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Erkenntnis und Interesse Mit einem neuen Nachwort

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

21767

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.05.1973

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

420

Maße (L/B/H)

18/10,9/1,9 cm

Gewicht

260 g

Farbe

Dunkellila / Limone

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-27601-3

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

21767

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.05.1973

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

420

Maße (L/B/H)

18/10,9/1,9 cm

Gewicht

260 g

Farbe

Dunkellila / Limone

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-27601-3

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Zitronenblau

    3/5

    15.03.2011

    Buch (Taschenbuch)

    Von der Erkenntnis und dem Interesse

    Habermas' bekanntes Werk "Erkenntnis und Interesse" ist zweifelsohne eine idiosynkratische Schrift und handelt von den titulierten Begriffen. Habermas Programm ist die Entfaltung einer kritischen Theorie aufbauend auf die Krise der Erkenntniskritik (Hegelsche Kantkritik des Erkenntniszirkels, d.h. Erkenntnisvermögen ist je schon Voraussetzung einer jeden Erkenntnistheorie). "Die Dimensionen des Ansich, Für es und Für uns bezeichnen das Koordinatensystem, in dem die Erfahrung der Reflexion sich bewegt." In der Marx-Deutung kommt er zu dem Schluss, dass die Idee der Selbstkonstitution der Gattung durch Arbeit als Leitfaden einer entmythologisierenden Aneignung der Phänomenologie [des Geistes] dienen soll. Dabei wird die "Dialektik der Sittlichkeit" offenbart - wobei Sittlichkeit kulturell institutionalisierter Rahmen ist, die Dialektik eine Art "Bewegungsgesetz" auf Basis gesellschaftlicher Arbeit - Geschichte ihrer Repression und Wiederherstellung. Aber was hat das mit Erkenntnis oder Interesse zu tun? Huch bringt die Habermas'schen Thesen bzgl. Hegel und Marx auf den Satz: "Arbeit und Interaktion [jeweils conditio sine qua non des Interesses], instrumentales und kommunikatives Handeln, technische Verfügung über Naturprozesse (!) und lebenspraktische, intersubjektive Verständigung sind die Bedingungen, unter denen sich das Selbstbewusstsein der Menschengattung ursprünglich konstituiert." Und Erkenntnis ist hergestellt durch die technische Verfügung und lebenspraktische Verständigung. Gattung ist folgerecht an ihrer Existenz und Reproduktion interessiert - das Interesse avanciert zum transzendentalen Definitionsmerkmal möglicher Erkenntnis der Natur. Erkenntnistheorie mündet in ihr Ende, in den Positivismus ("Sinn der Tatsachen") also. Habermas analysiert damit die heute zwei hegemonialen Wissenschaftsbereiche: Naturwissenschaften (hierzu insbes. die Abhandlung zu Peirce und seiner Wissenschaftslogik, "Erklärungswissenschaften") und Geisteswissenschaften (Diltheys Hermeneutik in der nicht-formalisierten bzw. nicht-formalisierbaren Umgangssprache und die "Verstehenden Wissenschaften"). Weiter bespricht Habermas Freuds Psychoanalyse (Tiefenhermeneutik: "Übersetzung des Unbewussten in Bewusstes") als Wissenschaft der psychopathologischen Diagnose mit therapeutischer Explikationskraft über das Individuum hinaus. Das ist typisch für den Ansatz der kritischen Theorie, denn nicht zufällig stellt der Autor die Begriffe Psychoanalyse und Gesellschaftstheorie im letzten Kapitel zusammen und evoziert einen korrelativen Eindruck. Und er schließt: "Wenn aber die Naturbasis der Menschengattung wesentlich durch Antriebsüberschuss und verlängerte infantile Abhängigkeit bestimmt ist, und wenn auf dieser Basis die Erzeugung von Institutionen aus Zusammenhängen verzerrter Kommunikation begriffen werden kann, dann gewinnen Herrschaft und Ideologie einen anderen, einen substanzielleren Stellenwert als bei Marx." Er meint, wir hätten uns die Strukturen von Arbeit, Sprache und Herrschaft einer wissenschaftstheoretisch ansetzenden und ihres objektiven Zusammenhanges innewerdenden Selbstreflexion der Erkenntnis versichert. Seine finale Formel lautet daher, dass die Vernunft es ist, die dem Interesse innewohnt (und nicht umgekehrt). Und zugleich kritisiert er den Siegeszug nicht der Wissenschaft sondern den Sieg der wissenschaftlichen Methode über sie! Man mag über die eine oder andere These streiten, doch das kardinale Verdienst dieses Werkes können wir an der Herleitung des Begriffes des Erkenntnisinteresses festmachen. Und auch hier sollte eine jede Kontroverse beginnen...

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  • Aus dem Inhalt:
    Die Krise der Erkenntniskritik - Hegels Kantkritik: Radikalisierung oder Aufhebung der Erkenntnistheorie - Marxens Metakritik an Hegel: Synthesis durch gesellschaftliche Arbeit - Die Idee einer Erkenntnistheorie als Gesellschaftstheorie - Positivismus, Pragmatismus, Historismus - Comte und Mach: Die Intention des älteren Positivismus - Ch. S. Peirce' Logik der Forschung: Die Aporie eines sprachlogisch erneuerten Universalienrealismus - Selbstreflexion der Naturwissenschaften: Die pragmatistische Sinnkritik Diltheys Theorie des Ausdrucksverstehens: Ich-Identität und sprachliche Kommunikation - Selbstreflexion der Geisteswissenschaften: Die historische Sinnkritik - Kritik als Einheit von Erkenntnis und Interesse - Vernunft und Interesse: Rückblick auf Kant und Fichte - Selbstreflexion als Wissenschaft: Freuds psychoanalytische Sinnkritik
    Das szientistische Selbstmissverständnis der Metapsychologie - Zur Logik allgemeiner Interpretation - Psychoanalyse und Gesellschaftstheorie. Nietzsches Reduktion der Erkenntnisinteressen