Die Augenblicke des Herrn Faustini

Die Augenblicke des Herrn Faustini

Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.08.2011

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

136

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.08.2011

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

136

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2 cm

Gewicht

270 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85218-696-2

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Wunderbar verschroben!

L. Piechaczek am 24.09.2011

Bewertungsnummer: 744160

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wolfgang Hermanns Roman ist mittlerweile der dritte, der sich mit dem verschrobenen Neurotiker Faustini beschäftigt. Faustini entdeckt einen „Riߓ in seinem Leben. Damit meint er, eine Verschiebung in der Wahrnehmung seiner Umwelt. Das Leben, das er zu leben scheint, betrachtet er seltsam von außen, immer wieder mit der Fragestellung, warum tue ich das oder jenes in diesem oder einem anderen Zeitpunkt. Eine Psychologin kann ihm ad hoc auch nicht helfen und gibt ihm die Empfehlung, zu verreisen, seine angestammte Situation auf Zeit zu verlassen und der „Riߓ sei danach vergessen und vergangen. Gesagt, getan Herr Faustini verläßt Dornbirn und fährt, nach einem herrlich dargestellten Gespräch mit der Fahrkartenbuchung der Bahn und damit verbunden, der Buchung einer Bahnfahrt, nach Edenkoben. Ja, in der Tat Edenkoben, die Stadt in Rheinland-Pfalz, gelegen an der südliche Weinstraße. Warum ausgerechnet diese Stadt, nun es wird ein Geheimnis von Herrn Faustini bleiben. Eine Veränderung reichte ihm aus und diese erlebt er. Faustini ist voller Absurditäten und Verschrobenheiten. Sein Leben verläuft nicht gradlinig und folgerichtig, nein herrlich sind diese Brüche, Verzagtheiten und ungläubigen Beobachtungen, die Faustini macht. Überhaupt sind es aus meiner Sicht die Beobachtungen, die dieses Buch tragen. Wolfgang Hermann läßt Faustini beobachten und analysieren. Die Umwelt liegt quasi wie ein Buch vor Faustini. Wenn er es öffnet, so kann er entweder darin lesen oder neue Fragen tauchen auf. Sensibel ist Faustini, weit über die Sensibilität seiner Mitmenschen hinaus, sieht er sich in seiner Umgebung. So zB in einer Szene, wenn er den Kölner Dom besichtigt. Sein Auge sieht sofort die jahrhundertalte, düstere Atmosphäre in diesem Gemäuer, die Schwere, die Bedrückung wird für Faustini sichtbar und greifbar. Er bedauert dieses und vergleicht das Gebäude mit dem lichten, durchströmten Dom zu Speyer. In der Tat: „ Wie schwer die stehende Zeit wog“. Ja, die Zeit wog schwer, auch Faustini belastet sie. Aber, im Laufe der Geschichte verliert der Riß seinen Schrecken und wandelt sich. Faustini erlangt durch die Beobachtung neuen Mut, vielleicht auch, weil er merkt, daß sein Anderssein gar nicht so anders ist. Auch die Anderen sind mit Rissen behaftet, kann eventuell das ganze Leben ein Riß sein? Und so ist Faustini für mich nicht ein schwer belasteter, düsterer Neurotiker, sondern ein Sonderling im positiven Sinne. Faustini macht dem Leser Mut in einer immer komplizierter werdenden Welt. Seine Sichtweise auf die Welt läßt sie nicht so schwer erscheinen, was will man mehr!
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Wunderbar verschroben!

L. Piechaczek am 24.09.2011
Bewertungsnummer: 744160
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wolfgang Hermanns Roman ist mittlerweile der dritte, der sich mit dem verschrobenen Neurotiker Faustini beschäftigt. Faustini entdeckt einen „Riߓ in seinem Leben. Damit meint er, eine Verschiebung in der Wahrnehmung seiner Umwelt. Das Leben, das er zu leben scheint, betrachtet er seltsam von außen, immer wieder mit der Fragestellung, warum tue ich das oder jenes in diesem oder einem anderen Zeitpunkt. Eine Psychologin kann ihm ad hoc auch nicht helfen und gibt ihm die Empfehlung, zu verreisen, seine angestammte Situation auf Zeit zu verlassen und der „Riߓ sei danach vergessen und vergangen. Gesagt, getan Herr Faustini verläßt Dornbirn und fährt, nach einem herrlich dargestellten Gespräch mit der Fahrkartenbuchung der Bahn und damit verbunden, der Buchung einer Bahnfahrt, nach Edenkoben. Ja, in der Tat Edenkoben, die Stadt in Rheinland-Pfalz, gelegen an der südliche Weinstraße. Warum ausgerechnet diese Stadt, nun es wird ein Geheimnis von Herrn Faustini bleiben. Eine Veränderung reichte ihm aus und diese erlebt er. Faustini ist voller Absurditäten und Verschrobenheiten. Sein Leben verläuft nicht gradlinig und folgerichtig, nein herrlich sind diese Brüche, Verzagtheiten und ungläubigen Beobachtungen, die Faustini macht. Überhaupt sind es aus meiner Sicht die Beobachtungen, die dieses Buch tragen. Wolfgang Hermann läßt Faustini beobachten und analysieren. Die Umwelt liegt quasi wie ein Buch vor Faustini. Wenn er es öffnet, so kann er entweder darin lesen oder neue Fragen tauchen auf. Sensibel ist Faustini, weit über die Sensibilität seiner Mitmenschen hinaus, sieht er sich in seiner Umgebung. So zB in einer Szene, wenn er den Kölner Dom besichtigt. Sein Auge sieht sofort die jahrhundertalte, düstere Atmosphäre in diesem Gemäuer, die Schwere, die Bedrückung wird für Faustini sichtbar und greifbar. Er bedauert dieses und vergleicht das Gebäude mit dem lichten, durchströmten Dom zu Speyer. In der Tat: „ Wie schwer die stehende Zeit wog“. Ja, die Zeit wog schwer, auch Faustini belastet sie. Aber, im Laufe der Geschichte verliert der Riß seinen Schrecken und wandelt sich. Faustini erlangt durch die Beobachtung neuen Mut, vielleicht auch, weil er merkt, daß sein Anderssein gar nicht so anders ist. Auch die Anderen sind mit Rissen behaftet, kann eventuell das ganze Leben ein Riß sein? Und so ist Faustini für mich nicht ein schwer belasteter, düsterer Neurotiker, sondern ein Sonderling im positiven Sinne. Faustini macht dem Leser Mut in einer immer komplizierter werdenden Welt. Seine Sichtweise auf die Welt läßt sie nicht so schwer erscheinen, was will man mehr!

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von Wolfgang Hermann

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