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Band 287

Technik und Wissenschaft als »Ideologie«

Aus der Reihe edition suhrkamp
1

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.11.1968

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

184

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,3 cm

Gewicht

168 g

Farbe

Blau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-10287-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.11.1968

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

184

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,3 cm

Gewicht

168 g

Farbe

Blau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-10287-9

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Wissenschaft und Technik- Ideale oder Ideologie?

Zitronenblau am 24.06.2011

Bewertungsnummer: 726121

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Habermas versammelt fünf Aufsätze in diesem Buch, die zwar Bezüge untereinander aufweisen, aber dennoch für sich allein stehen könnten. Der erste Aufsatz "Arbeit und Interaktion" beschäftigt sich insbes. mit Hegels Jenenser Philosophie des Geistes, deren Kern die Erfassung des Geistes als etwas Absolutes und zugleich Konkret-Individuelles ausmacht: "Geist ist dann nicht das Fundamentum, das der Subjektivität des Selbst im Selbstbewusstsein zugrunde liegt, sondern das Medium, in dem ein Ich mit einem anderen Ich kommuniziert und aus dem, als einer absoluten Vermittlung, beide zu Subjekten wechselseitig sich erst bilden. Bewusstsein existiert als die Mitte, in der die Subjekte sich treffen, so dass sie, ohne sich zu treffen, als Subjekte nicht sein könnten." Es wieder deutlich, dass die Interaktion des subjektiven Geistes wesentlich zu seiner Genese beiträgt. Hegels Brillanz erschließt sich nicht aus der bloßen Reflexion, sondern aus der Interaktion als eine Kategorie! Habermas isoliert daneben die Begriffe Arbeit und Sprache (Verwendung darstellender Symbole): "Der Name [also der Begriff im Denken, in der Sprache] ist das Bleibende gegenüber dem verschwindenden Moment der Wahrnehmung; ebenso ist das Werkzeug das Allgemeine gegenüber dem verschwindenden Momenten der Begierde." Im zweiten Aufsatz "Technik und Wissenschaft als 'Ideologie'" - vor allem Weber- und Marcuse-Deutung - wird kritisiert: "Die wissenschaftliche Methode, die zur stets wirksamer werdenden Naturbeherrschung führte, lieferte dann auch die reinen Begriffe wie die Instrumente zur stets wirksamer werdenden Herrschaft des Menschen über den Menschen vermittels der Naturbeherrschung." Der neue Primat ist nicht Herrschaft durch sondern als Technologie. Habermas spricht die "Verwissenschaftlichung der Technik" an: "Mit der Industrieforschung großen Stils wurden Wissenschaft, Technik und Verwertung [d.h. kapitalistische Produktionsweise] zu einem System zusammengeschlossen." Daraus folgt der technokratische Ansatz, dass die Entwicklung des gesellschaftlichen Systems durch die Logik des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bestimmt zu sein scheint. Das geht dann soweit, dass an der "Schwelle zur Moderne" ein Rationalisierungsprozess einsetzt, der den institutionellen Rahmen durch die Sub-Systeme zweckrationalen Handelns angreift, wenn Zweck-Mittel-Beziehungen vor dem Hintergrund des technokratischen Bewusstseins die bürgerlichen Ideologien substituieren und sich als neue Ideologie - die somit gleichursprünglich Ideologiekritik ist - manifestiert. Der Aufsatz "Technischer Fortschritt und soziale Lebenswelt" behandelt in nuce die Frage der Übersetzung des technisch verwertbaren Wissens in das praktische Bewusstsein einer sozialen Lebenswelt. Habermas kritisiert ein Übersetzungsproblem, dem Abhilfe geschaffen werden soll, "... wenn wir diese Dialektik [von Können und Wollen] mit politischem Bewusstsein auszutragen vermöchten..." Im Folgeaufsatz "Verwissenschaftlichte Politik und öffentliche Meinung" bewertet Habermas drei Rationalisierungsmodelle der Herrschaft (dezisionistisch, technokratisch, pragmatisch). Diese nun unbeachtet lassend rekurriert er auf den Übersetzungsprozess zwischen Wissenschaft und Politik, der in letzter Instanz auf öffentliche Meinung bezogen sei. Die "zwingende Hoffnung": "Die Aufklärung eines wissenschaftlich instrumentierten politischen Willens kann nach Maßstäben rational verbindlicher Diskussion nur aus dem Horizont der miteinander sprechenden Bürger selbst hervorgehen und muss in ihn zurückführen." Kurz: trotz aller Kritik - die sich nicht in der Reflexion sondern als aufklärerische Vernunft in der öffentlichen Meinung nach Maßstäben entsprechenden Bewusstseins zu erkennen gibt - wird die Möglichkeit genau dieses absoluten Geistes als Medium der Interaktion, Arbeit und Sprache für die Gattungsgeschichte erhofft.

Wissenschaft und Technik- Ideale oder Ideologie?

Zitronenblau am 24.06.2011
Bewertungsnummer: 726121
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Habermas versammelt fünf Aufsätze in diesem Buch, die zwar Bezüge untereinander aufweisen, aber dennoch für sich allein stehen könnten. Der erste Aufsatz "Arbeit und Interaktion" beschäftigt sich insbes. mit Hegels Jenenser Philosophie des Geistes, deren Kern die Erfassung des Geistes als etwas Absolutes und zugleich Konkret-Individuelles ausmacht: "Geist ist dann nicht das Fundamentum, das der Subjektivität des Selbst im Selbstbewusstsein zugrunde liegt, sondern das Medium, in dem ein Ich mit einem anderen Ich kommuniziert und aus dem, als einer absoluten Vermittlung, beide zu Subjekten wechselseitig sich erst bilden. Bewusstsein existiert als die Mitte, in der die Subjekte sich treffen, so dass sie, ohne sich zu treffen, als Subjekte nicht sein könnten." Es wieder deutlich, dass die Interaktion des subjektiven Geistes wesentlich zu seiner Genese beiträgt. Hegels Brillanz erschließt sich nicht aus der bloßen Reflexion, sondern aus der Interaktion als eine Kategorie! Habermas isoliert daneben die Begriffe Arbeit und Sprache (Verwendung darstellender Symbole): "Der Name [also der Begriff im Denken, in der Sprache] ist das Bleibende gegenüber dem verschwindenden Moment der Wahrnehmung; ebenso ist das Werkzeug das Allgemeine gegenüber dem verschwindenden Momenten der Begierde." Im zweiten Aufsatz "Technik und Wissenschaft als 'Ideologie'" - vor allem Weber- und Marcuse-Deutung - wird kritisiert: "Die wissenschaftliche Methode, die zur stets wirksamer werdenden Naturbeherrschung führte, lieferte dann auch die reinen Begriffe wie die Instrumente zur stets wirksamer werdenden Herrschaft des Menschen über den Menschen vermittels der Naturbeherrschung." Der neue Primat ist nicht Herrschaft durch sondern als Technologie. Habermas spricht die "Verwissenschaftlichung der Technik" an: "Mit der Industrieforschung großen Stils wurden Wissenschaft, Technik und Verwertung [d.h. kapitalistische Produktionsweise] zu einem System zusammengeschlossen." Daraus folgt der technokratische Ansatz, dass die Entwicklung des gesellschaftlichen Systems durch die Logik des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bestimmt zu sein scheint. Das geht dann soweit, dass an der "Schwelle zur Moderne" ein Rationalisierungsprozess einsetzt, der den institutionellen Rahmen durch die Sub-Systeme zweckrationalen Handelns angreift, wenn Zweck-Mittel-Beziehungen vor dem Hintergrund des technokratischen Bewusstseins die bürgerlichen Ideologien substituieren und sich als neue Ideologie - die somit gleichursprünglich Ideologiekritik ist - manifestiert. Der Aufsatz "Technischer Fortschritt und soziale Lebenswelt" behandelt in nuce die Frage der Übersetzung des technisch verwertbaren Wissens in das praktische Bewusstsein einer sozialen Lebenswelt. Habermas kritisiert ein Übersetzungsproblem, dem Abhilfe geschaffen werden soll, "... wenn wir diese Dialektik [von Können und Wollen] mit politischem Bewusstsein auszutragen vermöchten..." Im Folgeaufsatz "Verwissenschaftlichte Politik und öffentliche Meinung" bewertet Habermas drei Rationalisierungsmodelle der Herrschaft (dezisionistisch, technokratisch, pragmatisch). Diese nun unbeachtet lassend rekurriert er auf den Übersetzungsprozess zwischen Wissenschaft und Politik, der in letzter Instanz auf öffentliche Meinung bezogen sei. Die "zwingende Hoffnung": "Die Aufklärung eines wissenschaftlich instrumentierten politischen Willens kann nach Maßstäben rational verbindlicher Diskussion nur aus dem Horizont der miteinander sprechenden Bürger selbst hervorgehen und muss in ihn zurückführen." Kurz: trotz aller Kritik - die sich nicht in der Reflexion sondern als aufklärerische Vernunft in der öffentlichen Meinung nach Maßstäben entsprechenden Bewusstseins zu erkennen gibt - wird die Möglichkeit genau dieses absoluten Geistes als Medium der Interaktion, Arbeit und Sprache für die Gattungsgeschichte erhofft.

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Technik und Wissenschaft als »Ideologie«

von Jürgen Habermas

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  • Vorbemerkung

    Arbeit und Interaktion

    Bemerkungen zu Hegels Jenenser Philosophie des Geistes

    Technik und Wissenschaft als Ideologie

    Technischer Fortschritt und soziale Lebenswelt

    Verwissenschafl:lichte Politik und öffentliche Meinung

    Erkenntnis und Interesse

    Nachweise