Elias Canettis Die gerettete Zunge erzählt die "Geschichte einer Jugend" und ist der Auftaktband zu seiner Autobiographie, die er mit Die Fackel im Ohr und Das Augenspiel fortsetzte, ein einmaliges Panorama vom Beginn des 20. Jahrhunderts entwerfend. Seine frühe Kindheit verbringt Canetti in der kleinen, in seiner Farbigkeit fast orientalisch anmutenden bulgarischen Stadt Rustschuk im Ghetto der spaniolischen Juden. Die ersten Schuljahre sind an das Kaufmannsmilleu von Manchester geknüpft, den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erlebt er im kaiserlichen Wien, die Kriegs- und Nachkriegsjahre im friedlichen Zürich. Die "Geschichte einer Jugend" endet mit der Übersiedlung der Familie von Zürich nach Frankfurt. Canetti erzählt von einer glücklichen Kindheit, in der es Liebe und Eifersucht, Egoismus, Stolz, Zärtlichkeit und Todesfurcht gab und nicht zuletzt das kulturelle Interesse eines Elternhauses, in dem vor allem die Mutter dem Kind schon früh den Weg in die Literatur wies.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
20.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Unvergessliche Kindheitserinnerungen
Was Literatur und Sprache kann, zeigt dieses Buch: Canetti erzählt seine Kindheitserinnerungen. Die Welt, die er darin beschreibt, gibt es (leider) nicht mehr. Die Leidenschaft des Kindes und Jugendlichen Elias Canetti für Literatur, Wissenschaft, (Fremd-)Sprachen, das Lernen an sich ist ausserordentlich, auch dank der Förderung seiner strengen Mutter.
Der erste Teil seiner Autobiographie "Die gerettete Zunge", ist so vielschichtig, fantasievoll und intelligent erzählt, dass Canetti den Literaturnobelpreis (1981) erhalten musste!
Bewertung
aus Wien
5/5
28.04.2021
Buch (Taschenbuch)
für anspruchsvolle Leser
Das bestellte Buch ist mir bestens bekannt, Teil 1 der berühmten Autobiografie von Elias Canetti
Nina Marlene Gollmann
aus Graz
5/5
18.08.2011
Buch (Taschenbuch)
Einblick in die Historie sowie in das Leben Canettis
Für alle Fans von Canetti, für alle historisch Interessierten und für alle, die erstaunliche Biographien im hohen literarischen Stil mögen!
Canetti fängt seine Kindheit objektiv ein, seine vielen Umzüge in der Kindheit, seine Schicksalsschläge. Und was es mir besonders angetan hat: Er zeichnet die Zeiterscheinungen von 1. Weltkrieg, die Stimmung davor und danach getreu seinen Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen nach (er wahrt aber dennoch immer eine Distanz). Man lebt mit, man kann sich hineinversetzen. Es ist wunderbar! Canetti schildert sein Leben und seine enge narzistische/egoistische Beziehung zu seiner Mutter, welche ihn zum Universalgebildeten ausbildete und viel von ihm forderte. Unbedingt lesen!
Bewertung
aus Münster
3/5
16.08.2005
Buch (Taschenbuch)
Unglaubwürdig
Das ganze Werk wirkt irgendwie selbstverherlichend-Welcher fünfjährige Junge diskutiert bitteschön mit seiner Mutter über Literatur? Alles in allem ganz gut, aber man kann auch weitaus bessere Roman lesen, als diesen.
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