Unter falschem Namen Von der schwierigen Autorschaft der Frauen
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
31.10.1991
Verlag
SuhrkampSeitenzahl
147
Maße (L/B/H)
17,7/10,8/1,1 cm
Gewicht
138 g
Auflage
2. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-518-11723-1
Zur Kennzeichnung eines modernen Autors genügt ein einziges Wort. Wir sprechen von Goethe und Kafka, von Schiller und Benn. Wir sagen:
die
Günderrode, aber nicht
der
Novalis. Bereits diese Sprachregelung zeigt, daß Autorschaft keine neutrale Instanz ist. Ihr ist ein Geschlecht eingeschrieben – ein Autor ist männlich. Für eine schreibende Frau scheint alles möglich: Sie hat nur einen Vornamen oder viele, sie hat einen Nachnamen oder viele. Wir sprechen von Bettina, Rahel und Caroline, als ob wir in familialer Intimität mit ihnen Umgang pflegten. Wir sprechen von Dorothea Schlegel und Caroline von Humboldt, als ob eine schreibende Frau nur im Schatten ihres Mannes überliefert werden könnte. Der Gegenpol zum modernen Autor mit dem einen Namen, der ein Werk zusammenhält und regiert, ist eine unbezeichenbare Vielheit von Texten, die unautorisiert und zwischen den Genres wandernd immer wieder aus dem Kanon des Überlieferbaren ausscheren: Was nicht benannt werden kann, läßt sich schwer tradieren.
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