Das einsame Leben

Das einsame Leben

Über das Leben in Abgeschiedenheit. Mein Geheimnis

Buch (Gebundene Ausgabe)

€ 35,00 inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung


Francesco Petrarca - vor 700 Jahren (1304) geboren, Schöpfer des »Buchs der Lieder« (Canzoniere) und der ersten Dichtung des Humanismus in italienischer Sprache (»Trionfi«), war wegweisend für die europäische Geistesgeschichte; er steht am Anfang der Entwicklung, die zur Moderne geführt hat.

Petrarcas Leben war erfüllt von großer Rastlosigkeit. Von seinem Landsitz in der Vaucluse bei Avignon aufbrechend, bereiste er die europäischen Städte und Landschaften, er wurde in Rom zum Dichter gekrönt, lebte acht Jahre in Mailand, dann in Prag und Venedig. Und doch verdanken wir ihm unsterbliche Texte über die Askese, die meditative Abgeschiedenheit, »das einsame Leben«.

Zwei dieser auf lateinisch geschriebenen Texte sind nun zum ersten Mal in deutscher Sprache zu lesen: »De vita solitaria« zum erstenmal überhaupt, und »De secreto conflictu curarum mearum« zum erstenmal seit einem Jahrhundert wieder. Der Gegensatz zwischen ländlicher Kontemplation und städtischer, gesellschaftlicher Zerstreuung ist ihr Grundthema, so wie ihr Verfasser zwischen der Sehnsucht nach Muße und neugieriger Weltlust, ehrgeiziger Dichterleidenschaft und ruheloser Frauenliebe hin- und hergerissen war.

Eine wunderbare Entdeckung; eine heilsame Lektüre für unsere Zeit. 

Francesco Petrarca (1304 –1374), Schriftsteller, Denker und Forscher.Am 20.7.2004 ist der 700. Geburtstag von Francesco Petrarca..
Franz Josef Wetz, geboren 1958, studierte Philosophie, Germanistik und Theologie; 1989 Promotion und 1992 Habilitation an der Universität Gießen. Von 1992 an war Wetz in der Ausbildung von Lehrern tätig, seit 1994 ist er Professor für Philosophie und legte zahlreiche kontroverse Publikationen vor..
Franz Josef Wetz, geboren 1958, studierte Philosophie, Germanistik und Theologie; 1989 Promotion und 1992 Habilitation an der Universität Gießen. Von 1992 an war Wetz in der Ausbildung von Lehrern tätig, seit 1994 ist er Professor für Philosophie und legte zahlreiche kontroverse Publikationen vor.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.04.2004

Herausgeber

Franz J. Wetz

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

387

Maße (L/B/H)

21,3/13,6/3,7 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.04.2004

Herausgeber

Franz J. Wetz

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

387

Maße (L/B/H)

21,3/13,6/3,7 cm

Gewicht

534 g

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

De vita solitaria / De secreto conflictu curarum mearum

Übersetzer

Friederike Hausmann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-93348-2

Das meinen unsere Kund*innen

0.0

0 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel

Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung

Erste Bewertung verfassen

Unsere Kund*innen meinen

0.0

0 Bewertungen filtern

Ich glaube, daß ein wahrhaft geistiger Mensch nirgends Ruhe findet außer in Gott, der unser letztes Ziel ist, in sich selbst und den eigenen tiefsten Gedanken, oder bei einem anderen, ihm geistig verwandten Menschen. Obwohl nämlich die Genußsucht mit äußerst hartnäckigem Leim und mit verlockenden und süßen Schlingen versehen ist, kann sie starke Flügel dennoch nicht lange auf der Erde halten. Wenn wir aber auf der Suche nach Gott sind, nach uns selbst oder in gottgefällige Studien vertieft, durch die wir beides zugleich erreichen, oder auf der Suche nach einem geistig verwandten Menschen, müssen wir uns vom Gedränge der Menschen und dem Gewühl in den Städten möglichst weit entfernen. Daß dies so ist, wie ich sage, leugnen vielleicht nicht einmal diejenigen, denen der Zulauf und Zuspruch der Menge wichtig sind, sofern ihre geistigen Kräfte nicht schon so weit von falschen Ansichten verschüttet und niedergedrückt sind, daß sie nicht wenigstens manchmal zu sich selbst zurückfinden und sich, wenn auch nur kriechend, auf den erhabenen Weg der Wahrheit begeben. Ich wünschte, das wäre nicht bei so vielen der Fall, und die Menschen würden sich ab und zu um die Pflege ihres Geistes so kümmern wie um ihren Acker und viele sonstige wertlose Dinge: Wie nämlich ein fruchtbarer Acker voller Unkraut, so ist der menschliche Geist voller Fehler, und wenn diese nicht gründlich ausgerissen werden, wenn beides nicht mit unermüdlicher Sorgfalt und Mühe gereinigt wird, dann sterben die Früchte des einen wie des anderen schon in der Blüte ab. Doch ich predige tauben Ohren. Darüber mögen andere denken, wie sie wollen, obwohl ich darauf vertraue, daß gebildete Menschen sich der Wahrheit nicht verschließen. Aber auch wenn alle anderen sie abstreiten sollten, wirst wenigstens du es nicht tun (ja du würdest als erster dem Zweifler entgegentreten). Du nämlich wirst in meinen Worten deine eigenen Ansichten erkennen. Damit habe ich anscheinend das höchste Ziel der Beredsamkeit erreicht: den Zuhörer - ganz mühelos - dahin zu lenken, wo ich ihn haben wollte. Jemanden, der sich sträubt, auf seine Seite zu ziehen und zu überzeugen, ist sehr mühevoll. Welche Schwierigkeit bietet dagegen eine Rede, die das Ohr des Angesprochenen erreicht, der das Gehörte bei sich bedenkt und, um zu glauben, nicht nach handfesten Beispielen, gewichtiger Autorität und scharfsinnigen Argumenten verlangt, sondern sich nur nach seinem eigenen Urteil richtet und dann zu sich selbst sagt: »So ist es«?
  • Das einsame Leben