Produktbild: In der Welt der Sprache
Band 1844

In der Welt der Sprache Konsequenzen des semantischen Holismus

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.03.2008

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

332

Maße (L/B/H)

1,8/10,8/17,7 cm

Gewicht

198 g

Auflage

1 Auflage Originalausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29444-4

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.03.2008

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

332

Maße (L/B/H)

1,8/10,8/17,7 cm

Gewicht

198 g

Auflage

1 Auflage Originalausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29444-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE
info@suhrkamp.de

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  • Zitronenblau

    4/5

    18.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Postformalistischer semantischer Holismus

    Bertram et al verschaffen uns mit dem vorliegenden Buch einen Überblick zur strukturalistischen bzw. neostrukturalistischen Sprachphilosophie. Der Holismus bedeutet, dass die Elemente (z.B. von Zeichen innerhalb semiotischer Systeme, also auch Sprache) durch ihre Strukturbeziehungen vollständig determiniert sind. Sich Bedeutung - wie die eines Satzes - nur aus der Relation zu anderen ergeben kann. Das klingt soweit recht einfach und annehmbar. Problematisch wird, wie sich Sprache (Begriffe) und Bedeutung konstituieren. Bertram et al reißen die wensentlichen Theoriegebäude ab, um in die Problematik der Sprache einzuführen. U.a. begegnet der Leser dem semantischen Strukturalismus von Saussure (Signifikant-Signifikat, parole-langue), der Dynamisierung sprachlicher Strukturen von R. Jakobson (Sprache als "System von Systemen"), der Algebra der Sprache von Hjelmslev, dem formalistischen semantischen Holismus (welt-unabhängiges Sprachsystem), dem semantisch-holistischen Postformalismus (Welthaltigkeit der Sprache) - hier treten auch die wirklich interessanten Theorien auf, nämlich die der Wahrnehmnung, die m.E. mit der Sprache zusammengedacht werden muss (die Autoren nehmen Bezug auf Merleau-Ponty ["être au monde] und seiner Semantikkonstitution in der Artikulation von Wahrnehmungskorrelationen, auch auf Derrida [Zeichen als Spuren von Gegegnständen], auf Davidsons Triangulation und endlich auf McDowells "Geist und Welt" - Erfahrung sei ein irreduzibles Moment der Explikation der menschlichen Weltoffenheit). Was ist festzuhalten? Postformalismus versteht Sprache nicht als autonome Entität (wenn ich es richtig verstanden habe) außerhalb der Welt, sondern sieht den begrifflichen Gehalt durch Beziehungen der Sprache ZUR WELT konstituiert. Somit soll zum einen einer naturalistischen Reduktion ausgewichen werden, die versucht, das Phänomen der Sprache "materialistisch" ein einem In-der-Welt-Sein zu bestimmen, zum anderen aber auch einem idealistischen Reduktionismus, der Sprache als "idelle Entität" des Geistes (was "naturgemäß" ein Widerspruch wäre) begreifen will. Ich erkenne eine Art Dualisms: der Zugang der Welt ist durch die Sprache gegeben, die ihrerseits die Welt als erfahrbaren Zugang "bedeutet" in einem dynamisch-interdependenten Modell aus Welt-Wahrnehmung und Geist, der das Paradoxon von Semantik trotz Anwesenheit oder Abwesenheit von Welt einhergehen lässt. Abschließend noch eine Bemerkung zu Derrida. Seine sprachphilosophischen Errungenschaften in allen Ehren, aber 1. erscheint mir hier wieder eine Entfernung von der Welt stattzufinden, denn Aussgen wie "Différance lässt sich somit als eine Kraft (?) verstehen, die für die differentiellen Beziehungen, in denen Zeichen als gebrauchte Zeichengegenstände zueinander stehen, konstituiv sind" sind mehr verwirrend als erhellend, und 2. wird seine Dekonstruktion in der Exegese von Texten all zu oft methodisch (was natürlich nicht ganz richtig ist) angewendet, somit der Hermeneutik ein Schnippchen geschlagen, die den Text - losgelöst von Verfasser, geschichtlicher Einordnung etc. - entsinnt, als würde es Sinn machen in der Dichtung, deren Aufgabe es auch ist, das Spiel mit den Wörtern zu ästhetischen Verknüpfungen zu treiben, deren Unsinn oder Bedeutungsfrage zu evozieren, wobei ich glaube, dass Derridas Dekonstruktionsbegriff - semantischerweise - missdeutet ist. Das Buch ist freilich sehr empfehlenswert, nicht zuletzt auch als eine aktuelle Zusammenfassung der Sprache als holistisches Phänomen.

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  • Produktbild: In der Welt der Sprache

  • Teil I: Formalistischer Holismus



    Holismus in der frühen analytischen Philosophie:



    1.1 Der holistische Grundgedanke der impliziten Definition



    1.2 David Hilberts Begriff der impliziten Definition



    1.2.1 Hilberts Begriff der impliziten Definition



    1.2.2 Implizite Definition und semantischer Holismus



    1.2.3 Unbestimmtheit und Anwendung implizit definierter Begriffe



    1.3 Der Gedanke der impliziten Definition bei Moritz Schlick



    1.3.1 Implizite und konkrete Definition



    1.3.2 Form und Inhalt



    1.3.3 Bedeutung und Verifikation



    1.4 Implizite Definition als Grundbegriff einer inferentiali-stischen Bedeutungstheorie bei Wilfrid Sellars



    1.4.1 Implizite Definition und inferentieller Gehalt



    1.4.2 Sprache als Spiel



    1.4.3 Syntax als Semantik



    Holismus im Strukturalismus:



    2.1 Der strukturalistische Grundgedanke: Identität als sprachlicher Wert



    2.1.1 Der doppelte Bruch mit dem Positivismus



    2.1.2 System, Wert und Differenz



    2.1.3 Zweiseitigkeit des Sprachzeichens



    2.2 Die Abstraktion sprachlicher Strukturen bei Ferdinand de Saussure



    2.2.1 Langue und parole



    2.2.2 Form und Substanz



    2.2.3 Saussures Ambivalenz



    2.3 Die Dynamisierung sprachlicher Strukturen bei Roman Jakobson



    2.3.1 Zur Trennung von Diachronie und Synchronie



    2.3.2 Die funktionale Konstitution sprachlicher Strukturen



    2.3.3 Funktion und Signifikanz in sprachlichen Strukturen



    2.4 Die Formalisierung sprachlicher Strukturen bei Louis Hjelmslev



    2.4.1 Algebra der Sprache



    2.4.2 Inhaltsform und Ausdrucksform



    2.4.3 Die Aporie der Materie



    Teil II: Postformalistischer Holismus



    Die Welthaltigkeit der Sprache:



    4.1 Die Genese des postformalistischen Holismus



    4.2 Der Grundgedanke



    4.3 Die Auflösung der Probleme des Formalismus



    4.4 Der Holismus im postformalistischen Holismus



    Maurice Merleau-Ponty: Die Dynamizität sprachlicher Bedeutung und die veränderlichen Strukturen der Wahrnehmung:



    5.1 Die sprechende Sprache



    5.1.1 Ausdruckverhalten nach dem Paradigma der körperlichen Geste



    5.1.2 Das Hirngespinst einer reinen Sprache



    5.1.3 Ausdruck in der Kunst



    5.2 Die Entwicklung der leiblichen Sinnlichkeit und die Konstitution sprachlicher Artikulation



    5.2.1 Die Entstehung und Entwicklung der Wahrnehmung



    5.2.2 Die Entstehung und Entwicklung des Ausdrucks



    5.2.3 Die Dynamizität der Wahrnehmung und des sprachlichen Ausdrucks



    5.3 Die Wahrnehmungshaltigkeit des Sprachlichen



    Jacques Derrida: Die offene Struktur von Zeichen und Gegenständen:



    6.1 Probleme des traditionellen Zeichenbegriffs



    6.1.1 Anwesenheit von Gegenständen



    6.1.2 Autonomie von Zeichen



    6.2 Zeichengegenstände und Struktur



    6.2.1 Spuren als Spuren von Spuren



    6.2.2 Différance als Grundbegriff der Beziehungen zwischen Zeichen



    6.2.3 Die strukturale Idealität von Spuren



    6.2.4 Wiederholung, Veränderung und Intersubjektivität



    6.3 Der Zusammenhang von Zeichen und nichtzeichenartigen Gegenständen



    6.3.1 Die Gleichursprünglichkeit von Zeichengegenständen und nichtzeichenartigen Gegenständen



    6.3.2 Beziehungen nichtzeichenartiger Gegenstände



    6.3.3 Der konstitutive Zusammenhang von Zeichengegenständen und nichtzeichenartigen Gegenständen



    6.3.4 Umfassende Praktiken mit nichtzeichenartigen Gegenständen und Praxis als Spiel



    6.4 Derridas Semantik sprachlicher Zeichen



    Donald Davidson: Perspektivischer Externalismus:



    7.1 Radikale Interpretation



    7.2 Triangulation



    7.3 Perspektivischer holistischer Externalismus



    7.4 Die Individualität und Dynamizität sprachlicher Praxis



    7.5 Postformalistischer Holismus und Reduktionismus



    John McDowell: Weltoffenheit und Erfahrung:



    8.1 Formalismus und Cartesianismus



    8.2 Interpretation, Externalismus und Gehalt de re



    8.3 Demonstrativer Gehalt und die Unbegrenztheit des Begrifflichen



    8.4 Begriffliche Sinnlichkeit



    8.5 Sinnliche Begriffe



    8.6 Zweite Natur



    Schlussbetrachtung:



    9.1 Welt



    9.2 Praxis



    9.3 Wahrnehmung



    9.4 Philosophie