Produktbild: Die feinen Unterschiede
Band 658

Die feinen Unterschiede Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

3352

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.02.1987

Abbildungen

Mit Abb., 21 Diagr., 37 Tab., im Anhang 1 Fragebogen, 1 Beobachtungspl., Tab.

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

912

Maße (L/B/H)

17,9/11/3,5 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Dunkellila

Auflage

30

Originaltitel

La distinction. Critique sociale du jugement

Übersetzt von

Bernd Schwibs + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-28258-8

Beschreibung

Rezension

»Sein Buch ist nicht nur die Beschreibung eines Phänomens, es ist das Phänomen selbst.«

Produktdetails

Verkaufsrang

3352

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.02.1987

Abbildungen

Mit Abb., 21 Diagr., 37 Tab., im Anhang 1 Fragebogen, 1 Beobachtungspl., Tab.

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

912

Maße (L/B/H)

17,9/11/3,5 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Dunkellila

Auflage

30

Originaltitel

La distinction. Critique sociale du jugement

Übersetzt von

  • Bernd Schwibs
  • Achim Russer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-28258-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Zitronenblau

    5/5

    10.10.2010

    Buch (Taschenbuch)

    Bourdieus Gesellschaftsanalyse

    Bourdieu ist ein Soziologe höchsten Formats. Sein Hauptwerk "Die feinen Unterschiede" - seine Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft - ist von unermesslicher Bedeutung für die Gesellschaftsforscher unserer Zeit. Besonders hervorzuheben ist die Form seiner Empirie. Mit wissenschaftlicher Methodik wie Korrespondenzanalysen und einem gewaltigen Volumen an empirisch erhobenen und ausgewerteten Daten gelingt es ihm mikrosoziologische Phänomene in einen makrosioziologischen Raum zu induzieren und kann Erklärungsmodelle heuristisch herleiten. Die Kritik der Urteilskraft ist an Kant orientiert und diese ex aequo kritisierend. Das vokabulare Portfolio greift Begriffe wie Habitus, Lebensstil, Distinktion, Klasse (expandiert aus dem ökonomischen in einen kulturellen Kontext) und Kapital (Bildungs-, symbolisches Kapital etc) auf. Habitus ist der Raum von z.B. Lebensstilen, Sprache, Geschmack etc. in dem das gesellschaftliche Individuum eingebettet ist, der so g. sozialisierende Hintergrund - vielleicht äquivalent zur Habermas'schen Lebenswelt -, der es beschränkt. Die Kapitalien sind die Vermögen Hinzugewinne und damit Klassenunterschiede zu generieren (Distinktionen). "Eine soziale Kasse ist vielmehr definiert durch die Struktur der Beziehungen zwischen allen relevanten Merkmalen." Der inkorporierte Klassenkörper ist "die unwiderlegbarste Objektivierung des Klassengeschmacks". Bourdieu reißt verschiedene Felder ab wie die "Titelsoziologie", Bildung im Kleinbürgertum oder das Konformitätsprinzip innerhalb der Klassen als Identifizierungsimperativ, "nicht aus der Reihe zu tanzen." Das Buch bietet noch viel mehr - ich selbst habe mich auch wiedergefunden, mich zugeordnet gewusst. Und doch muss als kleines Manko erwähnt werden, dass Bourdieu einen teilweise sehr idiosynkratischen Wertungs- und Beurteilungsduktus anschlägt, dem etwas von der wissenschaftlichen Stringenz und Sachlichkeit abgeht und der mitunter lyrische Züge trägt. Der Leser ist gefordert! Das Buch ist für jeden, der gesellschaftstheoretisch interessiert ist, ein Klassiker!

  • Sabrina

    4/5

    26.12.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Kulturelle Entwicklung und Unterschiede fehlen

    Bourdieus Modell ist eine wertvolle Grundlage, aber es muss je nach Region und Zeit angepasst werden. In Kulturen, die Pracht schätzen, zeigt sich Distinktion eben durch opulente Einrichtung und demonstrativen Konsum – das widerspricht Bourdieus Beschreibung der minimalistischen Elite in Europa nicht, sondern ergänzt sie um einen globaleren Blick.

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Weitere Artikel finden Sie in

  • Produktbild: Die feinen Unterschiede
  • Vorwort zur deutschen Ausgabe

    Einleitung

    ERSTER TEIL: GESELLSCHAFTLICHE KRITIK DES GESCHMACKSURTEILS

    1. Bildungsadel. Titel und Legitimitätsnachweis

    Titel

    - Die Wirkung des Titels

    - Die ästhetische Einstellung

    - Reiner und »barbarischer« Geschmack

    - »Populäre Ästhetik«

    - Ästhetische Distanzierung

    - Eine anti-kantianische »Ästhetik«

    - Ethik, Ästhetik und Ästhetizismus

    - Neutralisierung und das Universum der Möglichkeiten

    - Die Distanz zur Notwendigkeit

    - Der ästhetische Sinn als Sinn für die Distinktion

    Legitimitätsnachweis

    - Stil und Erwerbsstil

    - Der »Gelehrte« und der »Mann von Welt«

    - Erfahrung und Wissen

    - Die angestammte Welt

    - Geerbtes und erworbenes Kapital

    - Die zwei Märkte

    - Faktoren und Kräfte

    ZWEITER TEIL: DIE ÖKONOMIE DER PRAXISFORMEN

    2. Der Sozialraum und seine Transformationen. Klassenlage und soziale Konditionierungen

    - Variablen und Variablensysteme

    - Die konstruierte Klasse

    - Soziale Klasse und Laufbahnklasse

    - Kapital und Markt

    Ein dreidimensionaler Raum. Die Umstellungsstrategien

    - Einstufung, Abstufung, Umstufung

    - Umstellungsstrategien und morphologische Veränderungen

    - Zeit um zu begreifen

    - Eine geprellte Generation

    - Der Kampf gegen die Deklassierung

    - Die Wandlungsprozesse im Bildungssystem

    - Die Konkurrenzkämpfe und die Verschiebung der Struktur

    3. Der Habitus und der Raum der Lebensstile

    - Die Homologie der Räume

    - Form und Substanz

    - Drei Arten des Sich-Unterscheidens

    - Ungezwungen oder unverfroren?

    - Das Sichtbare und das Unsichtbare

    - Die Gesamtbereiche der stilistischen Möglichkeiten

    4. Die Dynamik der Felder

    Das Zusammenspiel von Güterproduktion und Geschmacksproduktion

    - Die Wirkung der Homologien

    - Wahlverwandtschaften

    - Die symbolischen Auseinandersetzungen

    DRITTER TEIL: KLASSENGESCHMACK UND LEBENSSTIL

    5. Der Sinn für Distinktion

    - Aneignungsweisen von Kunst

    - Die Varianten des herrschenden Geschmacks

    - Der zeitliche Einschnitt

    - Temporelle und spirituelle Größen

    6. Bildungsbeflissenheit

    - Kennen und Anerkennen

    - Der Autodidakt und die Schule

    - Die Linie und der Hang

    - Die Varianten des kleinbürgerlichen Geschmacks

    - Das absteigende Kleinbürgertum

    - Das exekutive Kleinbürgertum

    - Das neue Kleinbürgertum

    - Von der Pflicht zur Pflicht zum Genuß

    7. Die Entscheidung für das Notwendige

    - Der Geschmack am Notwendigen und das Konformitäts-Prinzip

    - Herrschaftseffekte

    8. Politik und Bildung

    - Zensus und Zensur

    - Statuskompetenz und Statusinkompetenz

    - Das Recht auf Meinungsäußerung

    - Die persönliche Meinung

    - Produktionsweisen von Meinung

    - Sinnverlust und Sinnentstellung

    - Moralische und politische Ordnung

    - Klassenhabitus und politische Meinung

    - Meinungsangebot und Meinungsnachfrage

    - Der politische Raum

    - Der spezifische Laufbahneffekt

    - Politische Sprache

    Schluß: Klassen und Klassifizierungen

    - Inkorporierte soziale Strukturen

    - Begriffsloses Erkennen

    - Vom Interesse diktierte Zuschreibungen

    - Der Kampf der Klassifikationssysteme

    - Realität der Vorstellung und Vorstellung der Realität

    Nachschrift: Elemente einer »Vulgärkritik« der »reinen« Kritiken

    - Der Ekel vor dem »Leichten«

    - »Reflexions- Geschmack« und »Sinnen- Geschmack«

    - Das verleugnete gesellschaftliche Verhältnis

    - Parerga und Paralipomena

    - Die Lust am Lesen

    Anhang I:

    - Einige Überlegungen zur Methode

    - Der Fragebogen

    - Beobachtungsplan

    Anhang II: Zusätzliche Quellen

    Anhang III: Die statistischen Daten. Die Erhebung

    Anhang IV. Ein Gesellschaftsspiel

    Glossar

    Bildnachweise

    Verzeichnis der Tabellen und Diagramme im Textteil

    Namen- und Sachregister