Leni ist erst 16, als sie im nationalsozialistischen Wien wegen kommunistischer Aktionen verhaftet und ins KZ Ravensbrück verschleppt wird. Trotzdem gibt sie nie auf.
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17.04.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es darf nicht vergessen werden
Mut in finsteren Zeiten
1934. In Wien herrscht Bürgerkrieg: Straßensperren, Schüsse, Todesgefahr. Mittendrin geht die 8-jährige Leni ruhig an den Panzern vorbei, in den Händen eine schwere Milchkanne mit Suppe und Knödeln für die Kämpfer. Die Mutter hat sie geschickt, im Auftrag der Roten Hilfe. Niemand hält sie auf.
Mit 16 wird Leni verraten und verhaftet. Nur ihre Jugend rettet sie vor dem Schafott. Sie überlebt das Konzentrationslager Ravensbrück und kehrt in ihre Heimatstadt zurück, wo es den Leuten nicht gut gegangen ist, wo keiner hören will, was in den KZs geschah, so wie vorher nicht sehen wollten, welche Untaten die Nazis vor aller Augen begingen.
Susanne Ayoub versetzt uns gekonnt dorthin zurück, wo Rationalisten ganz mulmig wird: ins unbeherrschbar Individuelle.
Mitten im Krieg lebt Leni ganz allein in Wien, die Mutter ist gestorben und der Vater an die Front eingerückt. Ihre Eltern haben Leni schon als kleines Mädchen mit Politik in Berührung gebracht und sie unterstützt, ohne im Detail darüber nach zu denken den kommunistischen Widerstand. Zuerst gegen das Dollfuß-Regime und später gegen die Nazis.
Als Leni verraten wird, sitzt sie zuerst im Gefängnis Liesl in Wien ein und wird später nach Ravensbrück verlegt. Sie erfährt physische und psychische Züchtigung und die Hinrichtungen vieler Mitgefangenen. Während der letzten Kriegsjahre wird Leni ins Konzentrationslager Ravensbrück verlegt und muss dort Unaussprechliches erdulden.
Gemeinsam mit einer Mitgefangenen gelingt Leni kurz vor Kriegsende die Flucht. Sie macht sich zu Fuß auf den Weg zurück nach Österreich.
Sie kommt in ein zerstörtes, deprimiertes Land zurück, das nicht nur erkennen muss auf der falschen Seite gestanden zu haben sondern auch, dass es sich schuldig gemacht hat.
Susanne Ayoub zeichnet ein schonungsloses Bild von einer Geschichte, die das Leben schrieb. Dabei schafft sie es meisterhaft, eine einfühlsame und der damaligen Zeit entsprechende Sprache zu verwenden und trotzdem nicht ins Klischee abzugleiten.
Die Protagonistin Leni ist sowohl als junges Mädchen als auch als gereifte Frau ein glaubwürdiger Charakter. Ihr Schicksal macht sprachlos, entfacht Wut und Rachsucht lässt aber Raum für Hoffnung, rührt zu Tränen und zeigt letzten Endes die unbändige Kraft einer Frau, die es sich nicht erlaubt zu unterliegen.
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