Der Mensch ist, was er isst. Nahrungsaufnahme wirkt in viele Dimensionen des menschlichen Lebens hinein: physische, psychische, soziale, ökonomische und politische. Essen muss heute in vielen Familien schnell, effektiv und flexibel sein. Auf viele Kinder und Jugendliche wartet beim Heimkommen statt der emotional warmen Bezugsperson und dem liebevoll zubereiteten Essen der Zettel vor dem Fertigprodukt: "Mikrowelle fünf Minuten auf Stufe zehn - Bussi, Mama!" Die Art und Weise, wie das Nahrungsbedürfnis befriedigt wird, gibt Auskunft über grundlegende gesellschaftliche Strukturen: Gesellschaften sind so, wie sie essen. So wird die Esskultur, das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen zu einer Art Spiegel, in dem sich nicht nur Essgewohnheiten, sondern auch gesellschaftliche Werte und Ordnungen erschließen lassen. Warum essen viele Kinder anders, als sie sich ernähren sollten? Warum steigt die Zahl an übergewichtigen und essgestörten Kindern und Jugendlichen ständig? Die Autorin Michaela Uitz, Lehrerin, Psychologin und Pädagogin, hat in intensiven Recherchen das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen untersucht.
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