Produktbild: Palimpseste
Band 1683

Palimpseste Die Literatur auf zweiter Stufe

Aus der Reihe edition suhrkamp
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.06.1993

Abbildungen

Mit Tab.

Herausgeber

Karl Heinz Bohrer

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

17,7/11/2,6 cm

Gewicht

316 g

Farbe

Magenta

Auflage

9

Originaltitel

Palimpsestes. La littérature au second degré

Übersetzt von

Dieter Hornig + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-11683-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.06.1993

Abbildungen

Mit Tab.

Herausgeber

Karl Heinz Bohrer

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

17,7/11/2,6 cm

Gewicht

316 g

Farbe

Magenta

Auflage

9

Originaltitel

Palimpsestes. La littérature au second degré

Übersetzt von

  • Dieter Hornig
  • Wolfram Bayer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-11683-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Zitronenblau

    4/5

    18.06.2012

    Buch (Taschenbuch)

    Genette und die Transtextualität

    Das vorliegende Buch ist ein außerordentlich wichtiges für die Literaturwissenschaften eingedenk der bis dato kaum erfolgten Klassifizierung transtextueller Gattungen, die oftmals bloß als intertextuelle bezeichnet wurden. Genette arbeitet hingegen mit fünf transtextuellen Gattungen: die Inter-, die Para-, die Meta-, die Archi- und die Hypertextualität. Ich spare mir an dieser Stelle die Definition der einzelnen Gattungsarten. Wichtig erscheint mit jedoch noch zu sagen, dass insbes. der Hypertext auf einen Hypotext abhebt im Sinne einer Transformation oder aber Nachahmung (Parodie, Pastiche, Travestie, Persiflage, Transposition und Nachbildung). Was das Buch ausmacht ist weniger seine Theorie, auch wenn diese ganz besonders wichtig ist für alle künftigen Klassifizierungen von (spez. Hyper-)Texten. Genettes Theorie ist vor allem sehr "praktisch", d.h. anschaulich. Mit einer überragenden Fülle an Beispielen konfrontiert uns der Franzose zur Untermauerung seiner anfangs inaugurierten Klassifizierungsbegriffe. Dabei arbeitet er alles Bekannte und für Nichtgermanisten weniger bekannte "literarische Werk der Geschichte" ab. Im Weiteren führt er fort zu möglichen hypertextuellen Methoden wie die Aussparung, Amputation, Säuberung, Verknappung, Kontraktion, Verdichtung. Freilich stellt er dagegen die Möglichkeit textueller Erweiterung oder Dehnung. Ferner geht auch auch die Überführung von Genres ein: Szenisierung, Narratisierung, Dramatisierung, Poetisierung etc. Gerade auch in Dichtungen verweist Genette auf Techniken wie die Transfiguration, Transstilisierung oder Transmetrisierung. Die Theorie geht hierbei so tief, dass sie sogar auf die den Hypotext bestimmenden Elemente eingeht, die hypertextualisiert werden, z.B. die Auf- und Abwertung von Helden oder die Umwertung von axiologischen Strukturen innerhalb der Texte. Man sieht, im Grunde ist das Spektrum der hypertextuellen Kontingenz zwar nicht "unendlich groß", doch aber sehr breit und umso mehr macht es Spaß, jenen Möglichkeiten zu folgen. Etwas kritisch anzumerken sei, dass die Inauguration vieler termini technici dennoch recht lose im Textlichen verortet wird. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch an Genettes Aufbau seines Buches. Es besteht aus sage und schreibe 80 Kapiteln!!! Das zeugt nicht gerade von Ordnung, Kategorisierung oder gar Systematisierung. Negativ ist freilich auch, dass Wissenschaftlichkeit partiell regelrecht negiert wird, z.B. bei Zitationen (Genette schreibt, er würde so manche Stelle aus dem Kopfe zitieren...). Letztlich aber ist dieses Buch eine enorme Erweiterung für den literarischen Horizont. Die zahlreichen Beispiele und Eindrücke führen in den Kosmos der Weltliteratur von der Antike (Homer) bis zur Moderne (Joyce). Ich habe persönlich viele neue Literaten und Literaturen kennen lernen dürfen und freue mich, diese nun selbst nachzulesen (bspw. die "Posthomerica" von Quintus von Smyrna). Für Literaturtheorieinteressierte folgerecht sehr empfehlenswert!

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