buchs, die zwischen einer Länge von wenigen Sätzen bis hin zu über 70 Seiten schwanken. Monster spielt mit dem Auflösen von Formen, sodass eine Genrezuschreibung erschwert wird. Bei ›Es‹ handelt es sich um eine Eule, die den Weg von der Straße in Benjamins Kofferraum findet und ihn fortan begleitet. Die Abschnitte wirken auf den ersten Blick voneinander unabhängig. Lediglich der Name ›Benjamin‹ zieht sich durch alle Geschichten, in denen der Protagonist benannt wird. Zwei der Abschnitte bestehen gänzlich aus einer seitenlangen Aneinanderreihung des Buchstabens X oder der Zahl 0. »Ich glaube nicht an andere Menschen. Ich meine, ich glaube nicht, dass es andere Menschen gibt«, lautet eine jener zehn Passagen, die Maack zwischen die einzelnen Abschnitte streut. Doch das, was zusammenhangslos wirkt, ergibt am Ende des Buches ein facettenreiches Bild: Maack webt sieben längere Geschichten mithilfe dieser Passagen aneinander. In ihnen wendet sich der Icherzähler unmittelbar an den Leser. Die Passagen rahmen die Erzählungen nicht, sondern halten sie wie Klebstoff aus dem Inneren zusammen. Im Kontrast zu den wirr-anmutenden Seiten voller Nullen und X‑en ergeben die in sich geschlossenen Kurzgeschichten überraschend viel Sinn. So erzählt Maack in ›Viel schlimmer als die dunklen Räume sind die spiegelnden Fenster‹ die Geschichte von Benjamin und seiner Jugendliebe Kathrin. Benjamin fährt sie und ihren Mann in ihrem abgelegenen Haus besuchen. Spürbar liegt die Schwere der Erinnerung auf Kathrin und Benjamin, doch die Lebenswirklichkeit knüpfte sie an ihren Mann und das, lange bevor dieser an den Rollstuhl gebunden war. Lediglich die Eule, der symbolische Unglücksbote, begleitet Benjamin zurück in seine eigene Wohnung. In der Erzählung ›Wie sehr hat Las Casas geweint?‹ verwebt Maack die vom Körperlichen dominierte Liebesgeschichte von Benjamin und Nina mit der Geschichte ihres Großvaters. Dieser erzählt Benjamin »wie ein kaputtes Spielzeug« Geschichten von Kolumbus und den Spaniern. Bis der Großvater stirbt. Maacks Geschichten begleiten die Protagonisten in ihrem Umherirren und sind durch alltägliche Beobachtungen und Erzählsituationen in der Wirklichkeit verankert. Dennoch spielt der Icherzähler in den zwischengeschalteten Passagen mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit. So gesteht er gegen Ende, dass eine der Figuren des Anfangs zum Zeitpunkt der Erzählung längst verstorben ist. Und negiert damit eine der Grundannahmen der anfänglichen Erzählung des Buches. Der Leser wird der bedrückenden Härte der Geschichten bis zuletzt ausgesetzt. Kein Happy End eilt zur Erlösung herbei, sodass die Stimmung nach Abschluss des Buches anhält. Viele Fragen bleiben unbeantwortet: wie, ob sich die ›Benjamins‹ der Geschichten auf ein und dieselbe Person beziehen, oder wo genau sich das Monster in Maacks Erzählungen versteckt hält. Dieses nimmt keine konkrete Gestalt an, während das Figurenpersonal durchaus in Situationen gerät, in denen monströse Züge ihres Wesens zum Vorschein kommen. Sowohl in sexuell expliziter als auch in psychologisch abgründiger oder gewalttätiger Hinsicht. Doch das Düstere und Unheilvolle erschöpft seine Wirkung mit dem Fortgang des Buches. Die verschiedenen Gesichter des Monsters sind gezeigt, ihre Geschichten in Druckerschwärze gebannt. Zurück bleibt das Scheitern des Protagonisten, das sich als Bodensatz durch die Geschichten zieht. Bei der Preisverleihung des Hermann Hesse Förderpreises, den Maack für ›Monster‹ erhielt, berichtet er von der Entstehungszeit des Buches: »Früher hab ich jedes Mal mit schrecklichen Ängsten gekämpft, wenn ich mich zum Schreiben hinsetzte.« Eine schonungslose Authentizität, die sich im gesamten Werk widerspiegelt.

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von Benjamin Maack

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