Produktbild: Die Vorbereitung des Romans
Band 2529

Die Vorbereitung des Romans Vorlesung am Collège de France 1978-1979 und 1979-1980

Aus der Reihe edition suhrkamp
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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

49080

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.04.2008

Herausgeber

Éric Marty

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

569

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/3 cm

Gewicht

339 g

Farbe

Grasgrün

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

La Préparation du roman I et II. Notes de cours et de séminaires au Collège de France, 1978-1979 et 1979-1980

Übersetzt von

Horst Brühmann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12529-8

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

49080

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.04.2008

Herausgeber

Éric Marty

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

569

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/3 cm

Gewicht

339 g

Farbe

Grasgrün

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

La Préparation du roman I et II. Notes de cours et de séminaires au Collège de France, 1978-1979 et 1979-1980

Übersetzt von

Horst Brühmann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12529-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Zitronenblau

    4/5

    27.10.2012

    Buch (Taschenbuch)

    Schriftsteller = der Mensch des Zwischenraums

    Roland Barthes Vorlesungsband gehört ungefähr zur Romantheorie: besser zu einer Roman-Praxis. Schon in der ersten Sitzung nennt er eine conditio sine qua non des Romanschreibens: „Dieses Prinzip ist ein allgemeiner Grundsatz: Das Unerträgliche ist die Verdrängung des Subjekts – welche Risiken die Subjektivität auch enthalten mag.“ Schon allein dieser Satz macht eine Tür zu einem Diskurs auf, den wir hier aber nicht vertiefen werden. Nur soviel sei gesagt, dass Barthes im Subjekt die Möglichkeit des Imaginierens verankert: Ort der Phantasie, folgerecht meint er: „Was ich Roman nenne, ist also – vorläufig – ein Phantasieobjekt, das nicht Gegenstand irgendeiner (wissenschaftlichen, historischen, sozilogischen) Metasprache sein will.“ Der Franzose wird nun aber erst einmal nicht weiter auf den Roman als solchen eingehen, sondern das Haiko heranziehen – daher irritiert der Titel des Buches natürlich auf den ersten Blick. Doch abgesehen von der Analyse des Haikos geht es Barthes um einen zentralen Aspekt: die Imago bzw. das Bild: die Plötzlichkeit des Festhaltens (vgl. Photographie) aber (um es poetisch auszudrücken) geschwängert vom Zauber der Klarheit (der Erkenntnis), dass etwas... Daher wundert es nicht im Geringsten, dass Barthes in einer Schlusssitzung „Das Notierenswerte“ überführt in „Das Leben in der Form des Satzes“ unter Einbeziehung der aquinatischen Quidditas (Washeit, dass etwas...), das Epiphanische, Affekthafte. „Das Erscheinen der Aufzeichnung ist das Auftauchen eines Satzes > Trieb, Genießen des Notierens > Genuß daran, einen Satz hervorzubringen.“ Ein starkes Signal ist, dass er den Schreiber auch als Leser sieht (s. 3 Arten der Lust: Volupia, Pothos, Schreiblust). Hier nun vermisst der Franzose den Raum des Schreibens und illuminiert die konstitutiven Bereiche: Umgebung, Tageszeit und der Schreibtisch als Lebensmittelpunkt, Nahrung, Krankheit (vielleicht auch als Motiv?), Familie bzw. Liebe und Tod des Autors, Praxis des Schreibens und Askese, Formen des Schreibens (s. u. das totale Buch), Blockaden. Auch der Roman selber wird nun ins Licht gezogen, jedoch mit keinem niedrigeren Anspruch als das Schreiben des so g. Totalen Buches (Projekt Mallarmés), woraufhin ich nur sagen kann: lese den Joyceschen „Finnegans Wake“ oder aber den Versuch der novela total „La casa verde“ (Das grüne Haus) von Mario Vargas Llosa. An dieser Stelle muss man Barthes allerdings eine leicht pseudoprofessorable Haltung zuweisen, nämlich dort, wo er besonders auf Mallarmés „Nichts“ eingeht und schreibt: „siehe dazu die Rolle Hegels in seinem Denken“ – das voraussetzt diesen Großmeister allen Denkens wenigstens stellenweise studiert zu haben, da kann man nicht einfach mal so „dazu sehen...“! Ferner geht Barthes auf diesen „Drang“ ein. „Man arbeitet an dem Werk wie ein Besessener, um es zu beenden – sobald es fertig ist, beginnt man ein anderes, unter den gleichen trügerischen Bedingungen [...].“ Und es kristallisiert sich am Ende Barthes existenzialistische Einstellung zum Schreiben heraus: „[...] was ich unter ‚Vorbereitung des Romans’ verstehe: nämlich den Roman als Werk der Liebe, als Werk, mit dem man eine gewisse Liebe zur Welt ausdrückt.“

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