New York, 1967: Adam Walker will Dichter werden. Als ihm ein reicher Franzose namens Rudolf Born auf einer Party Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift anbietet, hält er das zunächst für einen Scherz. Einige Tage später kommt ein Scheck. Doch wie sich bald herausstellen wird, ist Born ein Mann von sinistrem Charakter, bereit, über Leichen zu gehen.
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Mein zweiter Auster-Roman…
Marshall am 04.05.2012
Bewertungsnummer: 2699590
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mein zweiter Auster-Roman nach "Man in The Dark", den ich seinerzeit im englischen Original gelesen habe, hat mich auch auf deutsch nicht enttäuscht, mehr noch sogar fasziniert. An der Übersetzung konnte ich nichts Verwerfliches erkennen, ich habe allerdings auch nicht ins Original gesehen. Davon ab, schreibt Auster wieder sehr gut. Einen kleinen Vergleich zu mir oben genannten Mann im dunklen kann man schon machen, denn man sollte sich nicht zu sehr auf den Text auf dem Buchrücken verlocken lassen. Auster schreibt nicht einfach irgendeinen Thriller oder Krimi. Mehr zu sagen würde hier einem Verbrechen gleichkommen. Ich kann nur sagen: Es wird überraschend, interessant (besonders das Ende, das länger ist, als es eigentlich erscheint) und kaum so wie man beim Lesen der ersten Seiten denken wird. Auster schafft sowohl mit Adam Walker und Rudolf Born, aber auch anderen Charakteren wieder interessante Figuren, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann und deren Beziehung zueinander die ganze Geschiche trägt. Besonders gefällt mir an Auster ja auch, dass er nur wenige Andeutungen in seinen Beschreibungen nennt, ansonsten aber viel dem Leser überlässt. Auch die Gestiken oder Mimiken seiner Charaktere braucht er nicht zu beschreiben - und trotzdem erscheinen sie lebendiger als viele andere Charaktere aus anderen Büchern, wo wir jedes Barthaar kennenlernen dürfen. Da können sich viele Schriftsteller noch etwas von abschneiden! Schlussendlich darf man eben inhaltlich nicht viel sagen. Doch ich kann versichern, dass man beim Lesen nicht enttäuscht sein wird!
Sex, Sex und dann auch noch Inzest
Bewertung aus Bad Lippspringe am 07.04.2012
Bewertungsnummer: 774719
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Während die grundlegende Story des Romans verwirrend klingt, erweist sich der Plot im Roman selbst als spannend und höchst interessant. So beschreibt der Roman nicht nur Walkers Lebensweg, sondern vermittelt auch einen interessanten Eindruck der Zeit und lässt tief in das amerikanische Selbstverständnis blicken.
Spannend sind insbesondere die Figuren, deren Facettenreichtum nicht nur für zahllose Überraschungen sorgt, sondern einen großen Teil der Faszination des Romans ausmacht. So entwickeln sich die Charaktere unheimlich stark und sorgen dabei für viele Wendungen: Der großzügige Born, der zunächst zum sarkastischen Exzentriker und dann zum kaltblütigen Mörder wird; der schüchterne, unsichere Walker, der sich zum depressiven, aber sexgeilen Mann entwickelt oder die zurückhaltende Margot, die sich als selbstbewusste Verführerin präsentiert. Dabei bleibt die Entwicklung der Figuren trotz aller Wendungen jederzeit plausibel und nachvollziehbar.
Ein beeindruckender Kniff ist aber auch die Erzählweise Austers: So ist der Roman mit verschiedenen zeitlichen Sprüngen und Rückblenden gespickt, so dass sich die Handlung des Romans über gute 40 Jahre hinzieht. Dabei enthalten diese Sprünge nicht nur wichtige Informationen über das Ende Walkers, sondern begründen seine Entwicklung auch psychologisch anschaulich. So zeigt sich, dass sein Leben sowohl durch die sexuelle Anziehungskraft seiner eigenen Schwester Gwyn, die zum Inzest führt, als auch den frühen Tod des kleinen Bruders und die dadurch entstandenen Schwierigkeiten im Elternhaus bestimmt worden ist. Diese verschiedenen Informationen und Eindrücke, die im Laufe des Romans vermittelt werden, fügen sich am Ende zu einem plausiblen Gesamtbild zusammen und sorgen so für eine klare Konzentration auf die Entwicklung Walkers.
Hinzu kommt die Multiperspektivität, die in diesem Roman als postmodernes Element eingesetzt wird. So wird der Roman mal aus der Sicht Walkers, mal aus der Sicht eines alten Freundes von Walker geschildert. So liest dieser nicht nur stellvertretend für den Leser das erste Kapitel aus Walkers Autobiographie, sondern schreibt diese auf Basis von Walkers Notizen nach dessen Tod auch zu Ende. Diese verschiedenen Perspektiven sorgen für eine zusätzliche Variation des Bildes, das von den Figuren entsteht, da die einzelnen Elemente nur mosaikartig zum Vorschein kommen. Die zahllosen Erzählerkommentare bringen dabei zusätzliche Spannung in die Handlung.
Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist die Episode, wo Walker selbst nach Paris geht. So ist Walker zunächst scheinbar antriebslos in Paris, landet dann zufällig doch wieder mit Margot im Bett, will dann plötzlich doch Born für seinen Mord bestrafen, um schließlich fast mit Borns Stieftochter im Bett zu landen. Diese Passage ist als einzige nur ansatzweise plausibel und viel zu grob erzählt, um nachvollziehbar zu sein.
Fazit:
Alles in Allem ist Austers Unsichtbar ein Roman, der ersten Güteklasse: Eine anspruchsvolle, intelligent gemachte Geschichte wird auf unterschiedlichste Art und Weise im Roman erzählt und präsentiert, bleibt dabei aber jederzeit spannend und glaubwürdig. Die höchst interessanten und facettenreichen Figuren sind dabei extrem faszinierend und fesseln auf diese Weise den Leser. Wer postmoderne Romane (wie auch andere Werke von Paul Auster wie Moon Palace) mag, wird auch mit diesem Roman glücklich werden. Wer hingegen weniger anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur sucht, sollte sich einen Kauf gut überlegen.
Der Zufall regiert wieder einmal in einer Geschichte von Paul Auster.
Die Lebensgeschichte von Adam Walker, der im Jahr 1967 eine schicksalhafte Begegnung mit Rudolf Born wird erzählt von Walker selbst, einem alten Sudienfreund und Celine, die damals in Paris so unglaublich ihn ihn verliebt war. Die abwechselnden Erzählperspektiven machen den Roman so spannend, immer wieder erhält man eine neue Sichtweise des Geschehenen, die Wahrheit verändert sich ständig. Die Figuren sind einem so vertraut als wären sie gute Freunde von uns und man wünscht sich, dieses Buch möge nie enden.
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