Produktbild: Die Akte Europa

Die Akte Europa Eine Utopie geht verloren. Essay

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2007

Verlag

Wieser Verlag

Seitenzahl

172

Maße (L/B/H)

21,9/12,9/1,7 cm

Gewicht

300 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85129-688-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2007

Verlag

Wieser Verlag

Seitenzahl

172

Maße (L/B/H)

21,9/12,9/1,7 cm

Gewicht

300 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85129-688-4

Herstelleradresse

Wieser Verlag GmbH
8.Mai-Str. 11
9020 Klagenfurt / Celovec
Österreich
Email: office@wieser-verlag.com
Url: www.wieser-verlag.com
Fax: +43 463 37635

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Eine etwas andere EU-Kritik

Mario Pf. aus Oberösterreich am 23.05.2008

Bewertungsnummer: 582126

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es sind schon viele Bücher über die Europäische Union geschrieben worden und fast ausnahmslos nähern sich diese kritisch ihrer Thematik an, so auch "Die Akte Europa - Eine Utopie geht verloren". Mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2007 ausgezeichnet hebt sich dieses Buch allerdings auf sehr unerwartete Weise von der Masse ab, schon allein weil es nicht als Sachbuch sondern Essay zu betrachten ist. Autorin Dr. Ditha Brickwell, die heute als freie Schriftstellerin in Berlin und Wien lebt, war einst selbst Expertin für Regionale Entwicklung in Brüssel und Berlin, wobei sie auch heute noch als Beraterin für internationale Organisationen und vor allem die EU-Kommission arbeitet. Die durch ihre eigenen Erfahrungen erworbene Sachkenntnis der Autorin merkt man ihrem Werk eindeutig an. Durch die leicht autobiografisch gewählte Perspektive einer Erzählerin, die über Vermittlung eines Pariser Freundes die Amerikanerin Lea Silberstein aus Brooklyn zur Assistentin bestellt bekam, wird der Leser in einen Diskurs über die Europäische Union und Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts geführt. Es ist Lea, die Europa aus der sicht einer Außenstehenden wahrnimmt und für die sich die Experten Zeit nehmen, ihr die Welt oder in diesem Fall das vereinigte Europa zu erklären. Sie übernimmt dabei die Rolle der Fragenstellerin, die bei den großen Themen auch nachhakt und so manches Totschlägerargument nicht einfach so hinnimmt. Während Lea die Autorin auf ihren Reisen im Auftrag der Union quer durch Europa begleitet, folgt sie indes einer eigenen geheimnisvollen Mission, deren Bedeutung erst am Ende aller Diskussionen geklärt wird. Über die unerfreulichen Seiten der EU-Politik wird gerne polemisiert, so etwa die Normierungen und dadurch geschaffene Vormachtstellung der großen Konzerne, die den Versprechungen einer Förderung des Mittelstandes und kleinerer bis mittlerer Betriebe diametral entgegengesetzt ist: "Nein, die europäische List ist: Wir behaupten mit Worten und Modellprojekten die Kleinen zu schützen, wir ebnen mit Taten und Großprojekten den Weg für die Großen. Damit sind beide zufrieden. Weil aber die Großen die Konzentration vorantreiben, setzen sie die Menschen in Kohorten zu Tausenden frei." (S. 16) Doch die die wahre Crux liegt in den Zahlen, mit welchen jongliert wird und deren Auswertung mit einzigartiger emotionsloser Logik Maßnahmen wie Personalabbau und Standortverlegungen erzwingt. Als Elitenprojekt steckt die EU in einer Krise, was fehlen sind Visionen und eine gemeinsame Identität, auch wenn die bürokratische und wirtschaftliche Einheit immer weiter fortzuschreiten beginnt. Für den einfachen Bürger bleibt wenig, was er sich schön reden kann. Eine Akte Europa könnte eine Lösung auf all das sein, eine Vision und doch gut durchdachte umsetzbare Lösung. Schlussendlich bleibt die Vision ein schwer fassbarer Mythos, als heiliger Gral der europäischen Einigung. "Die Akte Europa" lässt das System selbst zu Wort kommen, doch sind die Bürokraten zugleich selbst Kritiker dessen was sie dienen. Fazit: "Die Akte Europa" ist eine aufschlussreiche, sprachlich eindrucksvolle und unkonventionelle Herangehensweise an dieses große und reizvolle Thema unserer Zeit, in dem sich das Dilemma des 21. Jahrhunderts herauszukristallisieren scheint.

Eine etwas andere EU-Kritik

Mario Pf. aus Oberösterreich am 23.05.2008
Bewertungsnummer: 582126
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es sind schon viele Bücher über die Europäische Union geschrieben worden und fast ausnahmslos nähern sich diese kritisch ihrer Thematik an, so auch "Die Akte Europa - Eine Utopie geht verloren". Mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2007 ausgezeichnet hebt sich dieses Buch allerdings auf sehr unerwartete Weise von der Masse ab, schon allein weil es nicht als Sachbuch sondern Essay zu betrachten ist. Autorin Dr. Ditha Brickwell, die heute als freie Schriftstellerin in Berlin und Wien lebt, war einst selbst Expertin für Regionale Entwicklung in Brüssel und Berlin, wobei sie auch heute noch als Beraterin für internationale Organisationen und vor allem die EU-Kommission arbeitet. Die durch ihre eigenen Erfahrungen erworbene Sachkenntnis der Autorin merkt man ihrem Werk eindeutig an. Durch die leicht autobiografisch gewählte Perspektive einer Erzählerin, die über Vermittlung eines Pariser Freundes die Amerikanerin Lea Silberstein aus Brooklyn zur Assistentin bestellt bekam, wird der Leser in einen Diskurs über die Europäische Union und Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts geführt. Es ist Lea, die Europa aus der sicht einer Außenstehenden wahrnimmt und für die sich die Experten Zeit nehmen, ihr die Welt oder in diesem Fall das vereinigte Europa zu erklären. Sie übernimmt dabei die Rolle der Fragenstellerin, die bei den großen Themen auch nachhakt und so manches Totschlägerargument nicht einfach so hinnimmt. Während Lea die Autorin auf ihren Reisen im Auftrag der Union quer durch Europa begleitet, folgt sie indes einer eigenen geheimnisvollen Mission, deren Bedeutung erst am Ende aller Diskussionen geklärt wird. Über die unerfreulichen Seiten der EU-Politik wird gerne polemisiert, so etwa die Normierungen und dadurch geschaffene Vormachtstellung der großen Konzerne, die den Versprechungen einer Förderung des Mittelstandes und kleinerer bis mittlerer Betriebe diametral entgegengesetzt ist: "Nein, die europäische List ist: Wir behaupten mit Worten und Modellprojekten die Kleinen zu schützen, wir ebnen mit Taten und Großprojekten den Weg für die Großen. Damit sind beide zufrieden. Weil aber die Großen die Konzentration vorantreiben, setzen sie die Menschen in Kohorten zu Tausenden frei." (S. 16) Doch die die wahre Crux liegt in den Zahlen, mit welchen jongliert wird und deren Auswertung mit einzigartiger emotionsloser Logik Maßnahmen wie Personalabbau und Standortverlegungen erzwingt. Als Elitenprojekt steckt die EU in einer Krise, was fehlen sind Visionen und eine gemeinsame Identität, auch wenn die bürokratische und wirtschaftliche Einheit immer weiter fortzuschreiten beginnt. Für den einfachen Bürger bleibt wenig, was er sich schön reden kann. Eine Akte Europa könnte eine Lösung auf all das sein, eine Vision und doch gut durchdachte umsetzbare Lösung. Schlussendlich bleibt die Vision ein schwer fassbarer Mythos, als heiliger Gral der europäischen Einigung. "Die Akte Europa" lässt das System selbst zu Wort kommen, doch sind die Bürokraten zugleich selbst Kritiker dessen was sie dienen. Fazit: "Die Akte Europa" ist eine aufschlussreiche, sprachlich eindrucksvolle und unkonventionelle Herangehensweise an dieses große und reizvolle Thema unserer Zeit, in dem sich das Dilemma des 21. Jahrhunderts herauszukristallisieren scheint.

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von Ditha Brickwell

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