Produktbild: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter Erzählung

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

1802

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.02.1972

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,2 cm

Gewicht

107 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-36527-4

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

1802

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.02.1972

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,2 cm

Gewicht

107 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-36527-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Patrick Nagl

    aus Wien

    5/5

    09.09.2013

    Buch (Taschenbuch)

    Angst

    Die Angst des Tormanns beim Elfmeter zählt zum Frühwerk Handkes, der Roman erschien im Jahre 1972. Die Geschichte kommt stilistisch fast wie eine Berichterstattung daher, wirkt kühl, distanziert und gefühllos und doch ist man dem Hauptprotagonisten ganz nahe, wenn man ihn auch nie nachvollziehen kann. Die Handlung spielt im Wien und danach im grenznahen Umland der frühen Siebziger.

  • Bewertung

    aus Bern

    5/5

    22.10.2011

    Buch (Taschenbuch)

    Der andere Krimi

    Auch dies find ich eines der besten Bücher von Handke. Quasi "der andere Krimi", der so ganz anders daherkommt, als die meisten reisserischen US-Grosskotzbrocken. Erinnert schon eher an ein Psychodrama der unheimlichen Art.

  • Bories vom Berg

    aus München

    2/5

    28.07.2015

    Buch (Taschenbuch)

    Eine literarische Anamnese…

    Eine literarische Anamnese Auffallend oft werden Schriftsteller aus Österreich der Kategorie «Enfant terrible» zugerechnet, man denke nur an Elfriede Jelinek oder Thomas Bernhard, und auch Peter Handke gehört zu dieser aufmüpfigen Spezies. Wusste doch der noch nicht Dreißigjährige mit seinem deutlich auf Konfrontation weisenden Sprechstück «Publikumbeschimpfung», 1966 unter Claus Peymann erstmals aufgeführt, früh zu schockieren, und auch seine Erzählung «Die Angst der Tormanns beim Elfmeter» von 1970, bereits ein Jahr später von Wim Wenders verfilmt, machte ihn plötzlich einem breiten Publikum bekannt, - woran die beiden ungewöhnlichen Titel einen nicht zu unterschätzenden Anteil haben dürften. Lohnt es sich also, diese frühe Erzählung des Avantgardisten zu lesen, auch wenn sie, das sei hier gleich vorweggeschickt, mit so eindeutig Realem wie Fußball herzlich wenig zu tun hat? Zwar ist Handkes Held ein ehemaliger Torwart, in dieser Eigenschaft allerdings tritt er nicht auf, nur sein entsprechendes Insiderwissen wird auf der letzten Seite des Buches thematisiert. Denn da erklärt Josef Bloch als Zuschauer einem anderen Mann die Finten, mit denen Tormann und Elfmeterschütze sich gegenseitig auszutricksen versuchen, um die richtige Schussrichtung vorauszuahnen. Wir lernen Bloch kennen als Monteur, der eine Geste seines Poliers bei der Jause in der Bauhütte als Entlassung missdeutet. Er streift rastlos durch Wien, besucht Restaurants und Cafés, mietet sich in einem Hotel ein, geht öfter ins Kino, sucht Kontakt zu Frauen und landet schließlich ganz unvermutet mit der Kassiererin eines Kinos im Bett. Am Morgen sieht er statt der Teeblätter Ameisen in der Teekanne. «Ich heiße Gerda, sagte sie. Bloch hatte es gar nicht wissen wollen.» Das stockende Gespräch zwischen ihnen irritiert ihn zunehmend. «Aber dann störte ihn alles immer mehr. Er wollte ihr antworten, brach aber ab, weil er das, was er vorhatte zu sagen, als bekannt annahm». Plötzlich, ganz unvermittelt, erwürgt er die Frau. Von der ersten Zeile an deutet Handke durch seine lakonisch knappe Erzählweise in einfach strukturierten Sätzen auf die Schizophrenie seiner Figur hin. Blochs Wahrnehmung ist sichtlich gestört, Gegenstände und deren Bezeichnungen scheinen ihm nicht mehr zusammenzupassen, er kann Wesentliches nicht mehr von Unwichtigem trennen, sucht Streit, kann kaum noch eine sinnvolle Unterhaltung führen, ist getrieben von seinem haltlosen Bewegungsdrang. Handke schildert strikt aus der Sicht seines Helden, was dazu führt, dass der Leser gefordert ist, aus dem Erzählten jeweils das herauszudestillieren, was signifikant ist für die Geschichte. Und andererseits zu erkennen, was überhaupt nicht relevant ist, was nur die psychotisch bedingten Wahrnehmungen des Protagonisten verdeutlichen soll. Ein solcher Text ist natürlich nicht gerade leicht zu lesen, will man seinen Hintersinn erfassen, auch wenn die anspruchslos klare Sprache, ein Stilmittel, mit dem der Autor die Wirklichkeit zu reflektieren sucht, dies dem Leser suggerieren könnte. Allerdings wäre das Ganze dann völlig sinnfrei, es ist nämlich kein Krimi, was wir da lesen trotz des Mordes, es gleicht eher einer Anamnese. In seiner verstörenden Erzählung beschreibt Peter Handke den Wirklichkeitszerfall seines Protagonisten Josef Bloch, ein ambitionierter Versuch, sich in den Kopf eines Geisteskranken hinein zu versetzen, strikt aus der verqueren Perspektive seiner von der Realität überforderten Figur zu berichten, auch wenn das Geschilderte vordergründig keinen Sinn macht. Oder doch? Nicht immer ist ja die Wirklichkeit genau das, was wir glauben, in ihr zu sehen. Die Erzählung endet jedenfalls mit den Sätzen: «Der Schütze lief plötzlich an. Der Tormann, der einen grellgelben Pullover anhatte, blieb völlig unbeweglich stehen, und der Elfmeterschütze schoss ihm den Ball in die Hände». Ob da der Schlüssel für das Verständnis dieses Buches liegt, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden.

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