Einst schuf man mit den eigenen Händen die Dinge, die zum Leben notwendig waren. Schneider, Schlächter, Schmiede und Gerber arbeiteten um die Ecke, waren sichtbar und hörbar. Dann brachten Mechanisierung und Industrialisierung zuerst das Handwerk zum Verschwinden, später zogen die Fabriken weg; in der heutigen Gesellschaft bewirken Automatisierung und Globalisierung, dass niemand mehr zu sagen weiß, wie die Dinge unseres täglichen Bedarfs überhaupt zustande kommen. Der durch seine "Theorie der Unbildung" bekannt gewordene Philosoph Konrad Paul Liessmann beschreibt in seinem neuen Buch das Universum der Dinge in unserem Alltag - eine Philosophie der Alltagserfahrung.
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4.0/5.0
EMundWE
aus Österreich
4/5
05.10.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Philosophie trifft Literatur
Ein großartiges Buch, das sich in seinem Inhalt diversifizierter zeigt, als es angesichts des Titel erscheinen mag. Tatsächlich wir der Aspekt der "Ästhetik des Alltags" anhand von uns umgebenden alltäglichen Dingen, Kunst, Kitsch, Musik etc. klug, philosophisch und sprachgewandt erläutert, Einsichten vermittelnd und Gedanken anstoßend. Der Obertitel "Universum der Dinge" kommt in der zweiten Hälfte der Themen zu stärkerer Geltung: das Geld, das Rennradfahren, das Fußballspiel - all dies passt normalerweise nicht so ganz zu unserer üblichen Empfindung/Kategorisierung/Vorstellung von "ästhetischen Dingen", und dennoch werden diese sprachlich elaborierten Texte einerseits zum Lesegenuss, andererseits werden ihnen -auf vorher unmöglich erscheinende Art und Weise- philosophische Überlegungen abgerungen.
Trotz seines hohen Informationsgehaltes überzeugt dieses Buch auch duch (eigentlich nicht erwartete)Literarizität!
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