Unangefochten umspannt der Kapitalismus den Globus, doch geht er mit seinen Bewohnern unterschiedlich um: Während anderthalb Milliarden Globalisierungsgewinner eine Komfortzone bewohnen, einen »Weltinnenraum«, dessen Grenzen unsichtbar, aber hart und abweisend sind wie die Wände des Londoner Kristallpalastes, dem Ort der ersten Weltausstellung 1851, steht die doppelte Zahl von Menschen ausgeschlossen vor der Tür. Peter Sloterdijk philosophiert darüber, und er erzählt davon, und dank seiner »Unerschrockenheit in Stil und Inhalt« (Der Bund) gelingt es ihm, auch im 21. Jahrhundert noch etwas Grundstürzendes über Globalisierung zu sagen. Nach dem großen Erfolg der Sphären-Trilogie das nächste große Werk – und Wagnis – von Peter Sloterdijk. Peter Sloterdijk, geboren 1947, ist Professor für Ästhetik und Philosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und lehrt an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Bern
5/5
19.07.2011
Buch (Taschenbuch)
sehr anregend
Nachdem ich nit den"Sphären"-Wälzern doch etliche Mühe hatte, fand ich in diesem Text ganz andere Anregungen: es beginnt recht harmlos, mündet dann aber bald in Betrachtungen, die mich richtiggehend gefesselt oder besser, in ihren Bann gezogen haben. Kann sein, dass die nun bald endlose Finanzkrise dieses Interesse intensiviert hat, aber man bedenke, dass dieses Buch vor dem Ausbruch des nun weltweiten Desasters geschrieben wurde.
zB. fragte ich mich in letzter Zeit gelegentlich, ob ich (und viele Andere wohl auch) eigentlich zu wenig fies, korrupt oder kriminell veranlagt bin, um in dieser neuen Weltsituation noch bestehen zu können. Wir wurden doch fast alle so brav erzogen...Nach dieser Lektüre muss ich einsehen, dass mir das kriminelle Element offenbar wirklich fehlt, dass die Fiesheit nun übermächtig zuschlägt und wer nicht mitmacht, könnte bald zerrieben werden und als Bettler oder frühzeitig tot enden. Das sind bittere Gedanken, aber angesichts der Tatsache, das "grosse Männer" der Weltgeschichte nicht selten, bei genauer Betrachtung, überdurchschnittlich korrupt, fies, bis hin zu kriminell waren, sehe ich keine Besserung in der Zukunft. Kriegerische Konflikte werden wohl wieder mal die einzige "Lösung" der erdrückenden, heutigen Probleme darstellen. Das Buch vermittelt natürlich auch viele andere Eindrücke und ist zudem absolut grossartig geschrieben, so wie meistens bei Peter Sloterdijk, wohl einem der besten zeitgenössischen Literaten. Auch wem seine Philosophie nicht immer zusagt, zum reinen Lesen fällt mir eigentlich nur das Wort brilliant ein.
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