Gastlichkeit und Freiheit Polemische Konturen europäischer Kultur
-
- Deutsch ausgewählt
39,90 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
29.04.2005
Verlag
VelbrückSeitenzahl
514
Maße (L/B/H)
22,5/14,2/4,2 cm
Gewicht
660 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-934730-92-2
Warnhinweis
Dieses Produkt benötigt gemäß Artikel 9 Absatz 7 der GPSR-Verordnung keine Warnhinweise.
Wer es sich leisten kann, nach den Möglichkeiten glücklichen Lebens zu fragen, ist schon glücklich – jedenfalls gemessen an der andernorts eklatanten, todbringenden Ungerechtigkeit, die die europäisch-westlichen Lebensformen samt aller moralisch-rechtlichen Fortschritte, die sie sich gerne zugute halten, im globalen Horizont kompromittiert.
Für radikale Kritiker wie Ted Honderich und Jacques Derrida ist es gerade diese Ungerechtigkeit, die erklärt, warum diesen Lebensformen vielerorts tödliche Feindschaft bis hin zum Terror entgegenschlägt. So falsch es ist, daraus eine Rechtfertigung terroristischer Gewalt abzuleiten, so deutlich ist doch, dass die Frage danach, was kulturelles Leben, das seinen Namen verdient, ausmacht oder ausmachen sollte, in dieser Lage ganz neu herausgefordert wird. Weit davon entfernt, sich in der Saturiertheit bereits mehr oder weniger glücklicher Genießer gewisser Kulturgüter erschöpfen zu können, muss es sich selber von neuem als Antwort auf radikale Herausforderungen begreifen lernen. Das ist der Ansatzpunkt dieses Buches.
Es untermauert zunächst die kulturtheoretische Notwendigkeit, kulturelles Leben als eine solche Antwort zu verstehen, und unternimmt den polemischen Versuch, die Konturen einer Herausforderung (unter vielen anderen) genauer zu umreißen: die Herausforderung durch radikale Feindschaft. Kulturelles Leben, das ist die These, die der erste Teil zur Diskussion stellt, muss und sollte sich vom Anderen her als 'gastlich' erweisen, selbst wenn er uns als radikaler Feind begegnet. Dieser Gedanke wird im zweiten Teil im Lichte der Erfahrung einer exzessiven Freiheit erprobt, die das lange gewachsene Geflecht der europäischen Lebensformen beinahe zerrissen und zum Untergang verurteilt hat. Die konkreten Erscheinungsformen dieser Freiheit werden schließlich im dritten Teil unter Titeln wie Genozid, Bio-Politik und Exklusion diskutiert.
In zehn unterschiedlich ansetzenden Anläufen wird so die Frage aufgeworfen, wie tief das Denken europäischer Lebensformen noch immer in einer Gewaltgeschichte verwurzelt ist, die es nicht zu einer selbstgerechten 'Europäisierung aller fremden Menschheiten' oder zum unbesehenen Export seiner Werte und Normen, sondern vor allem dazu herausfordert, sich einer unaustilgbaren Selbstfremdheit zu stellen. Diese Gewaltgeschichte gehört mitnichten einer bereits erledigten Vergangenheit an, die nur noch von 'historischem' Interesse wäre; sie befremdet nach wie vor in der Tiefe der europäischen Gegenwart.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice