Produktbild: Söldner für den Anschluss

Söldner für den Anschluss Die Österreichische Legion 1933-1938

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.11.2010

Verlag

Czernin

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

21,9/14,7/4,6 cm

Gewicht

758 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7076-0331-6

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.11.2010

Verlag

Czernin

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

21,9/14,7/4,6 cm

Gewicht

758 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7076-0331-6

Herstelleradresse

Czernin Verlags GmbH
Kupkagasse 4/I
1080 Wien
Österreich
Email: office@czernin-verlag.com
Url: www.czernin-verlag.com
Telephone: +43 1 40335630
Fax: +43 1 403356315

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Spannende Studie zur NS-Frühgeschichte

Bewertung aus Salzburg am 14.12.2010

Bewertungsnummer: 695250

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seiner jüngsten, fast 500 Seiten umfassenden Monografie widmet sich der Wiener Historiker einem fast unbekannten Kapitel der unseligen deutsch-österreichischen Geschichte in der Periode zwischen 1933 und dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Er untersucht die Rolle jener über 15.000 österreichischen, fast ausnahmslos der SA angehörigen NS-Aktivisten, die nach dem Verbot der NSDAP in Österreich (Juni 1933) ins benachbarte Bayern flüchteten und hier großteils in „Hilfswerklagern“ kaserniert waren, aber auch unzählige schwere Grenzverletzungen verursachten und als Propaganda-, Waffen- und Sprengstofflieferanten der illegalen SA in Österreich ihr Unwesen trieben. Wer einen Blick in die über 1000 Anmerkungen und das Quellenverzeichnis wirft, erkennt sofort, dass der Autor mit seinem Untersuchungsgegenstand vollständiges Neuland betreten hat, denn der Leser stößt dabei kaum auf Sekundärliteratur, dafür aber auf zahllose unbekannte Dokumente aus 12 deutschen und österreichischen Archiven. Für die Geschichte des Dritten Reiches i n s g e s a m t mag die wechselvolle Geschichte dieser 15.000 „Söldner für den Anschluss“ vielleicht eine „Fußnote“ gewesen sein, wie ein Rezensent, der dem Buch gleichwohl eine Seite in der „Zeit“ widmete, unlängst konstatierte. Zur Charakterisierung der vorliegenden Studie taugt eine solche Einschätzung jedoch keineswegs. Denn der Autor versteht es meisterhaft, unzählige unbekannte Details aus der Geschichte jener NS-Emigranten in Deutschland auszubreiten, ohne je deren Einbettung in den übergeordneten politisch-historischen bzw. sozialen Kontext aus dem Auge zu verlieren. Der umfangreiche biografische Teil (S. 206 – S.314), dem im letzten Abschnitt nochmals 135 Kurzbiografien zum Führungskorps der Österreichischen Legion folgen (S. 393 – 464), präsentiert acht zum Teil sehr unterschiedliche Lebensgeschichten österreichischer Legionäre – vom kleinen Betrüger, der Wiener Hausgehilfinnen um ihren bescheidenen Lohn prellt und deshalb nach Bayern flüchtet, bis hin zu einem Tiroler SA-Brigadeführer, dessen Weg von der Saalschlacht in Innsbruck (1932) bis zum Vernichtungskrieg in der Sowjetunion minutiös nachgezeichnet wird. Einer besonderen Hervorhebung bedarf schließlich jene grundlegende sozialstrukturelle Untersuchung, die Hans Schafranek anhand eines riesigen Datenmaterials in Angriff genommen hat. Unterstützt von einer Mitarbeiterin, hat er fast 150.000 (!) biografische Eckdaten zu 14.945 Legions-Angehörigen in einer Datenbank erfasst und in der Studie teilweise ausgewertet. Von etwa 12.000 Legionären konnte auch der letzte Wohnort vor der Flucht ins Deutsche Reich ermittelt werden, und dieses große Sample erlaubte es, nicht nur die „Legionärsdichte“, sondern auch die regionale Stärke der illegalen NS-Bewegung in j e d e m der 112 damaligen (1934) politischen Bezirke Österreichs zu ermitteln. Als Bezugsrahmen dienten dabei die Ergebnisse der Volkszählung (März 1934) in Österreich. Da die Verankerung des österreichischen Nationalsozialismus in den Jahren 1933/34 auf Bezirks- und Bundesländerebene sehr starke Unterschiede aufwies, liefert die Studie auch für zukünftige regionalhistorische und vergleichende Forschungen überaus wertvolle Grundlagen. Zudem ist die spannende und materialreiche Untersuchung sehr gut verständlich und lesbar geschrieben, sodass sie nicht nur Fachleuten, sondern auch zeitgeschichtlich interessierten Laien vorbehaltlos zu empfehlen ist.

Spannende Studie zur NS-Frühgeschichte

Bewertung aus Salzburg am 14.12.2010
Bewertungsnummer: 695250
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seiner jüngsten, fast 500 Seiten umfassenden Monografie widmet sich der Wiener Historiker einem fast unbekannten Kapitel der unseligen deutsch-österreichischen Geschichte in der Periode zwischen 1933 und dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Er untersucht die Rolle jener über 15.000 österreichischen, fast ausnahmslos der SA angehörigen NS-Aktivisten, die nach dem Verbot der NSDAP in Österreich (Juni 1933) ins benachbarte Bayern flüchteten und hier großteils in „Hilfswerklagern“ kaserniert waren, aber auch unzählige schwere Grenzverletzungen verursachten und als Propaganda-, Waffen- und Sprengstofflieferanten der illegalen SA in Österreich ihr Unwesen trieben. Wer einen Blick in die über 1000 Anmerkungen und das Quellenverzeichnis wirft, erkennt sofort, dass der Autor mit seinem Untersuchungsgegenstand vollständiges Neuland betreten hat, denn der Leser stößt dabei kaum auf Sekundärliteratur, dafür aber auf zahllose unbekannte Dokumente aus 12 deutschen und österreichischen Archiven. Für die Geschichte des Dritten Reiches i n s g e s a m t mag die wechselvolle Geschichte dieser 15.000 „Söldner für den Anschluss“ vielleicht eine „Fußnote“ gewesen sein, wie ein Rezensent, der dem Buch gleichwohl eine Seite in der „Zeit“ widmete, unlängst konstatierte. Zur Charakterisierung der vorliegenden Studie taugt eine solche Einschätzung jedoch keineswegs. Denn der Autor versteht es meisterhaft, unzählige unbekannte Details aus der Geschichte jener NS-Emigranten in Deutschland auszubreiten, ohne je deren Einbettung in den übergeordneten politisch-historischen bzw. sozialen Kontext aus dem Auge zu verlieren. Der umfangreiche biografische Teil (S. 206 – S.314), dem im letzten Abschnitt nochmals 135 Kurzbiografien zum Führungskorps der Österreichischen Legion folgen (S. 393 – 464), präsentiert acht zum Teil sehr unterschiedliche Lebensgeschichten österreichischer Legionäre – vom kleinen Betrüger, der Wiener Hausgehilfinnen um ihren bescheidenen Lohn prellt und deshalb nach Bayern flüchtet, bis hin zu einem Tiroler SA-Brigadeführer, dessen Weg von der Saalschlacht in Innsbruck (1932) bis zum Vernichtungskrieg in der Sowjetunion minutiös nachgezeichnet wird. Einer besonderen Hervorhebung bedarf schließlich jene grundlegende sozialstrukturelle Untersuchung, die Hans Schafranek anhand eines riesigen Datenmaterials in Angriff genommen hat. Unterstützt von einer Mitarbeiterin, hat er fast 150.000 (!) biografische Eckdaten zu 14.945 Legions-Angehörigen in einer Datenbank erfasst und in der Studie teilweise ausgewertet. Von etwa 12.000 Legionären konnte auch der letzte Wohnort vor der Flucht ins Deutsche Reich ermittelt werden, und dieses große Sample erlaubte es, nicht nur die „Legionärsdichte“, sondern auch die regionale Stärke der illegalen NS-Bewegung in j e d e m der 112 damaligen (1934) politischen Bezirke Österreichs zu ermitteln. Als Bezugsrahmen dienten dabei die Ergebnisse der Volkszählung (März 1934) in Österreich. Da die Verankerung des österreichischen Nationalsozialismus in den Jahren 1933/34 auf Bezirks- und Bundesländerebene sehr starke Unterschiede aufwies, liefert die Studie auch für zukünftige regionalhistorische und vergleichende Forschungen überaus wertvolle Grundlagen. Zudem ist die spannende und materialreiche Untersuchung sehr gut verständlich und lesbar geschrieben, sodass sie nicht nur Fachleuten, sondern auch zeitgeschichtlich interessierten Laien vorbehaltlos zu empfehlen ist.

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Söldner für den Anschluss

von Hans Schafranek

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