Orte eigener Vernunft

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Vorwort

Ad marginem:
Europäische Aufklärung jenseits der Zentren
Andreas Renner

Kritik, Krise und politische Impotenz:
Hispanische Aufklärungen in der alten und der neuen Welt
Antonio Sáez-Arance

"The standard of reason at length erected":
Die Aufklärung in Nordamerika
Michael Lenz

Von Fremdherrschaft und freiem Geist:
Die irische Aufklärung
Frank Wolff

Nordlichter der Vernunft
oder die Aufklärung in Skandinavien
Alexander Kraus

Sieg der Vernunft im Windschatten der Autokratie?
Aufklärung im Baltikum
Birte Kohtz

Russland:
Die Autokratie der Aufklärung
Andreas Renner

Von der Schaukel aufs Schafott:
Die polnische Aufklärung
Christoph Schmidt

Vernunftjudentum:
Die Figur des ostjüdischen Intellektuellen
und der Geist der Aufklärung
Alexis Hofmeister

In oriens lux :
Aufklärungstransfers ins Osmanische Reich
Roland Cvetkovski

Ausblick auf eine kopernikanische Wende:
Die Neuvermessung der Aufklärung
Alexander Kraus

Weiterführende Literatur

Register

Orte eigener Vernunft

Europäische Aufklärung jenseits der Zentren

Buch (Taschenbuch)

35,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.09.2008

Herausgeber

Alexander Kraus + weitere

Verlag

Campus

Seitenzahl

228

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.09.2008

Herausgeber

Verlag

Campus

Seitenzahl

228

Maße (L/B/H)

21,5/14,4/2 cm

Gewicht

317 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-38748-2

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Ad marginem: Europäische Aufklärung jenseits der Zentren
Andreas Renner

Das bekannteste Projekt der Aufklärung - die vom französischen Philosophen Diderot und dem Mathematiker d'Alembert herausgegebene Encyclopédie - verstand sich als neue Karte der Welt. Eine bessere Selbst-beschreibung lässt sich nur schwer für den doppelten Ehrgeiz dieser dominierenden Geistesströmung des 18. Jahrhunderts finden. Einerseits wollte man das ganze Wissen der Menschheit sammeln und umordnen, mehren und nutzbar machen. Andererseits ging es nicht nur darum, die Welt neu zu vermessen, sondern auch um das Ziel, den verwendeten Maß-stäben überall zur Geltung zu verhelfen. Es wird kaum überraschen, dass über die Justierung der Normen ein vielfältiger Dissens bestand; der war jedoch erwünscht, wenn nicht unvermeidlich. Denn die Aufklärung wollte gerade nicht von Gewissheiten ausgehen, sondern durch systematischen Zweifel ein neuartiges Wissen schaffen - ein Wissen, das jetzt prinzipiell als unendlich zu verstehen und säkular zu begründen war. Dahinter stand keine Charta aufgeklärter Grundsätze und Ziele, sondern ein verändertes Bild vom Menschen und seiner Welt als durch eigene Anstrengung erkennbar und perfektionierbar. So amorph dieses Programm der Aufklärung im Konkreten blieb, perspektivisch versprach sie, durch menschliche Verstandeskraft eine überlegene Selbst- und Naturbeherr-schung zu erreichen.

Doch als Maßstab für eine Weltkarte der Aufklärung sind solche Visio-nen praktischer Vernunft zu grob, weil sie nur zwischen aufgeklärt und aufzuklärend unterscheiden. Seit einiger Zeit werden deswegen gegen ältere Vorstellungen von einem einheitlichen Aufklärungskanon bzw. wenigen Grundvarianten die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen der Aufklärung stärker betont. Als habe man erst jetzt entdeckt, dass in einem Mutterland der Aufklärung über dieses Phänomen mit dem Begriff "les Lumières" seit jeher nur im Plural gesprochen wurde, stellt die gegen-wärtige Forschung die national und regional verschiedenen Ausprägungen von Aufklärung heraus. Auch diese geographischen Typen werden aller-dings längst nicht mehr als homogene Einheiten verstanden. Zu den Besonderheiten gehört, das betont inzwischen jede neuere Länderunter-suchung, die jeweilige Mischung von Aufklärungsvarianten. Inzwischen ist von einer katholischen Aufklärung ebenso selbstverständlich die Rede wie von einer protestantischen, von einer radikalen wie von einer obrigkeits-treuen, vom Fortschritt durch die Überzeugungskraft der Vernunft wie von dem vielfachen, vermeintlich irrationalen Widerstand, auf den die Aufklärer mit ihren Idealen stießen. Gerade geographische Fallstudien bestätigen ferner, dass Aufklärung mit unterschiedlichen Zielen vereinbar war; sie stand nicht nur für große Staatsreformen oder Bildungspolitik, sondern konnte zur gleichen Zeit ökonomische, medizinische oder Volks-aufklärung sein. Nichts war vor dem herrischen Anspruch der Vernunft sicher, und jeder, der konnte, sollte sich im Prinzip mit seinem Verstand an diesem Projekt beteiligen dürfen. Auch in diesem Band kann Aufklärung vieles bedeuten, aber muss nicht immer alles sein: Verfassungspläne in Nordamerika, Landreformen und das Verbot der Sklaverei in Dänemark oder die Gründung säkularer Schulen im jüdischen Bildungswesen.
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    Vorwort

    Ad marginem:
    Europäische Aufklärung jenseits der Zentren
    Andreas Renner

    Kritik, Krise und politische Impotenz:
    Hispanische Aufklärungen in der alten und der neuen Welt
    Antonio Sáez-Arance

    "The standard of reason at length erected":
    Die Aufklärung in Nordamerika
    Michael Lenz

    Von Fremdherrschaft und freiem Geist:
    Die irische Aufklärung
    Frank Wolff

    Nordlichter der Vernunft
    oder die Aufklärung in Skandinavien
    Alexander Kraus

    Sieg der Vernunft im Windschatten der Autokratie?
    Aufklärung im Baltikum
    Birte Kohtz

    Russland:
    Die Autokratie der Aufklärung
    Andreas Renner

    Von der Schaukel aufs Schafott:
    Die polnische Aufklärung
    Christoph Schmidt

    Vernunftjudentum:
    Die Figur des ostjüdischen Intellektuellen
    und der Geist der Aufklärung
    Alexis Hofmeister

    In oriens lux :
    Aufklärungstransfers ins Osmanische Reich
    Roland Cvetkovski

    Ausblick auf eine kopernikanische Wende:
    Die Neuvermessung der Aufklärung
    Alexander Kraus

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