Arnold Schönberg charakterisiert seine Harmonielehre als Handwerkslehre: Regeln und Einschränkungen sind nicht als ästhetische Gesetze zu verstehen, sondern als pragmatische Arbeitsanweisungen, die aufgehoben werden können, wenn ein zwingender Grund vorhanden ist. Elementare Musiktheorie darf also auf keinen Fall mit zeitbedingter Ästhetik verwechselt werden. Die Lektüre der zahlreichen Exkursionen im Text und in den Fußnoten - gleichgültig, ob Schönberg in ihnen nach den Ur-Sachen der sogenannten "Regeln" und "Verbote" oder aber nach neuer Verwendungsmöglichkeit sogenannter "Dissonanzen" forscht - lehrt, das Wesen künstlerischer Gestaltung von Grund auf zu erkennen und dem Wunsche Schönbergs nachzukommen: "Ich hoffe, meine Schüler werden suchen! Weil sie wissen werden, dass man nur sucht, um zu suchen. Dass das Finden zwar das Ziel ist, aber leicht das Ende des Strebens werden kann."
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Bewertung
aus Berlin
5/5
22.05.2006
Buch (Taschenbuch)
Ein Muss für jeden der was über Stimmführung lernen will.
Gerade wenn man von der Jazzharmonielehre kommt, und fühlt, dass dieses Feld seine Grenzen hat und im Grunde recht schnell erklärt ist, der sollte als Musiker auf dieses tolle Werk aus den 30er jahren nicht verzichten.
Wie alles in der Musik, man muss es anwenden damit man kapiert was Schönberg will. Schönberg selbst einer der nie in der Hochschule gessesn hat, beweißt scharfen Verstand und hinterfragt viele Dinge die als gegebn hingenommen werden.
Ab Seite 100 kann man ihm ohne tiefere Erfahrung in der Stimmführung nicht mehr folgen, aber dafür hat man eine gänzlich andere Sichtweise erlernt, und bis zu diesem Punkt viel gelernt.
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