Rezension
Im allgemeinen Veröffentlichungsboom zum Gedenkjahr 2008 widmet sich wenigstens ein Buch dem Widerstand hinter dem Stacheldraht. Geschrieben hat es der Historiker und DDR-Kenner Stefan Wolle. Im "Traum von der Revolte" wird viel über das Leben damals in der DDR berichtet, von der neuen Jugendkultur, die keine Mauern kannte, und der großen Hoffnung auf einen dauerhaften "Prager Frühling". Der SPIEGEL Zu 68 gehört eben auch die DDR. Wer sich ein vollständiges Bild dieser Zeit des Aufbegehrens machen will, kommt an Stefan Wolles Buch nicht vorbei. Das Parlament Eine Gesamtdarstellung des Jahres 1968 in der DDR gab es bisher nicht. Es ist verdienstvoll, dass sich der Historiker Stefan Wolle mit seinem Buch "Der Traum von der Revolte" die Arbeit gemacht hat, aus Archivdokumenten, Teilanalysen und Zeitzeugenberichten eine Chronik der Ereignisse zusammenzustellen, die mehr als das ist. Er erzählt mitten aus der Menge und mit Empathie die Geschichte eines Jahres in der DDR, in dessen Mitte der Traum eines demokratischen Sozialismus erstickt wurde. Annett Gröschner, Freitag Stefan Wolles "Traum von der Revolte" ist faktenreich und gleichzeitig spannend zu lesen. Mit dichten Beschreibungen von Mentalitäten und Millieus schafft er es, die Brücke zu schlagen in die 60er Jahre. Aus seinem Stoff entwickelt er zudem eine spannende These: Die West-68er wollten die Revolution und bekamen Reformen. Die Ost-68er wollten Reformen und bekamen stattdessen 21 Jahre später die Revolution. Patric Seibel, NDR Info Mit dem Buch "Der Traum von der Revolte" gelang Wolle im Frühjahr 2008 ein leiser Bestseller auf dem Sachbuchmarkt: die ostdeutsche Biografie des Jahres 1968, eingefasst von den Privaterinnerungen des Autors. Aber Wolle erörtert noch viel mehr: Kultur-, Gesellschafts- und Wissenschaftshistorisches und das jeweils gern im sinnfälligen Detail. Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung Wolles Fähigkeit, die eigene Erinnerung und die Quellen, Alltags-, Ideen- und Strukturgeschichte in der sorgfältig komponierten Studie zusammenfließen zu lassen, ist einfach bestechend. Das Buch liest sich - bei aller Präzision und Zuverlässigkeit - wie ein guter Roman. Zeitschrift für Politikwissenschaft