Unabhängig von ihrem Syndrom leiden alle Aphasiker an Problemen der Wortfindung und der Produktion lexikalischer Einheiten. Im kommunikativen Alltag der Aphasiker werden diese Lexikalisierungsprobleme zu Gesprächsaufgaben, die interaktiv gelöst werden müssen. Dabei sind grundsätzlich alle Gesprächsteilnehmer an der Lösung beteiligt - aktiv oder passiv. Während die bisherige Forschung sich vor allem mit kollaborativen Verfahren der Problemlösung beschäftig hat, liegt in dieser empirischen Untersuchung der Fokus auf Strategien, mittels derer der Aphasiker sein Problem selbstständig bearbeitet oder camoufliert. Diese konversationell präferierten Strategien sind besonders psychosozial relevant, da Aphasiemanagement nie nur die Bewältigung sprachlicher Hindernisse bedeutet, sondern immer auch Stigmamanagement in einer latent asymmetrischen Kommunikationssituation ist.Mit den Methoden der Konversationsanalyse werden hier verschiedene interfamiliäre, rekurrente Handlungsmuster der Bearbeitung und des Übergehens aufgezeigt und Faktoren sichtbar gemacht, die das lokale Problemmanagement und damit die Wahl des Handlungsmusters beeinflussen bzw. dessen Erfolgswahrscheinlichkeit beschränken.
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