Rezension
„Seine bedingungslose Bewunderung galt Victor Adler, seine auf Gegenseitigkeit beruhende Feindschaft Karl Kraus, seine Liebe Peter Altenberg und natürlich diversen süßen Mädeln, die er im ‚Griensteidl‘ oder auf der Bühne der Josefstadt anschwärmte. Stefan Zweigs untergegangene ‚Welt von Gestern‘ wird in Großmanns Lebenserinnerungen aus einer anderen Perspektive gespiegelt. Nicht von oben, vom Blickwinkel des Grandseigneurs, der über Salzburg residierte, sondern eher von unten, aus den Erfahrungen von der Branntweinstube, die er mitnahm in die Redaktionsstuben von Berlin und Wien. Hellsichtig, pointiert, geistreich, lebendig – und noch immer, schon wieder lesbar.“– Anita Pollak, Wina – das jüdische Stadtmagazin
„Seine Theaterkritiken sind nicht ganz so luftig und leicht wie die seines Freundes Alfred Polgar, die Feuilletonsweniger originell und extravagant als jene von Anton Kuh, und die Streitschriften erreichen nicht diesprachliche Brillanz und die Schärfe eines Karl Kraus, mit dem ihn eine innige Feindschaft verband. AberStefan Großmann gehört dennoch zu den großen österreichischen Publizisten im ersten Drittel des letztenJahrhunderts, und dass er endlich wieder entdeckt werde, ist längst überfällig. Zu seiner Lebensleistunggehören nicht nur mehrere tausend Artikel, Glossen, Kritiken, in denen er sich mit dem Theater, der Justiz,der Politik, mit seinen beiden Lebensstädten Wien und Berlin auseinandersetzte, sondern auch, dass er einesder interessantesten Theater Österreichs gründete und mit dem Tage-Buch eine der wichtigsten literarischpolitischen Zeitschriften der Weimarer Republik herausgab.“– Karl-Markus Gauß, Die Presse
„Stefan Großmann (1875–1935) war zu seiner Zeit ein profilierter Journalist und Autor. 1930 veröffentlichte er unter dem programmatischen Titel ‚Ich war begeistert‘ seine Lebenserinnerungen. In diesem Buch schildert er anschaulich seine Jugendjahre in Wien und die Umbruchsjahre 1918 bis 1920, die er als Journalist in Berlin verbrachte.Diese Autobiographie eines maßgeblichen Intellektuellen des frühen 20. Jahrhunderts wurde nun neu aufgelegt. Sie beeindruckt auch heute noch durch den Ton der Darstellung: So lebendig und anschaulich kann eben nur ein ‚Begeisterter‛ schreiben!“– Wiener Zeitung/extra