Produktbild: Die Brücke von San Luis Rey

Die Brücke von San Luis Rey Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.11.1988

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,3 cm

Gewicht

178 g

Farbe

Weiß / Dunkellila

Auflage

59. Auflage

Originaltitel

The Bridge of San Luis Rey

Übersetzt von

Brigitte Jakobeit

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-20001-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.11.1988

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,3 cm

Gewicht

178 g

Farbe

Weiß / Dunkellila

Auflage

59. Auflage

Originaltitel

The Bridge of San Luis Rey

Übersetzt von

Brigitte Jakobeit

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-20001-6

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  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    08.08.2014

    Buch (Taschenbuch)

    Die Notation des Herzens…

    Die Notation des Herzens Schon mit seinem zweiten Roman «Die Brücke von San Luis Rey» gelang dem US-amerikanischen Autor Thornton Wilder 1927 der Durchbruch als Erzähler, neben dem kommerziellen Erfolg wurde er dafür auch mit dem renommierten Pulitzerpreis geehrt, den er später dann noch zweimal als Dramatiker für Theaterstücke erhielt. Thema dieses Romans ist die uralte Menschheitsfrage nach dem Sinn des Lebens, anders ausgedrückt die vorgelagerte Frage, ob unser Leben vom Zufall oder von göttlicher Fügung bestimmt ist, und damit natürlich auch die Grundfrage nach einem Beweis für die Existenz Gottes. «Freitag, den 20. Juli 1714, um die Mittagsstunde, riss die schönste Brücke in ganz Peru und stürzte fünf Menschen hinunter in den Abgrund» lautet der erste Satz. Wilder bezieht sich in seinem Roman auf eine tatsächlich von Inkas aus dem Material des Urwalds gebaute Hängebrücke über den Río Apurímac. Bruder Juniper, ein Franziskaner, wurde zufällig Augenzeuge des Unglücks. «Warum geschah das just diesen Fünfen?» fragte er sich. «Es schien Bruder Juniper hohe Zeit zu sein, dass die Theologie ihren Platz unter den exakten Wissenschaften einnähme, und er hatte seit langem beschlossen, ihr den zu verschaffen». Der Mönch sah in dem Unglück eine Chance dafür, wenn sich nämlich zeigen würde, «dass jedes der geendeten Leben ein abgeschlossenes Ganzes gewesen war», diese Fügung mithin ihren Grund hatte und kein Zufall war, q.e.d. - wie es in den exakten Wissenschaften heißt. Die akribischen Recherchen Junipers über die Lebensgeschichte der fünf Opfer füllten schließlich ein dickes Buch, welches dann plötzlich für ketzerisch erklärt wurde. «Es wurde samt seinem Verfasser dazu verurteilt, auf dem großen Platze verbrannt zu werden». In diesem Handlungsrahmen erzählt Wilder von der schreibwütigen Marquesa de Montemayor und deren liebloser Tochter, von Pepita, der als Waise im Kloster aufgezogenen Gesellschafterin der Marquesa, von Esteban, der durch den frühen Tod des Zwillingsbruders aus der Bahn geworfen wurde, und schließlich von Onkel Pio, einem liebenswerten Bonvivant, «Kammerzofe» der Perichole, einer gefeierten Schauspielerin, deren illegitimer Sohn Jaime den Vizekönig zum Vater hat. Alle diese Figuren, ergänzt um eine aufopfernde Äbtissin, einen wackeren Kapitän, den genussüchtigen Erzbischof und andere mehr, werden liebevoll und sehr treffend geschildert, sie erscheinen dem Leser geradezu plastisch vor Augen. Diese großartige Beschreibungskunst Wilders erhält noch eine willkommene Steigerung durch seinen stets präsenten, man könnte fast sagen schwarzen Humor, seine köstliche Ironie jedenfalls allem Menschlichen gegenüber, an subtilen englischen Humor erinnernd. Die Fäden seiner kapitelweise erzählten Handlung laufen immer deutlicher zusammen, fein strukturierte Bezüge zwischen den Protagonisten werden erkennbar, und am Ende betreten die tragischen Fünf, die Marquesa mit Pepita, Esteban und Onkel Pio mit Jaime, die verhängnisvolle Brücke. Thornton Wilder beschreibt das Geschehen und dessen metaphysische Hintergründe in einer mitreißenden Sprache, kurz und bündig in wunderbar treffenden Formulierungen ohne jeden Schnörkel, sehr angenehm zu lesen also. Was er zu sagen hat ist ebenso lebensklug wie empathisch, man solle als Leser, um aus dem Roman zu zitieren, sich nicht «just das entgehen» lassen, «was der eigentliche Sinn von Literatur ist: die Notation des Herzens». Das tragische Ereignis selbst, muss hier noch angemerkt werden, ist nicht in Vergessenheit geraten, es lebt in einem peruanischen Sprichwort weiter. «Vielleicht sehe ich dich Dienstag», sagt man dort zum Beispiel, «wenn die Brücke nicht reißt».

  • Bewertung

    4/5

    09.05.2022

    Buch (Taschenbuch)

    In diesem Buch steckt so viel:...

    In diesem Buch steckt so viel: Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt und das Ankommen im Leben durch andere Personen. Ein langsam zunehmender Handlungsbogen, der eine glückliche Leserschaft hinterlässt.

  • Desiree

    aus Wanne-Eickel

    5/5

    01.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Homeira Qaderi schreibt von…

    Homeira Qaderi schreibt von ihrer Kindheit und Jugend in Afghanistan. Wie sie erst die Besetzung der Russen überstanden hat und später die Gewaltherrschaft der Taliban, die den Frauen, die wenigen Rechte, die sie hatten, auch noch weggenommen haben. Sie wurde verheiratet, damit ein Talib sie nicht entführen konnte und sie zog mit ihrem Mann nach Teheran, wo sie so etwas wie Freiheit erfuhr. Sie studierte, schrieb und konnte endlich leben. Bis ihr Mann zurück wollte, in das Land, das er als Heimat bezeichnete, für Homeira aber nur Einschränkungen bedeutete bis dahin, dass sie eine zweite Ehefrau akzeptieren sollte. "Dich zu verlieren oder mich" ist das schmerzhafteste Buch, das ich seit langem gelesen habe, denn Homeira Qaderi hat es so erlebt. Sie hat Krieg und Belagerung erlebt, wie Schulen für Mädchen geschlossen wurden und sie das Haus nicht mehr verlassen durften, wie ihnen jede Freiheit genommen wurde, weil Männer das so beschlossen haben. Sie erlebt sexuelle Übergriffe, natürlich, den auch eine Burka schützt Frauen davor nicht. Und sie musste hinnehmen, dass ihr der Sohn genommen wurde, weil die Mutter nichts wert ist und er zu seinem Vater gehört. Diese Schilderungen sind schlimm und mein Herz hat sich oft verkrampft, nur die Briefe an ihren Sohn, die jedes Kapitel beenden und Homeiras Stärke haben mich nicht komplett verzweifeln lassen. Jedes einzelne Kapitel hat mir nochmal verdeutlich wie privilegiert wir in der westlichen Welt sind, trotz der Ungleichheit, die immer noch herrscht und es zeigt, dass das Patriarchat immer wieder Wege suchen wird, die Freiheit von Frauen einzuschränken. Wir sollten den Blick öfter in solche Regionen richten, um uns zu vergegenwärtigen, dass es natürlich auch schlimmer sein könnte, aber das es endlich Zeit für Veränderung ist und zwar global, nicht nur in unserem kleinen Kosmos. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch lesen durfte, denn ich habe eine außergewöhnliche Schriftstellerin kennengelernt.

  • Jule

    aus München

    5/5

    30.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der autobiographische Roman…

    Der autobiographische Roman von Homeira Qaderi fesselt von der ersten bis zur letzten Zeile. Ihre Kindheit unter der Besatzung der Russen, die kurzen Momente der Freiheit bevor die Taliban die Macht ergriffen und die Zeit, in der Frauen keinerlei Freiheit und Rechte zugestanden wurden ist sehr gut eingefangen und berührt insbesondere durch die kleinen Anekdoten und.Nebensätze. Homeira ist stets selbstbewusst, stark und strebt nach Selbstbestimmung. Dass das unter diesen schrecklichen Rahmenbedingungen zum Scheitern verurteilt ist, ist vorprogrammiert. Ihr Kampf für ein selbstbestimmtes Leben und für ihren Sohn beeindruckt und bewegt mich sehr. Auch die zahlreichen Nebenfiguren wie der Bruder, die Großeltern und Eltern, Freundinnen und andere Wegbegleiter sind sehr gut eingefangen. Ein berührendes Buch, toll geschrieben, dass mich sicher noch lange beschäftigen wird.

  • Lisa

    5/5

    28.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Echt, berührend, aufrüttelnd…

    Echt, berührend, aufrüttelnd – Biografische Einblicke in das Leben von Mädchen und Frauen in Afghanistan Es fällt mir gar nicht so leicht etwas über „Dich zu verlieren oder mich“ von Homeira Qaderi zu schreiben, da mich das Buch wirklich tief bewegt und auch mitgenommen hat. Es ist ein sehr persönliches Werk der Autorin, da sie darin ihre eigene Lebensgeschichte erzählt und ergreifende Worte an ihren Sohn richtet. Jedes Kapitel besteht zunächst aus einem Rückblick in ihre Kindheit, Jugend oder ihr Erwachsenenleben in Afghanistan. Ihre fast schon nüchterne Erzählweise steht hier im krassen Kontrast zu den unfassbar schrecklichen Gegebenheiten. Denn das Mädchen und Frauen in der Kultur in welcher die Autorin aufgewachsen ist nichts Wert sind, wird auf jeder Seite deutlich. Im stilistischen Gegensatz dazu enden die Kapitel dann mit hochemotionalen Briefen an ihren Sohn, welcher ihr weggenommen wurde. Das besondere an diesem Werk ist finde ich, wie lebensnah und absolut glaubhaft Homeira Qaderi anhand von echten Schicksalen Zusammenhänge vermittelt. Eine einfache Lektüre ist das Buch also sicher nicht. Aber der Schreibstil und dessen Eindringlichkeit machten es mir leicht mich voll auf das Buch einzulassen. So schmerzt die Erzählung beim lesen zwar, dennoch kommt auch stellenweise so etwas wie Hoffnung auf. Auf jeden Fall ist die Autorin von frühester Kindheit an eine echte Kämpferin, was in jeder ihrer Zeilen zu spüren ist. Dieses Buch verdient es gelesen zu werden und große Verbreitung zu finden! Für ihr außergewöhnliches und so wichtiges Werk, gebühren der Autorin eigentlich mehr als 5 Sterne und natürlich eine klare Leseempfehlung!

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