Als Laura der jungen Sylvia begegnet, hat sie bereits eine gescheiterte Ehe mit einem Theaterkritiker hinter sich. Es beginnt eine leidenschaftliche Liebe zwischen den Frauen. Doch eine unvorhergesehene Wendung führt geradewegs in die Katastrophe: Sylvia verläßt Laura, um mit deren früherem Mann zusammenzuleben ... Ein Roman über die Liebe zweier Frauen, die an der Vergangenheit und dem Unverständnis ihrer Umwelt zerbricht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Sandra von Siebenthal
aus Romanshorn
5/5
12.07.2016
Buch (Taschenbuch)
Wenn der Tod das Leben in Erinnerung bringt
Laura will nach einem langen Tag und einer Flasche Wein ins Bett, als ein Anruf ihr den Tod ihrer Mutter verkündet. Sofort setzt sie sich ins Auto und macht sich auf den Weg nach Nizza, wo ihre Mutter lebte und nun gestorben war. Auf der langen Fahrt lässt sie ihr Leben Revue passieren, denkt an ihre Kindheit, an ihre Ehe, vor allem aber an ihre Beziehung zu Sylvia. Es ist eine Beziehung, die Emotionen auslöst, Laura in ein inneres Chaos von Schuldgefühlen, Sehnsüchten, innerer Freiheit und Leidenschaft stürzt.
"Zwei Frauen" ist ein Roman über Kunst, über das Leben und das Spiel. Wo hört das Leben auf, wo fängt das Spiel an? Spielen wir alle Rollen und wann sind wir echt?
Es ist ein Roman über die Liebe, über Beziehungen und die Menschen, die sie eingehen. Über allem schwebt immer der Tod, der Abschied. Vielleicht steht eine Kindheitserinnerung Lauras genau dafür:
"Weg wollte ich, weg. Aber wann kam ich endlich dort an? Ja, ich glaube, dass ich damals irgendwie dachte, in Weg könnte man ankommen."
Harry Mulisch erzählt die Liebe zweier Frauen in der Ich-Perspektive aus der Sicht Lauras. Laura erlebt, analysiert, erzählt. Sylvia ist dabei immer in dritter Person vorhanden, sie ist das Objekt der Erzählung und der Analyse, vordergründig ohne eigene Initiative. Wenn immer sie in der Geschichte doch die Initiative übernimmt, bricht Chaos aus, zerbricht etwas und Laura wird in das Ganze hineingeworfen. Sie wird quasi das Objekt ihrer eigenen Erzählung.
"Zwei Frauen" ist ein tiefgründiger Roman, der auf wenigen Seiten ganze Lebenswelten entwirft. Es ist ein philosophischer Roman, ein psychologischer Roman, der trotzdem nie psychologisierend wirkt, sondern lebensnah bleibt.
Fazit:
Ein tiefgründiger, lebensnaher, zum Denken anregender und einnehmender Roman, erzählt in einer lesbaren Sprache. Sehr empfehlenswert!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.