Produktbild: Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen.
Band 158

Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Erster Band: Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.06.1976

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

504

Maße (L/B/H)

17,8/11,1/2,7 cm

Gewicht

298 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

33

Sprache

Deutsch, Französisch

ISBN

978-3-518-27758-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.06.1976

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

504

Maße (L/B/H)

17,8/11,1/2,7 cm

Gewicht

298 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

33

Sprache

Deutsch, Französisch

ISBN

978-3-518-27758-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Zitronenblau

    4/5

    19.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Prozess der Zivilisation 1

    Ich habe Elias' zweifelsohne monumentale Studie zum Zivilisationsprozess des Abendlandes mit gemischten Gefühlen gelesen. Ich denke, dass die zentrale These, die Elias verfolgt, die Behauptung aufstellt, dass es einen Fortschritt der Menschen (immer vor dem Hintergrund europäischer Geschichte) tatsächlich gibt, sich dieser im Begriff Zivilisation bzw. Zivilisierung verankern lässt und im Grunde keine lineare Abfolge von Wandlungen oder Veränderungen anstellt, sondern ein volatiler Prozess ist, der sich trendartig herausarbeiten lässt. Gesellschaftliche Entwicklung (also Soziogenese) ist aber nicht theoretisch fixier- und bestimmbar in dem Sinne, dass Menschen durch einen externen historischen Zivilisierungsprozess ihren eigenen strukturellen (persönlichen) Entwicklungen unterworfen sind, vielmehr ist der Mensch selbst maßgeblich am Figurationsprozess beteiligt, also aktives Element in der systemischen (und vor allem sukzessive rationalisierten) Gesellschaft ("fensterlose Monaden") mit all ihren Ausdifferenzierungen und Distinktionen. Kurz: Sozio- und Psychogenese sind schwer nach Ursache-Wirkung-Mechanismen zu analysieren und zu beurteilen, da es sich hierbei um Interdependenzrelationen und -verknüpfungen handelt. Elias geht hierbei sehr induktiv vor, indem er faktische Sitten- und Handlungsmuster identifiziert und ihre historische Veränderung abzeichnet. Dabei wird schon deutlich, dass im Zuge normativ gesetzter Werte aber auch durch technische Innovation eine Form von psychogenetischer Internalisierung stattfindet, die das Individuum determiniert. Elias bezieht sich dabei auf komplexe Phänomene wie Sprache, aber eben auch auf Tischgewohnheiten, Spucken etc. Erklärt da Zustandekommen von allmählichen "Peinlichkeitsschwellen" und dem unfrivolen Schamgefühl in der Sexualität zwischen Mann und Frau, dem "Zangeneffekt" infolge der Verschiebung von gesellschaftlicher und individueller Gewünschtheit resp. Wünsche. Gut auch, dass er auf das Christentum eingeht. Ist es heute so mächtig wie damals, ist offen ausgesprochen: "es hinderte sie auch nicht zu töten und zu plündern." Warum? Weil kirchliche Indoktrination eben weder zu Sitte noch zu Zivilisation führt, denn "Die Religion ist jeweils genau so 'zivilisiert', wie die Gesellschaft oder wie die Schicht, die sie trägt." Dennoch bleiben viele Fragen offen. Was genau heißt Zivilisation? Ist der Archaische oder der Fernöstliche unzivilisiert? Wie korrespondiert dann der Begriff der Zivilisation mit dem der Kultur? Elias_ Denken bleibt zu sehr im Abendland verortet, schön wäre der Vergleich zum Morgenland gewesen. Und wie genau soll am Ende der so g. "Fortschritt" als terminus technicus definiert werden? Warum kam es denn nun zu sittlichen Sprüngen, oder zur notwendigen Umformung gesellschaftlicher Stati? Welche Medien haben dies begünstigt? Wie konnte eine hohe Kultur der Antike plötzlich in "Rücktritt" des Mittelalters verfallen? Worin sieht Elias hier ein Vorwärts der Menschheit? Nun, ich hoffe, er vermag diese Fragen im zweiten Teil seines Werkes zu beantworten...

  • Daniel

    3/5

    13.12.2006

    Buch (Set mit diversen Artikeln)

    Standardwerk für Soziologen

    Norbert Elias Werk Über den prozeß der Zivilisation sollte in keinem Bücherregal eines Soziologen fehlen. Elias geht auf moderne Systeme (besonders Deutschland und Frankreich) ein, macht jedoch auch einen historischen Abstecher bis in die abländische Kultur zurück. Elias schreibt für einen Theoretiker gut verständlich und dürfte auch für EInsteiger der Fachrichtung durchaus lesbar sein.

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