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Andernorts Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.01.2012

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

285

Maße (L/B/H)

17,6/11,1/2 cm

Gewicht

172 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-46310-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.01.2012

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

285

Maße (L/B/H)

17,6/11,1/2 cm

Gewicht

172 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-46310-9

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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Auschwitz als Gottesbeweis…

Bories vom Berg aus München am 14.04.2015

Bewertungsnummer: 2708388

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Auschwitz als Gottesbeweis Mit seinem zweiten Roman «Andernorts» schaffte der in Tel Aviv geborene Schriftsteller Doron Rabinovici den Sprung auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2010. Der politisch gegen Antisemitismus und Rechtspopulismus á la Jörg Haider engagierte Autor lebt in Wien, wo er über ein historisches Thema promoviert hat, das eng mit den Schicksalen seiner Eltern verbunden ist. Der rumänische Vater war 1944 nach Palästina geflüchtet, die litauische Mutter ist Überlebende eines Vernichtungslagers. Dementsprechend ist das zentrale Thema seiner Geschichte die Suche nach Identität, stehen für ihn die Fragen nach Herkunft und Zugehörigkeit innerhalb einer jüdischen Familie im Blickpunkt, der Titel «Andernorts» weist darüber hinaus auf eine gewisse Zerrissenheit hin, was die Heimat anbelangt. Und so jettet einer der Protagonisten, Ethan Rosen, hochangesehener Kulturwissenschaftler mit Aussicht auf eine Professur an der Wiener Universität, hektisch rund um den Erdball zu Vorträgen und Konferenzen. Er pendelt zwischendurch der Familie wegen zwischen Tel Aviv und Wien, ist bemerkenswert weltläufig, scheinbar auch überall heimisch und doch nirgends richtig zu Hause. Im Flugzeug lernt er Noa kennen, die sich zwischen den Beiden anbahnende Beziehung jedoch wird seltsam unterkühlt geschildert, Noa bleibt eine farblose Figur. Ethans Gegenspieler und Konkurrent um die Professur ist der Österreicher Rudi Klausinger, mit dem er sich kampfeslustig in Zeitungsartikeln einen verbalen Krieg um Auswüchse der Erinnerungskultur in Auschwitz liefert. Er trifft den Kontrahenten, der als uneheliches Kind in Tel Aviv auf der Suche nach seinem Vater ist, ausgerechnet am Krankenbett des eigenen Vaters wieder. Und der bestätigt denn auch prompt, dessen Erzeuger zu sein, die Zwei sind also Halbbrüder. Nicht genug der irrwitzigen Einfälle in bester Woody-Allen-Manier, stellt sich beim Gentest später heraus, dass die frisch gekürten Halbbrüder weder miteinander noch mit dem Vater verwandt sind, der Vater ist zeugungsunfähig, wie er daraufhin kleinlaut zugibt. Und vollends abstrus wird diese hanebüchene Geschichte, als ein obskurer Rabbi den Messias, der nach seinen unwiderlegbaren Forschungen 1942 als Embryo zusammen mit seiner Mutter in der Gaskammer umkam, mit der DNA direkter männlicher Nachkommen in der Retorte neu entstehen lassen will. Damit bewegt sich Rabinovicis Plot auf Jurassic-Park-Niveau, wenn nun aber zu allem Überfluss ausgerechnet Felix Rosen, der Nicht-Vater unserer beiden Wiener Koryphäen, genetisch als potentieller Spender in Frage kommt, dann ist dieser aberwitzige Plot nur noch peinlich. Positiv muss man anmerken, dass die Erzählung viele Einblicke liefert in die Mentalität seiner jüdischen Figuren, anschaulich Sitten und Gebräuche schildert und eine Fülle von Begriffen liefert, die Religiöses ebenso beleuchten wie den Alltag jüdischer Familien, und Vieles davon stammt natürlich aus dem Jiddischen. So kann man zum Beispiel über die «Vereinigten Schtetl von Amerika» schmunzeln, als amüsant aber ist die Lektüre trotzdem eher nicht einzustufen. Oder sollte das Alles doch nur ein ironisch gemeinter Bluff sein? Wohl kaum! Es ist der missglückte Versuch, Vieles auf einmal zu bieten, todernste Themen mit grell Bizarrem zu vermischen wie in dem Disput mit dem Rabbiner, der Auschwitz als Gottesbeweis anführt. Die sprachliche Umsetzung bleibt nüchtern und ist wenig originell. Dabei hätte die Idee mit den vermeintlichen Halbbrüdern oder die Liebesgeschichte einiges an erzählerischem Potential geboten, stattdessen wird der an sich ja interessante akademische Teil fast schon peinlich prätentiös ausgebreitet. Die Identitätssuche der Hauptfiguren wie auch die Darstellung der inneren Zerrissenheit heutiger Israelis zwischen unseliger Vergangenheit und unsicherer Gegenwart lässt den Roman trotz aller Schwächen insoweit als lesenswert erscheinen, - man muss dann allerdings auch bereit sein, öfter mal ein Auge zuzudrücken.

Auschwitz als Gottesbeweis…

Bories vom Berg aus München am 14.04.2015
Bewertungsnummer: 2708388
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Auschwitz als Gottesbeweis Mit seinem zweiten Roman «Andernorts» schaffte der in Tel Aviv geborene Schriftsteller Doron Rabinovici den Sprung auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2010. Der politisch gegen Antisemitismus und Rechtspopulismus á la Jörg Haider engagierte Autor lebt in Wien, wo er über ein historisches Thema promoviert hat, das eng mit den Schicksalen seiner Eltern verbunden ist. Der rumänische Vater war 1944 nach Palästina geflüchtet, die litauische Mutter ist Überlebende eines Vernichtungslagers. Dementsprechend ist das zentrale Thema seiner Geschichte die Suche nach Identität, stehen für ihn die Fragen nach Herkunft und Zugehörigkeit innerhalb einer jüdischen Familie im Blickpunkt, der Titel «Andernorts» weist darüber hinaus auf eine gewisse Zerrissenheit hin, was die Heimat anbelangt. Und so jettet einer der Protagonisten, Ethan Rosen, hochangesehener Kulturwissenschaftler mit Aussicht auf eine Professur an der Wiener Universität, hektisch rund um den Erdball zu Vorträgen und Konferenzen. Er pendelt zwischendurch der Familie wegen zwischen Tel Aviv und Wien, ist bemerkenswert weltläufig, scheinbar auch überall heimisch und doch nirgends richtig zu Hause. Im Flugzeug lernt er Noa kennen, die sich zwischen den Beiden anbahnende Beziehung jedoch wird seltsam unterkühlt geschildert, Noa bleibt eine farblose Figur. Ethans Gegenspieler und Konkurrent um die Professur ist der Österreicher Rudi Klausinger, mit dem er sich kampfeslustig in Zeitungsartikeln einen verbalen Krieg um Auswüchse der Erinnerungskultur in Auschwitz liefert. Er trifft den Kontrahenten, der als uneheliches Kind in Tel Aviv auf der Suche nach seinem Vater ist, ausgerechnet am Krankenbett des eigenen Vaters wieder. Und der bestätigt denn auch prompt, dessen Erzeuger zu sein, die Zwei sind also Halbbrüder. Nicht genug der irrwitzigen Einfälle in bester Woody-Allen-Manier, stellt sich beim Gentest später heraus, dass die frisch gekürten Halbbrüder weder miteinander noch mit dem Vater verwandt sind, der Vater ist zeugungsunfähig, wie er daraufhin kleinlaut zugibt. Und vollends abstrus wird diese hanebüchene Geschichte, als ein obskurer Rabbi den Messias, der nach seinen unwiderlegbaren Forschungen 1942 als Embryo zusammen mit seiner Mutter in der Gaskammer umkam, mit der DNA direkter männlicher Nachkommen in der Retorte neu entstehen lassen will. Damit bewegt sich Rabinovicis Plot auf Jurassic-Park-Niveau, wenn nun aber zu allem Überfluss ausgerechnet Felix Rosen, der Nicht-Vater unserer beiden Wiener Koryphäen, genetisch als potentieller Spender in Frage kommt, dann ist dieser aberwitzige Plot nur noch peinlich. Positiv muss man anmerken, dass die Erzählung viele Einblicke liefert in die Mentalität seiner jüdischen Figuren, anschaulich Sitten und Gebräuche schildert und eine Fülle von Begriffen liefert, die Religiöses ebenso beleuchten wie den Alltag jüdischer Familien, und Vieles davon stammt natürlich aus dem Jiddischen. So kann man zum Beispiel über die «Vereinigten Schtetl von Amerika» schmunzeln, als amüsant aber ist die Lektüre trotzdem eher nicht einzustufen. Oder sollte das Alles doch nur ein ironisch gemeinter Bluff sein? Wohl kaum! Es ist der missglückte Versuch, Vieles auf einmal zu bieten, todernste Themen mit grell Bizarrem zu vermischen wie in dem Disput mit dem Rabbiner, der Auschwitz als Gottesbeweis anführt. Die sprachliche Umsetzung bleibt nüchtern und ist wenig originell. Dabei hätte die Idee mit den vermeintlichen Halbbrüdern oder die Liebesgeschichte einiges an erzählerischem Potential geboten, stattdessen wird der an sich ja interessante akademische Teil fast schon peinlich prätentiös ausgebreitet. Die Identitätssuche der Hauptfiguren wie auch die Darstellung der inneren Zerrissenheit heutiger Israelis zwischen unseliger Vergangenheit und unsicherer Gegenwart lässt den Roman trotz aller Schwächen insoweit als lesenswert erscheinen, - man muss dann allerdings auch bereit sein, öfter mal ein Auge zuzudrücken.

Bewertung am 23.07.2021

Bewertungsnummer: 1535137

Bewertet: eBook (ePUB)

Jede Familie hat ihre Geheimnisse... Ethan Rosen in Tel Aviv geboren, lebt in Wien. Sein Vater braucht dringend eine neue Niere, so fährt er mit seiner Freundin nach Tel Aviv. Dort trifft er auf seinen Kollegen Rudi Klausinger, der auf der Suche nach seinem Vater ist und meint, ihn in Ethans Vater gefunden zu haben. Dazwischen begegnen wir dem obskuren Rabbiner Berkowitsch, der, auf die Wiederkehr des Messias fokussiert, plötzliches Interesse an den Genen der Rosens entwickelt. In diesem spannenden und witzigen Roman über Heimat und Zugehörigkeit ist am Ende doch alles anders als man denkt.

Bewertung am 23.07.2021
Bewertungsnummer: 1535137
Bewertet: eBook (ePUB)

Jede Familie hat ihre Geheimnisse... Ethan Rosen in Tel Aviv geboren, lebt in Wien. Sein Vater braucht dringend eine neue Niere, so fährt er mit seiner Freundin nach Tel Aviv. Dort trifft er auf seinen Kollegen Rudi Klausinger, der auf der Suche nach seinem Vater ist und meint, ihn in Ethans Vater gefunden zu haben. Dazwischen begegnen wir dem obskuren Rabbiner Berkowitsch, der, auf die Wiederkehr des Messias fokussiert, plötzliches Interesse an den Genen der Rosens entwickelt. In diesem spannenden und witzigen Roman über Heimat und Zugehörigkeit ist am Ende doch alles anders als man denkt.

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Andernorts

von Doron Rabinovici

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Meinung aus der Buchhandlung

Susanne

Thalia Wien – Westbahnhof

Zum Portrait

4/5

Wo bin ich wer?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wo bin ich wer – so lautet die zentrale Frage dieses Buches. Stein des Anstosses dieser Geschichte ist dabei ein Nachruf, den ausgerechnet der Konkurrent und Nicht-Jude Rudi Klausinger verfasst, als der väterliche Freund und Mentor der Hauptfigur Ethan Rosen stirbt. Doch von der im Mittelpunkt der Geschichte stehenden Frage nach der eigenen Identität wird nicht nur der Hauptprotagonist getrieben, denn auch Rudi Klausinger ist auf der Suche nach sich selbst. So werden Heimat, Identität, Zerrissenheit, Familie, Vergangenheit und Gegenwart zu den zentralen Themen dieses gelungenen Debütromans von Doron Rabinovici. Dabei setzt sich der Autor zusammen mit der Familiengeschichte des Ethan Rosen auch mit den jüdischen Befindlichkeiten auseinander, wenn gleich die Handlung zuweilen ins Bizarre abzugleiten droht. Nichtsdestotrotz ein sehr intelligentes Buch, das – zumindest mich – zum Nachdenken angeregt hat und bei weitem mehr vermitteln kann als einen vordergründigen Humor.
  • Susanne
  • Buchhändler/-in

4/5

Wo bin ich wer?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wo bin ich wer – so lautet die zentrale Frage dieses Buches. Stein des Anstosses dieser Geschichte ist dabei ein Nachruf, den ausgerechnet der Konkurrent und Nicht-Jude Rudi Klausinger verfasst, als der väterliche Freund und Mentor der Hauptfigur Ethan Rosen stirbt. Doch von der im Mittelpunkt der Geschichte stehenden Frage nach der eigenen Identität wird nicht nur der Hauptprotagonist getrieben, denn auch Rudi Klausinger ist auf der Suche nach sich selbst. So werden Heimat, Identität, Zerrissenheit, Familie, Vergangenheit und Gegenwart zu den zentralen Themen dieses gelungenen Debütromans von Doron Rabinovici. Dabei setzt sich der Autor zusammen mit der Familiengeschichte des Ethan Rosen auch mit den jüdischen Befindlichkeiten auseinander, wenn gleich die Handlung zuweilen ins Bizarre abzugleiten droht. Nichtsdestotrotz ein sehr intelligentes Buch, das – zumindest mich – zum Nachdenken angeregt hat und bei weitem mehr vermitteln kann als einen vordergründigen Humor.

Helene Oberleitner

Thalia Linz – Landstraße

Zum Portrait

4/5

Wer sind wir, woher kommen wir, wo gehören wir hin?

Bewertet: eBook (ePUB)

Ethan Rosen, israelischer Wissenschaftler und Rudi Klausinger, ein Österreicher mit dem selben Beruf sind Konkurrenten um eine Professur in Wien. Zwei sowohl sehr verschiedene, aber auch sehr ähnliche Menschen werden in diesem Roman mit den Fragen nach dem wer bin ich, woher komme ich und wo gehöre ich hin konfrontiert und erleben ein Wechselbad der Gefühle bei ihrem Versuch, Antworten zu finden. Über viele Geheimnisse, Lügen und Irrtümer stolpernd werden die beiden in eine Situation geführt, die sie sich vorher nicht hätten vorstellen können. Was Menschen scheinbar trennt und wie sie in den "Zwischenraum, in dem Menschen einander begegnen" finden können, schildert dieses Buch, das zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht
  • Helene Oberleitner
  • Buchhändler/-in

4/5

Wer sind wir, woher kommen wir, wo gehören wir hin?

Bewertet: eBook (ePUB)

Ethan Rosen, israelischer Wissenschaftler und Rudi Klausinger, ein Österreicher mit dem selben Beruf sind Konkurrenten um eine Professur in Wien. Zwei sowohl sehr verschiedene, aber auch sehr ähnliche Menschen werden in diesem Roman mit den Fragen nach dem wer bin ich, woher komme ich und wo gehöre ich hin konfrontiert und erleben ein Wechselbad der Gefühle bei ihrem Versuch, Antworten zu finden. Über viele Geheimnisse, Lügen und Irrtümer stolpernd werden die beiden in eine Situation geführt, die sie sich vorher nicht hätten vorstellen können. Was Menschen scheinbar trennt und wie sie in den "Zwischenraum, in dem Menschen einander begegnen" finden können, schildert dieses Buch, das zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht

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