Produktbild: Anders denken lernen

Anders denken lernen Von Platon über Einstein zur Quantenphysik

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

27866

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2008

Illustriert von

Ulrich Weeren

Verlag

Oneness Center

Seitenzahl

236

Maße (L/B/H)

22/15,5/1,7 cm

Gewicht

382 g

Farbe

Khaki / Mokka

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-033-01634-7

Beschreibung

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Verkaufsrang

27866

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2008

Illustriert von

Ulrich Weeren

Verlag

Oneness Center

Seitenzahl

236

Maße (L/B/H)

22/15,5/1,7 cm

Gewicht

382 g

Farbe

Khaki / Mokka

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Deutsch

ISBN

978-3-033-01634-7

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Abschied von Denkroutinen

Heidemarie Bennent-Vahle am 15.07.2009

Bewertungsnummer: 606325

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Betreffen die Gesetze der Quantenphysik unsere alltägliche Lebenswirklichkeit? Produzieren Partikelereignisse Effekte von weitreichendem Belang für unser Dasein? Hierüber nachzudenken käme wohl den wenigsten in den Sinn. Und doch weiß ein jeder, der sich mit dem Gang der Naturwissenschaft befasst hat, dass physikalischen Weltbildern eine wegweisende gesellschaftsverändernde Bedeutung zukommt. So belehrt uns z. B. Brechts Galilei-Figur über die Verantwortung des Naturwissenschaftlers im Blick auf das Lebensglück der geknechteten Campagnabauern des 17. Jahrhunderts. Auch heute steht die Menschheit, wie uns ein unlängst publiziertes Buch der Philosophin Natalie Knapp verdeutlicht, vor der Herausforderung, ihre Lebenshaltung dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis anzugleichen. Wir sind nicht auf der Höhe der Zeit, denn wir stecken fest in einem Weltbild, das inzwischen jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Klarsicht und Offenheit in diesen Dingen werden heute allerdings weniger, wie zu Galileis und Newtons Zeiten, durch Denkverbote und Drohungen seitens autoritärer Instanzen blockiert. Es sind vielmehr unbewusst wirkende kollektive Gedankenformen, die uns beherrschen und einengen. Nur indem wir diese unsichtbaren Denkzwänge bloßlegen und indem wir zugleich die in sie eingeschmolzenen Irrtümer und Unstimmigkeiten aufzeigen, können wir, so die Autorin, zu jener geistigen Beweglichkeit gelangen, die unabdingbar ist für eine Bewältigung der gegenwärtigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Probleme. Der 2008 im Oneness-Center-Verlag erschienene Band mit dem unspektakulären Titel „anders denken lernen“ hat es in sich. Hier stellt sich eine philosophische Praktikerin der anspruchsvollen Aufgabe, die Verknöcherungen des Zeitgeistes mit den Werkzeugen der Naturwissenschaft kenntnisreich und zugleich allgemeinverständlich aufzulösen. Es ist vor allem die gängige Münze der Wissenschaftsgläubigkeit sowie der grassierende Materialismus moderner Gesellschaften, die Knapp als Fehlformen einer realistischen Welthaltung entlarvt. „Realistisch ist, was unserem Weltbild entspricht“, doch erweist sich dieses Weltbild als unstimmig und unzeitgemäß. Es stellt nur noch eine Denkroutine dar, deren innere Substanz durch das Voranschreiten der Wissenschaft seit langem ausgehöhlt wurde. Die stolzen Vertreter des Realismus und Pragmatismus präsentieren sich vor diesem Hintergrund als äußerst fragwürdige Problemlösungsstrategen, denn sie begegnen den aktuellen Krisensymptomen „mithilfe derselben Gedankenformen, die zur Entstehung der Probleme beigetragen haben.“ Ohne politische Positionierung beleuchtet Knapp den Sog der kollektiven Denksysteme z. B. im Blick auf die Fragen von Arbeitslosigkeit oder Konsumverhalten. Vermutlich hätte die aktuelle Finanzkrise der Autorin ein überzeugendes Demonstrationsobjekt für die Bodenlosigkeit und Weltfremdheit eines vermeintlichen Realismus geboten. Doch sind die Macher und Verwalter der Führungsetagen kaum die Zielgruppe dieses Bandes, auch wenn es schön wäre. Nur jenseits glatter Weltgewandtheit und Selbstsicherheit wird Knapps Aufforderung, ins Offene zu denken und ein angemesseneres Weltbild zu gestalten, ihre verdiente Leserschaft gewinnen. Dieser allerdings bietet sie - im Ton frei von aller intellektuellen Überheblichkeit - eine Vielzahl von Kenntnissen und Anregungen zur gedanklichen Erneuerung.

Abschied von Denkroutinen

Heidemarie Bennent-Vahle am 15.07.2009
Bewertungsnummer: 606325
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Betreffen die Gesetze der Quantenphysik unsere alltägliche Lebenswirklichkeit? Produzieren Partikelereignisse Effekte von weitreichendem Belang für unser Dasein? Hierüber nachzudenken käme wohl den wenigsten in den Sinn. Und doch weiß ein jeder, der sich mit dem Gang der Naturwissenschaft befasst hat, dass physikalischen Weltbildern eine wegweisende gesellschaftsverändernde Bedeutung zukommt. So belehrt uns z. B. Brechts Galilei-Figur über die Verantwortung des Naturwissenschaftlers im Blick auf das Lebensglück der geknechteten Campagnabauern des 17. Jahrhunderts. Auch heute steht die Menschheit, wie uns ein unlängst publiziertes Buch der Philosophin Natalie Knapp verdeutlicht, vor der Herausforderung, ihre Lebenshaltung dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis anzugleichen. Wir sind nicht auf der Höhe der Zeit, denn wir stecken fest in einem Weltbild, das inzwischen jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Klarsicht und Offenheit in diesen Dingen werden heute allerdings weniger, wie zu Galileis und Newtons Zeiten, durch Denkverbote und Drohungen seitens autoritärer Instanzen blockiert. Es sind vielmehr unbewusst wirkende kollektive Gedankenformen, die uns beherrschen und einengen. Nur indem wir diese unsichtbaren Denkzwänge bloßlegen und indem wir zugleich die in sie eingeschmolzenen Irrtümer und Unstimmigkeiten aufzeigen, können wir, so die Autorin, zu jener geistigen Beweglichkeit gelangen, die unabdingbar ist für eine Bewältigung der gegenwärtigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Probleme. Der 2008 im Oneness-Center-Verlag erschienene Band mit dem unspektakulären Titel „anders denken lernen“ hat es in sich. Hier stellt sich eine philosophische Praktikerin der anspruchsvollen Aufgabe, die Verknöcherungen des Zeitgeistes mit den Werkzeugen der Naturwissenschaft kenntnisreich und zugleich allgemeinverständlich aufzulösen. Es ist vor allem die gängige Münze der Wissenschaftsgläubigkeit sowie der grassierende Materialismus moderner Gesellschaften, die Knapp als Fehlformen einer realistischen Welthaltung entlarvt. „Realistisch ist, was unserem Weltbild entspricht“, doch erweist sich dieses Weltbild als unstimmig und unzeitgemäß. Es stellt nur noch eine Denkroutine dar, deren innere Substanz durch das Voranschreiten der Wissenschaft seit langem ausgehöhlt wurde. Die stolzen Vertreter des Realismus und Pragmatismus präsentieren sich vor diesem Hintergrund als äußerst fragwürdige Problemlösungsstrategen, denn sie begegnen den aktuellen Krisensymptomen „mithilfe derselben Gedankenformen, die zur Entstehung der Probleme beigetragen haben.“ Ohne politische Positionierung beleuchtet Knapp den Sog der kollektiven Denksysteme z. B. im Blick auf die Fragen von Arbeitslosigkeit oder Konsumverhalten. Vermutlich hätte die aktuelle Finanzkrise der Autorin ein überzeugendes Demonstrationsobjekt für die Bodenlosigkeit und Weltfremdheit eines vermeintlichen Realismus geboten. Doch sind die Macher und Verwalter der Führungsetagen kaum die Zielgruppe dieses Bandes, auch wenn es schön wäre. Nur jenseits glatter Weltgewandtheit und Selbstsicherheit wird Knapps Aufforderung, ins Offene zu denken und ein angemesseneres Weltbild zu gestalten, ihre verdiente Leserschaft gewinnen. Dieser allerdings bietet sie - im Ton frei von aller intellektuellen Überheblichkeit - eine Vielzahl von Kenntnissen und Anregungen zur gedanklichen Erneuerung.

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