In der Weltwoche schreibt Charles Lewinsky derzeit einen Roman in fünfzig Folgen, über einen Fußballstar und einen illegalen Immigranten - und darüber, wie Scharfmacher in Politik und Boulevardpresse mit beiden umgehen. Hintersinnig und scharfzüngig nimmt Lewinsky, der unter anderem mit seinem Roman "Melnitz" zu einer wichtigen Stimme der Gegenwartsliteratur in der Schweiz geworden ist, unsere offenen und versteckten Vorurteile aufs Korn.
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Buchstabenfestival
aus Deutschland
4/5
13.09.2023
Buch (Taschenbuch)
Zwei junge Männer aus Guinea…
Zwei junge Männer aus Guinea landen in der Schweiz. Der eine ist Fußballer und erfolgreich in diesem Sport. Er besitzt Geld, ein Haus und hat eine Schweizer Freundin. Sein Erfolg sichert ihm seinen Aufenthalt in der Schweiz. Der Andere kommt aus dem gleichen Dorf, spielt kein Fußball, besitzt nichts, weil er geflüchtet ist und kennt nur den Fußballer aus dem gemeinsamen Dorf in der Schweiz. Er hat keinen Erfolg, der ihn den Aufenthalt in der Schweiz sichert. Charles Lewinskys Schreibstil hat mich an Martin Suter erinnert. Wunderbar angenehm und leicht zu lesen mit einem bissigen, schwarzen Humor, immer wieder den Finger in die Wunde legend und den Menschen den Spiegel vorhaltend. Er beschreibt das Leben der zwei jungen Männer und wie sie von den Schweizer:innen wahrgenommen werden. Er erzählt davon, wie Tom und Mike behandelt werden und wie viel Unterstützung (oder auch nicht) sie erfahren. Die Charaktere neben Tom und Mike kennt man. Zumindest hat man das Gefühl, dass hier Charaktere beschrieben werden, die man aus den Medien kennt. Der Autor zeigt die Gesichter hinter den Masken und blickt hinter die schöne heile Schweizer Alpenfassade. Obwohl es hier um einen Fußballer geht, steht nicht der Fußball an sich im Vordergrund, sondern der Blick, wie unterschiedlich Menschen wahrgenommen werden. Das Buch unterhält, da der schwarze Humor einiges auffängt, aber man kommt immer mehr ins Nachdenken und Überdenken. Es wird nicht mein letztes Buch von Charles Lewinsky sein.
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