Herrschaftsstrukturen und Herrschaftspraxis

Inhaltsverzeichnis

Anne Kolb: Einführung Der Kaiser: Ziele und Strategien der Politik Elio Lo Cascio: The finances of the Roman Empire: Budgetary policy Boudewijn Sirks: The food distributions in Rome and Constantinople: Imperial power and continuity Lukas de Blois: Administrative strategies of the Emperor Severus Alexander and his advisers J. E. Lendon: The legitimacy of the Roman Emperor: Against Weberian legitimacy and imperial "strategies of legitimation" II. Prinzipien staatlichen Handelns: Ämter, Amtsträger und Status Werner Eck: Der Kaiser und seine Ratgeber: Überlegungen zum inneren Zusammenhang von amici, comites und consiliarii am römischen Kaiserhof Michael Peachin: Frontinus and the creation of a new administrative office Christer Bruun: Der Kaiser und die stadtrömischen curae: Geschichte und Bedeutung Benet Salway: Equestrian prefects and the award of senatorial honours from the Severans to Constantine Detlef Liebs: Reichskummerkasten. Die Arbeit der kaiserlichen Libellkanzlei Rudolf Haensch: Von den Augusti liberti zu den Caesariani III. Der Provinzgouverneur: Kommunikation, Interaktion und Administration Elisabeth Meyer: The justice of the Roman governor and the performance of prestige Christina Kokkinia: The governor's boot and the city's politicians. Greek communities and Rome's representatives under the Empire Andrea Jördens: Der praefectus Aegypti und die Städte Michael Rathmann: Der Statthalter und die Verwaltung der Reichsstraßen in der Kaiserzeit IV. Die Armee: Rolle und Aufgaben in der Provinzialverwaltung Michael A. Speidel: Militia. Zu Sprachgebrauch und Militarisierung in der kaiserzeitlichen Verwaltung Jocelyne Nelis-Clément: Les stationes comme espace et transmission du pouvoir Bernhard Palme: Zivile Aufgaben der Armee im kaiserzeitlichen Ägypten

Herrschaftsstrukturen und Herrschaftspraxis

Konzepte, Prinzipien und Strategien der Administration im römischen Kaiserreich

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Beschreibung

Die Beiträge des Bandes wollen anhand konkreter Fallbeispiele die grundlegenden Konzepte, Prinzipien und Verfahrensweisen der römischen Herrschaftsorganisation und Administration bzw. deren Schwächen herausarbeiten. Der Fokus liegt zunächst auf Zielen und Strategien der kaiserlichen Politik, wobei die Beiträge Zielsetzung und konkretes Vorgehen der Kaiser für einzelne Bereiche der Innenpolitik beleuchten. Im Anschluss thematisieren die folgenden Studien die Prinzipien staatlichen Handelns; d.h., beleuchtet werden die konkreten Funktionen der Führungsschichten in der Reichs-administration, verschiedene Funktionsträger sowie deren rechtlicher und sozio-politischer Status. Der nächste Teil fokussiert mit dem Amt des Provinzgouverneurs das wichtigste Organ der Provinzialverwaltung. Dabei untersuchen die Beiträge Aufgaben und Arbeitsweise des Statthalters sowie dessen Interaktion mit den Repräsentanten der provinzialen Gemeinden. Den Abschluss bildet die Betrachtung der Rolle und Aufgaben des römischen Heeres, der größten Personalressource des römischen Staates im Rahmen der Provinzialadministration.

"Der Sammelband bietet interessante Einblicke in Forschungsschwerpunkte zur römischen Kaiserzeit." H.S. in: Geschichte und Poltik in der Schule, 44 (2007) "L'ouvrage se termine par environ 25 pages de bibliographie et 20 pages d'index des sources. Ces dernières additions confirment le caractère éminemment sérieux de ce travail." Yann Le Boheg in: Revue des Etudes Latines, 85 (2007) "So bereichert das Buch die Altertumswissenschaft gerade auf dem wichtigen Feld der provinzialen Administration um weiterführende Studien, schon allein derentwegen jeder einschlägig Forschende es mit Gewinn zur Hand nehmen wird. Sorgfältig editiert, mit gründlichem Register und Quellenverzeichnis, ist der Tagungsband ein nützliches Werkzeug für alle an der Epoche Interessierten." Michael Sommer in: ZfG - Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 12/ 2008 "Insgesamt handelt es sich [...] um einen gewichtigen Band, der eine große inhaltliche Geschlossenheit aufweist und Beiträge von hoher Qualität zusammengeführt hat. Die weitere Forschung wird davon erheblich profitieren." Martin Jehne in: Das Historisch-Politische Buch, 57 (2009) 1 "[...] cet ouvrage, dont ne sauraient désormais se passer les spécialistes de l'administration romaine. On y trouve en effet d'utiles mises au point et d'intéressantes réfelxions sur divers aspects et problématiques de l'administrations romaine d'époque impériale." Anne Daguet-Gagey in: L'Antiqiuté Classique

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.12.2006

Herausgeber

Anne Kolb

Verlag

De Gruyter

Seitenzahl

380

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.12.2006

Herausgeber

Anne Kolb

Verlag

De Gruyter

Seitenzahl

380

Maße (L/B/H)

24,6/17,5/2,6 cm

Gewicht

760 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch, Englisch, Französisch

ISBN

978-3-05-004149-0

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Militia - Zu Sprachgebrauch und Militarisierung in der kaiserzeitlichen Verwaltung. (S. 263-264)

Michael Alexander Speidel

In der römischen Provinzverwaltung der Kaiserzeit wurden als Unterpersonal neben kaiserlichen Sklaven und Freigelassenen sowie einer kleinen Gruppe von apparitore bekanntlich vor allem Soldaten des römischen Heeres eingesetzt. Römische Soldaten dienten somit, außer in ihrem eigentlichen Aufgabenbereich, dem engeren und im modernen Sinne militärischen, etwa in den Stäben der Statthalter und der Prokuratoren, wurden zum Polizei- und Wachdienst eingesetzt, als Bautrupps für die Erstellung und den Unterhalt großer Infrastrukturanlagen des militärischen Nachschubs aber gelegentlich auch rein ziviler Anlagen, dann auch für die reichsweite Nachrichtenübermittlung, den Grenzdienst usw. Allein schon der Mangel an anderem staatlichen Personal, auf das die Kaiser im gleichen Umfang und unmittelbar hätten zurückgreifen können führte dazu, daß es immer wieder Soldaten waren, mit deren Hilfe Rom in seinen Provinzen auf die vielfältigste Weise direkt wirken konnte.

Damit trugen die Soldaten und Of.ziere des römischen Heeres einen bedeutenden Beitrag zu den Aufgaben der Verwaltung und der strukturellen Entwicklung des Reiches bei. Es ist da große Verdienst von Hans Zwicky, dieser Erscheinung und ihrer Entwicklung seine Zürcher Dissertation vom Jahre 1944 gewidmet zu haben.2 In dieser Arbeit urteilte Hans Zwicky u.a., daß die zunehmende Zahl von Soldaten als Unterpersonal in der römischen Provinzverwaltung dazu geführt habe, "daß auch diese Schicht kaiserlicher Beamter mehr und mehr militärisch organisiert wurde, eine Regelung, die unter Diokletian endgültig durchdrang."

Dies führt zur Frage nach der "Militarisierung" der römischen Verwaltung, ja gar der ganzen Gesellschaft des Römischen Reiches, die oft aufgegriffen wurde und die es deshalb auch imZusammenhang mit der Frage nach demWesen und dem Charakter der römischen Administration der Kaiserzeit verdient angesprochen zu werden. Die "Militarisierung" zeige sich nicht zuletzt auch am Gebrauch der Begriffe militia , milite , militar usw. in Zusammenhang mit der zivilen Verwaltung der Spätantike. Dieser gewandelte Gebrauch des Begriffs sei – so etwa Ramsey MacMullen – "highly signi.cant" und unzweifelhafter Ausdruck einer "Militarisierung" der Verwaltung, die im Verlaufe den späteren Jahrhunderts n.Chr. eingesetzt habe.

Für den Einsatz von Soldaten zu zivilen Zwecken in der Provinzverwaltung läßt sich im wesentlichen folgende Entwicklung feststellen: Während bereits zur Zeit der Republik gelegentlich Soldaten vom Statthalter, d.h. dem gleichzeitigen Heereskommandeur, bei admi nistrativen Handlungen beigezogen wurden, entwickelte sich während der Kaiserzeit das militärische Personal im Bereich der Provinzenverwaltung zur dauerhaften Einrichtung, zunächst vor allem in den Provinzen des Kaisers und möglicherweise erst im 3. Jahrhundert in den provinciae populi Romani. Vielleicht schon unter den Antoninen, jedenfalls aber seit den severischen Kaisern soll dann – so etwa Hirschfeld, Rostovtzeff, Zwicky, MacMullen und andere – eine eigentliche "Militarisierung" der Provinzverwaltung vor allem auch auf der Ebene des subalternen Personals stattgefunden haben.

Ein neuer Höhepunkt dieser Entwicklung prägte schließlich das vierte Jahrhundert, als der Soldatenstatus des freien Personals in subalternen Stellungen der zivilen Verwaltung festgeschrieben, jedoch von der Verp .ichtung an allfälligen militärischen Kampfhandlungen teilzunehmen
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