In Japan nennen ihn konservative Kritiker und Schriftstellerkollegen "batakusai - nach Butter stinkender Wessi", die anderen halten ihn für den Literaturnobelpreisträger der Zukunft. Haruki Murakami polarisiert mit seinen Geschichten und Romanen. Wie seine Helden entzieht er sich der anonymen Masse. Seine Romanfiguren werden in der japanischen Gesellschaft, in der angepasstes Verhalten von existentieller Bedeutung ist, als einsame Wölfe gebrandmarkt. Der 30-jährige Toru Okada in "Mister Aufziehvogel" steigt aus einer Anwaltskanzlei aus und gerät bei der Suche nach seinem Kater mitten in Tokio in eine Traumwelt, in der ihn erotische Verlockungen, aber auch bösartige Intrigen erwarten. Der Brunnen, der Toru den Einstieg in die geheimnisvolle Unterwelt gewährt, ist Zugang zu Vergangenem und Verdrängtem.
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11 Bewertungen
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Auch für Leser unter 40 *gg*
Bewertung aus München am 09.04.2021
Bewertungsnummer: 519426
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist voll von skurrilen, nicht alltäglichen Wendungen, die zum Teil in traumähnliche Zustände übergehen und dadurch einen alternativen Blick auf die Welt bieten. Perfekt zum Abtauchen. Da ist für jeden etwas dabei.
Wunderbar verückt
Bewertung aus Konz am 09.04.2021
Bewertungsnummer: 543507
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Anfangs noch harmlos anmutend, entführt einen das Buch in die wunderbare Welt Murakamis. Figuren in seinen Büchern werden lebendig, man sehnt sich danach sie kennenzulernen. Brunnen gewinnen eine nie dagewesene Faszination. Dieses Buch ist ein Muss.
Meinung aus der Buchhandlung
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Am Ende bleiben auch nach über 700, teils langatmigen, Seiten viele Fäden offen und ich blieb ein wenig ratlos zurück, ob ich den tieferen Sinn des Buches überhaupt verstanden habe. Alles in allem kein schlechtes Buch aber ganz überzeugen konnte er mich nicht.
Ausgetrocknete Brunnen und mechanisch schreiende Vögel
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In Mr. Aufziehvogel begegnet der geneigte Leser einen einnehmenden Protagonisten: Toru Okada ist 30 Jahre alt, arbeits- und katerlos. Seine Frau drängt ihn eine Wahrsagerin aufzusuchen, um aufzuklären wo denn nun der Kater abgeblieben ist. Durch die Begegnung mit der Wahrsagerin, erinnert er sich auch an eine ehemalige Weissagung eines anderen Wahrsagers. Als auch seine Frau verschwindet, versucht er auf sehr eigentümliche Weise mit Kumiko, seiner Frau Kontakt aufzunehmen.
Mr. Aufziehvogel war das erste Buch, dass ich von Haruki Murakami gelesen habe und ich kann sagen das er auf über 600 Seiten, den Leser in eine eigenartige Traumwelt entführt. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Toru Okada. Eine große Rolle spielen auch die Erinnerungen, an die Zeit der japanischen Besetzung der Mongolei, verschiedener Protagonisten. Geheimnisvolle alte Männer, ellenlange Briefe, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das ein wenig frivol an Nabakovs Lolita erinnert, ein ausgetrockneter Brunnen und ein Schwager der auf eigentümliche Weise Karriere gemacht hat bilden einen Reigen, der zwar ständig etwas andeutet aber wenig Genaues aufzeigt. Hier könnte man dem Autor eine zähe Langatmigkeit vorwerfen, was meiner Meinung nach nicht stimmt. Ambivalent wechseln sich Realismus und Surrealismus beständig ab und nachdem ich nun auch den einen oder anderen Roman von Murakami gelesen habe weiß ich, dass es eben zu seiner Handschrift, seinem Stil gehört(=genauso wie die vermeintliche Langatmigkeit), um den Leser tief in die Handlung und den Charakteren eintauchen zu lassen. Als ich Mr. Aufziehvogel das erste Mal gelesen habe, kam mir in den Sinn dass diese Geschichte wohl in jeder Großstadt auf dieser Welt hätte spielen können. Nun kann man sich natürlich fragen ob die Entwicklung in den Städten überall gleich ist, oder Haruki Murakamis Beschreibungen zu Allgemein gehalten sind. Ich tendierte dazu ersteres zu glauben. Als ich diesen Roman das zweite Mal gelesen habe, war ich mir da allerdings nicht mehr ganz so sicher, sind mir doch die bestimmten japanischen Höflichkeitsgesten verstärkt und eben die im alltäglichen verankerten religiösen Handlungen und der Aberglaube, der in der westlichen Welt in den Hintergrund geraten ist aufgefallen. Unweigerlich wird man mit der Nase auch an die Musikbegeisterung des Autors gestoßen. Wer bereits vom nobelpreisverdächtigen Haruki Murakami etwas gelesen hat, dem rate ich auch unbedingt Mr. Aufziehvogel zu lesen, er oder sie wird nicht enttäuscht werden. Wer allerdings noch nie etwas von ihm gelesen hat, dem würde ich als Erstbuch etwas harmloseres empfehlen: Südlich der Sonne, westlich der Grenze und Schlaf wäre meiner Meinung nach die besser Wahl, wobei Letzteres eine Kurzgeschichte ist und ersteres eine Neuübersetzung von Gefährliche Geliebte ist.
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