Rezension
»Nach seiner Wiederentdeckung vor rund 15 Jahren firmiert Werner Bräunig heute völlig zu Recht als moderner Klassiker der deutschen Literatur. Zeigt sich [...] in dem Erzählband ›Gewöhnliche Leute‹ doch eindrücklich, dass sozialistischer Realismus auch ohne unterschwellige Didaktik oder schablonenhafte Figuren auskommt.« ("ZEIT online")
»Auf ergreifende Weise legen die Texte Zeugnis von einem gebrochenen Menschen ab, der seine literarische Niederlage nicht verkraftet hat und langsam zu Grunde geht. ... Pessimistische Passagen und sein [Bräunigs] depressiver Charakter schlagen in den Texten durch, wechseln sich aber mit regimekonformen Parolen ab. Diese Ambivalenz ist es, die „Gewöhnliche Leute“ heute noch interessant macht.« ("Saarbrücker Zeitung")
»Bräunigs Figuren mit ihren Sorgen und Träumen repräsentieren das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft. Obwohl die Erzählungen Einzelschicksale schildern, können sie gleichzeitig als Milieu- und Charakterstudie einer ganzen Gesellschaft gelesen werden.« ("Vorwärts")
»Ein außergewöhnliches Erzähl-talent. Hautnah erfährt man aus den Geschichten, was es bedeutete im realen Sozialismus zu leben. ... Bräunig erzählt von der Größe und der Selbst-bescheidung der Menschen, ... Dem Kollektiv setzt er starke Persönlichkeiten gegenüber, die auf ihrer Eigenart bestehen und sich von Zwängen und Verpflich-tungen nicht unterkriegen lassen.« ("Salzburger Nachrichten")
»Bräunig versteht es meisterhaft, die geheimen Wünsche seiner kleinen Helden der Arbeit fühlbar zu machen.« ("FOCUS")
»An diesen Geschichten fasziniert gerade das Spannungsverhältnis zwischen Harmonisierung der Widersprüche und gewissenhafter Beobachtung der Lebensverhältnisse. ... Für diesen psychologisch sehr fein gearbeiteten Realismus besteht auch dreißig Jahre nach dem Tod des Autors durchaus noch Bedarf.« ("Darmstädter Echo")
»Dass Bräunig die Allerweltssorgen der Jedermännder ins Metaphysische zu wenden vermag und lapidaren Szenen überzeitliche Geltung zu verleihen, darin besteht sein Talent. Die Momentaufnahme verwandelt er unmerklich in eine Charakterstudie und die wiederum in eine Milieuzeichnung in ein Kollektivpsychogramm in Gesellschaftskritik.« ("DIE ZEIT")
»Der Erzähler Bräunig, das war schon ein großes Talent! Wie er Teile seines gescheiterten Romans [„Rummelplatz“] noch einmal in das nächste Projekt zu montieren suchte, das war eine verzweifelte, aber gute Arbeit.« ("Neues Deutschland")