Produktbild: Kultur ist Mittel, kein Zweck

Kultur ist Mittel, kein Zweck

1

36,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2010

Herausgeber

Mirjana Stancic

Verlag

Residenz Verlag

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,1/13,5/3,8 cm

Gewicht

560 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7017-1553-4

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Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2010

Herausgeber

Mirjana Stancic

Verlag

Residenz Verlag

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,1/13,5/3,8 cm

Gewicht

560 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7017-1553-4

Herstelleradresse

Residenz Verlag GmbH
Mühlstr. 7
5023 Salzburg
Österreich
Email: info@residenzverlag.at
Url: www.residenzverlag.at
Telephone: +43 662 6419000
Fax: +43 662 641900150

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Ist Kunst zeitlos und zweckfrei?

Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 29.04.2011

Bewertungsnummer: 717143

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kultur hat nach Manès Sperber einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen, ist Mittel für den Zweck des Aufbaus einer sozialistischen Herrschaft. Es bedarf eines bestimmten kulturellen Niveaus, um den Sozialismus zum Einsatz kommen zu lassen. Deshalb sind Kunst und Kultur zu fördern. Man kann heute die Begeisterung kaum nachvollziehen, mit der Sperbers Generation an die Schaffung einer gerechten Weltordnung und an die Vorbildrolle der jungen sowjetischen Gesellschaft glaubte. Manès Sperber definiert in knappen, treffenden Worten seine Kunsttheorie, erklärt die politisch wirksame Rolle einzelner Kunstgattungen, erweist sich als profunder Kenner der abendländischen Kunsttradition und der zeitgenössischen Strömungen der beginnenden Dreißigerjahre. Zu Schulungszwecken schließen sich an jedes Kapitel kritische Fragen aus den imaginären Reihen ideologischer Abweichler und konkrete Antwortvorschläge, die die Zuhörer bzw. Leser wieder auf den Pfad des Marxismus zurückholen sollen. Es sind diese dialogischen Passagen, die am lebendigsten wirken und viel über die Entstehungszeit rund um den Zweiten internationalen Kongress revolutionärer Schriftsteller in Charkow (1930) verraten. Allein Sperbers Bewunderung für den sozial engagierten Norweger Knut Hamsun, Literaturnobelpreisträger von 1920, sollte uns zeigen, diesen Essay nicht aus der heutigen Sicht mit der Erfahrung späterer stalinistischer Verbrechen zu sehen (wohl aber mit dem Wissen über die Gräuel des Bürgerkriegs zehn Jahre zuvor, über die Grausamkeit die Kollektivierung der Landwirtschaft und die damals aktuelle Rivalität zwischen Stalin und Trotzki!). Knut Hamsun schwärmte später für den Nationalsozialismus, nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrte ihn nur sein hohes Alter vor einer Strafe als Kollaborateur.

Ist Kunst zeitlos und zweckfrei?

Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 29.04.2011
Bewertungsnummer: 717143
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kultur hat nach Manès Sperber einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen, ist Mittel für den Zweck des Aufbaus einer sozialistischen Herrschaft. Es bedarf eines bestimmten kulturellen Niveaus, um den Sozialismus zum Einsatz kommen zu lassen. Deshalb sind Kunst und Kultur zu fördern. Man kann heute die Begeisterung kaum nachvollziehen, mit der Sperbers Generation an die Schaffung einer gerechten Weltordnung und an die Vorbildrolle der jungen sowjetischen Gesellschaft glaubte. Manès Sperber definiert in knappen, treffenden Worten seine Kunsttheorie, erklärt die politisch wirksame Rolle einzelner Kunstgattungen, erweist sich als profunder Kenner der abendländischen Kunsttradition und der zeitgenössischen Strömungen der beginnenden Dreißigerjahre. Zu Schulungszwecken schließen sich an jedes Kapitel kritische Fragen aus den imaginären Reihen ideologischer Abweichler und konkrete Antwortvorschläge, die die Zuhörer bzw. Leser wieder auf den Pfad des Marxismus zurückholen sollen. Es sind diese dialogischen Passagen, die am lebendigsten wirken und viel über die Entstehungszeit rund um den Zweiten internationalen Kongress revolutionärer Schriftsteller in Charkow (1930) verraten. Allein Sperbers Bewunderung für den sozial engagierten Norweger Knut Hamsun, Literaturnobelpreisträger von 1920, sollte uns zeigen, diesen Essay nicht aus der heutigen Sicht mit der Erfahrung späterer stalinistischer Verbrechen zu sehen (wohl aber mit dem Wissen über die Gräuel des Bürgerkriegs zehn Jahre zuvor, über die Grausamkeit die Kollektivierung der Landwirtschaft und die damals aktuelle Rivalität zwischen Stalin und Trotzki!). Knut Hamsun schwärmte später für den Nationalsozialismus, nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrte ihn nur sein hohes Alter vor einer Strafe als Kollaborateur.

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von Manes Sperber

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