Lois ist Krankenpfleger, ein Beruf mit einem gewissen Anstand. Er weiß, wie es ist, in der Obhut von Menschen zu sein, die einem nur Gutes wollen: Er ist in einem Heim aufgewachsen, ohne Eltern, hinter den sieben Bergen, wo es nicht gerade zugeht wie im Märchen. Heimisch ist er freilich nicht geworden in der Welt, und auch in Wien fühlt er sich nicht recht wohl in seiner Haut: Haarige Ungeheuer bevölkern die Mariahilferstraße, Ameisen bauen unter der Erde an einer Megacity, während die Stadt darüber sich regt wie ein schlafender Riese, und Kristina, seine Nachbarin, die will etwas von ihm und wollte jedenfalls immer schon Pathologin werden. Eines Tages entdeckt Lois Wanderheuschrecken auf dem Fensterbrett, kleine, zerbrechliche Monster, die der Wind in eine fremde Welt verschlagen hat – wie ihn selbst auch. Nun, was fliegen kann, ist noch kein Engel und auch noch kein Superman. Wie schon in „stillborn“, seinem als „fulminant“, „virtuos“ und „sprachlich überwältigend“ gefeierten Roman-Debüt, entfaltet Michael Stavaric auch in seinem zweiten Roman das beeindruckende Porträt einer Figur, die sich mit all ihren Eigenheiten gegen die Uneinheimlichkeit der Welt wappnet.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Désirée Hasler
aus Schönbühl
5/5
27.07.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Es gibt keine Monster"
Lois, zeitlebens ein Einzelgänger wuchs in einem Heim auf und wird Krankenpfleger. Er kämpft mit sich sich selbst und seinem Umfeld, ist etwas in sich verschlossen, fühlt sich nicht recht wohl in seiner Haut. Kristina, seine Nachbarin versucht, ihn aus seiner Reserve zu lotsen.
Indessen entdeckt Lois Wanderheuschrecken auf seinem Fensterbrett, kleine Monster in einer so fremden Welt. Dabei gibt es doch gar keine Monster?
Dieser Roman von Stavaric ist beklemmend, verstörend und spannend bis zum letzten Punkt. Er schafft es, immer wieder neu, den Leser zu packen, an sein Buch zu fesseln und lässt einen erst auf der letzten Seite wieder frei.
Wortakrobat und Sprachkünstler!
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