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Meine Lieblingsbuchhändler/-innen
Majo C. Buchhandlung: Thalia Wien – Westbahnhof

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Rezensionen

Meine letzte Rezension Mestra von Madeline Miller
Endlich eine Neuerzählung dieser fantastischen Sage aus der Sicht der einzigen interessanten Figur in der ganzen Geschichte. Die mutige Mestra, die ihrem egoistischen Vater so ergeben ist und von den Göttern die Gabe der Verwandlung geschenkt bekommt, erzählt vom Fliegen als Vogel, vom Freikämpfen als großem Mann, vom Verehrt werden als schöne Frau und auch aus der Sicht als sie selbst. In all ihren Formen wird sie von ihrem grausamen Vater ausgebeutet und misshandelt, bis das Ganze in Kannibalismus und Tod gipfelt, die gute Mestra aber flüchten kann. Atemberaubend von Thomke Meyer illustriert. Man kann sich in den seitenübergreifenden Bildern, die das Geschehen der Geschichte auf abstrakte jedoch klare Art und Weise einfangen, geradzu verlieren. Das Ganze liest sich wie ein 300 Seiten Buch, obwohl es keine 80 sind, denn Miller hat es geschafft eine Welt in unsere Köpfe zu schreiben, die auf so wenig Platz vielschichtig und verzaubernd ist, wenn auch der Inhalt durch den Missbrauch schwer im Magen liegt.
ab 17,00 €
Produktbild Mestra
5/5
  • Majo C.
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5/5

Mestra

Endlich eine Neuerzählung dieser fantastischen Sage aus der Sicht der einzigen interessanten Figur in der ganzen Geschichte. Die mutige Mestra, die ihrem egoistischen Vater so ergeben ist und von den Göttern die Gabe der Verwandlung geschenkt bekommt, erzählt vom Fliegen als Vogel, vom Freikämpfen als großem Mann, vom Verehrt werden als schöne Frau und auch aus der Sicht als sie selbst. In all ihren Formen wird sie von ihrem grausamen Vater ausgebeutet und misshandelt, bis das Ganze in Kannibalismus und Tod gipfelt, die gute Mestra aber flüchten kann. Atemberaubend von Thomke Meyer illustriert. Man kann sich in den seitenübergreifenden Bildern, die das Geschehen der Geschichte auf abstrakte jedoch klare Art und Weise einfangen, geradzu verlieren. Das Ganze liest sich wie ein 300 Seiten Buch, obwohl es keine 80 sind, denn Miller hat es geschafft eine Welt in unsere Köpfe zu schreiben, die auf so wenig Platz vielschichtig und verzaubernd ist, wenn auch der Inhalt durch den Missbrauch schwer im Magen liegt.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Tieftiefblau
    • Majo C.
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    5/5

    Tieftiefblau

    Das neue Lieblingsbuch aller, die von Meerestieren fasziniert sind und queere Literatur lieben. Wir begleiten die Protagonistin auf ihrem Leidensweg durch die eigene internalisierte Biphobie hindurch. Sie nimmt uns mit auf Dates und in fremde Betten und gewährt uns Einblick in die Hintergründe von (potentieller) Hypersexualität. Selten habe ich in meinem Leben ein so schönes, ehrliches Buch gelesen. Absolut leicht zu lesen und trotzdem besticht es mit sprachlicher Schönheit. Abwechselnd schauen wir in das Leben der jungen Frau und dann wieder in die Unterwasserwelt. Die Autorin lässt uns Schlüsse auf das Gefühlsleben ihrer Charaktere ziehen, indem sie uns Hinweise aus der Biologie gibt. Absolut anregend und man kann auch beim zweiten oder dritten Mal Lesen noch vieles Lernen und Neues entdecken. Faszinierend bis zum Gehtnichtmehr.

  • Produktbild Orca
    • Majo C.
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    5/5

    Orca

    Wie weit würdest du gehen, um für deine Sache zu kämpfen, um dich zu beweisen, um dazu zu gehören? Wie stoppt man den Klimawandel und bringt die obersten 1% zu Fall und welche Kollateralschäden nimmst du dabei in Kauf? Kann eine Freundschaft einen Verrat vor Gericht standhalten? Orca ist DAS Buch für alle, die sich vor Weltschmerz die Haare raufen, alle, die gerne die Luft anhalten vor Spannung und alle, die wissen, wie es sich anfühlt, nie so ganz dazu zu gehören. Gänsler schafft mit diesem Buch einen Rahmen, der viel Platz für Ungesagtes und dennoch vollends Verstandenes lässt. Sie schreibt aus der Sicht einer jungen Frau, die ihren Platz in der Gesellschaft sucht, von der Kunst Menschen zu spiegeln, sich anzupassen um sich einen Rang in einer Gruppe zu erkämpfen, nachdem man keinen, der einen zufrieden stellen würde, von anderen zugesprochen bekommen hat. In diesem Werk wird Klassenkampf, Neid und Missgunst aufgearbeitet, ohne zu Traumaporn zu werden. Wir lernen Menschen kennen, die sich auf das Ende der Welt, wie wir sie kennen, vorbereiten - einmal aus der Revoluzzer:innen-Sicht, die auf Verluste keine Rücksicht nehmen und einmal von der Warte einer extrem Wohlhabenden aus, die vorhat von ihrem Pool zu leben, wenn es kein Trinkwasser mehr gibt und in ihrem Luxusbunker ihre exotischen Haustiere füttert, wenn es einmal soweit kommt und die Gesellschaft oder das Klima in sich zusammenfallen. Die Protagonistin lernt im Laufe des Buches einiges über soziale Dogwhistles, Körpersprache und die mehr oder weniger unbewussten Signale, die die eigene Kleidung anderen sendet. Die Autorin hat hier ein wichtiges Stück Zeitgeist niedergeschrieben und als packende Story für uns aufbereitet. Ein ganz besonderes Buch, das den Ansprüchen einer aufgeklärten Gesellschaft gerecht wird. Es handelt auch von der Vor- und Nachbereitung eines groß angelegten Protests, davon wie verbindend und aber auch spaltend der gemeiname Kampf für eine gute Sache sein kann und von den körperlichen und gesetzlichen Konsequenzen, die Direct Action zur Folge haben kann. Verschiedenste Herangehensweisen an Aktivismus werden aufgezeigt, angeschnitten und erklärt, von pazifistischen bis gewalttätigen Methoden, Straßensperren und Infiltrierungen. Wie wir es von Gänsler gewohnt sind, ist auch dieses Werk mit einer selbstverständlichen Queerness bei den Charakteren versehen.

  • Produktbild Schwimmen / Schweben
    • Majo C.
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    5/5

    Schwimmen / Schweben

    Scheiber schreibt auf ihre witzige und nahbare Art nicht nur über das Schwimmen an sich, sondern generell über das Anfangen, neue Routinen, Schwellenangst, das sich einfügen in für einen neue soziale Räume, das Erlernen von Gepflogenheiten und Abläufen in ebendiesen und ihre Familie und Herkunft. Nebenbei schneidet sie viele wichtige und bedeutungsstarke Themen wie zum Beispiel Fettfeindlichkeit an. Ein Essay, das stärkt, motiviert und inspiriert, für alle, die sich etwas trauen wollen oder sich für etwas Neues begeistern möchten.

  • Produktbild Fast Abend, immer noch hell
    • Majo C.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Fast Abend, immer noch hell

    Endlich ein Buch, das sich wie ein realistischer, kunstaffiner, queerer Freund:innenkreis anfühlt. Dieses Buch strotzt von vorne bis hinten mit Intensität. Die Kulisse ist in ihrer prallen Sommerlichkeit intensiv, die Freund:innenschaften in ihren Meinungsverschiedenheiten und teils geheimen Anziehungen und die aus ebenjenen Gefühlen der Anziehung entstehenden körperlichen sowie emotionalen Szenen ebenso. Das zubereitete Essen, wie es frisch und voller Spontanität, im Eifer den anderen zu imponieren, im Wald gesammelt und im Garten zubereitet wird, lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die zwischenmenschlichen Dynamiken, die verzwickten Vergangenheiten und gegenwärtlichen Machenschaften eines Freund:innenkreises, der schon lange besteht und sich in verschiedenste Richtungen entwickelt hat, werden in diesem Buch sachte aber breit aufgefächert. Wie funktioniert eine Freundschaft, wenn manche Kinder kriegen und heiraten und andere strikt dagegen sind? Und wie geht man vor, wenn man in eine Person verliebt, aber mit einer anderen zusammen ist, beide aber mit einem am Tisch sitzen? Ich tat mir anfangs schwer reinzukommen, weil es doch einige Namen sind, dänisch, was mir in meinem Alltag nur selten begegnet, noch dazu. Wie die Charaktere auftreten, beschrieben werden, sich verhalten, macht sie allerdings sehr schnell leicht auseinanderzuhalten. Nicht nur das, mit jeder Figur geht eine bestimmte Stimmung einher, man hat bald das Gefühl man wäre selbst schon lange Teil dieser Gruppe, hätte das Zusammenwachsen miterlebt. Die Handlung teilt sich auf bloß sieben Tage auf, die diese Menschen miteinander Zeit verbringen und das ganz ohne großartige Aktivitäten, da dieser Urlaub ganz ohne Tourismus oder Wanderungen auskommt. Dennoch könnte man meinen für mehrere Jahre in diesen Kreis abgetaucht zu sein, wenn man die letzte Seite umblättert. Ich vermisse die Gruppe jetzt schon. Wie kaum ein anderes, begleitet dieses Buch die Themen Homosexualität, Familie und Transsexualität mit einer hinreißenden Selbstverständlichkeit. Zum Versinken, Träumen, Ankommen.

  • Produktbild Popóm
    • Majo C.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Popóm

    Was macht man denn, wenn man sich selbst trifft? Kann es gesund sein sich nur noch "mit sich selbst" zu beschäftigen? Oder sollte man möglichst viel Abstand suchen, um sich nicht selbst zu "spoilern" was die eigene Zukunft anbelangt? Wieviel Wissen über das eigene Ende kann ein Mensch verkraften, bevor er zerbricht? Am Ende lässt Sebauer uns die wunderbare Freude und Qual das Geheimnis selbst zu verstehen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was meine Freund:innen mir erzählen werden, wie sie es interpretiert haben, denn Sebauers Sprache lässt mehrere mögliche Enden zu – wenn man nicht zu viel hineininterpretieren möchte auch ein sauber geschlossenes Ende. Sprachlich fantastisch, ausgefallen und leicht verdaulich, ein Spannungsbogen an dem man zugrunde gehen könnte und Charaktere so menschlich, so greifbar, so nachvollziehbar und teils unsympathisch, dass man sich fragt wen die Autorin aus ihrem Leben da nun in dieses Buch hineingeschrieben hat. So plastisch, das kann man sich ja gar nicht ausdenken. Eines meiner Lieblingsbücher dieses Jahr. Es war schon viel zu spät für mich, am nächsten Tag ruft der Frühdienst, aber es war mir physisch unmöglich dieses Buch aus den Händen zu legen. Auf den letzten 30 Seiten fielen mir dann die Augen schon immer wieder zu, aber ich musste einfach erfahren, was denn nun Popóms Geheimnis war. Die darauffolgende Müdigkeit hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Wäre jedes Buch, das ich in die Hand nehme so packend, könnte ich jeden Tag nur 5 Stunden schlafen, da würde es mir ganz anders gehen. Zum Glück (für meine Gesundheit) ist dieses Buch eine große Ausnahme, sehr sehr selten fesselt mich etwas so sehr, wie diese Geschichte. Jetzt mache ich mich erstmal daran Sebauers vorige Werke direkt zu verschlingen, denn jetzt bin ich offiziell obsessed.

  • Produktbild Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf
    • Majo C.
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    5/5

    Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf

    Was würde passieren, würden wir unsere angelernten Verhaltensmuster im Patriarchat über den Haufen werfen? Dieses Buch ist brutal, eiskalt, blutig, lustig, traurig und vorallem hoffnungsstiftend. Denn wiedereinmal zeigen Fallwickl und Reisinger auf, dass wir nicht alleine sind mit unseren Fragen und Fantasien, wie das denn wäre, wie das denn sein würde, ob wir uns denn trauen können. Fallwickl schafft es wiedereinmal das Gefühl der Verschwesterung auf die Seiten zu bringen und Loyalität zwischen Frauen greifbar zu machen, während Reisinger das nötige Maß an Unerschrockenheit liefert, das wir von ihr schon aus "Männer töten" kennen. In kurzen Kapiteln wechseln sich die Autorinnen mit ihren Erzählungen ab, die sich im Laufe des Buches immer mehr ineinander verstricken und am Ende das Ganze nicht nur zu einem Sammelband an feministischen Kurzgeschichten macht, sondern zu einem Beweis, dass kein Frauenschicksal alleine steht, dass wir alle miteinander verbunden sind und gemeinsam stehen müssen.

    • Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf
    • Mareike Fallwickl
    • ab 26,50 €
  • Produktbild Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
    • Majo C.
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    5/5

    Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten

    Dieses Buch konnte ich absolut nicht aus der Hand geben. Maschik hat hiermit eine wahnsinnig poetische Mehr-Generationen Erzählung über eine besondere Familie in häppchengroßen Kapiteln geschrieben, die jeweils oft auch einzelstehend als Gedichte funktionieren. Sie spielt sich hier mit verschiedenen Schreibformen und alle davon holen mich ab. Über viele Jahre hinweg werden die Zusammenhänge und Lebensverläufe der Familienmitglieder beschrieben, wobei wir in der Zeit hier von der Gegenwart der Protagonistin immer wieder zurück zu den Leben ihrer Vorfahr:innen springen, ohne, dass einem davon schwindlig wird. Immer wieder muss man sich hier beim Lesen fragen; ist das, wie die Protagonistin die beschriebene Person wahrnimmt oder befinden wir uns vielleicht doch in einem Fantasyroman? Ich hätte gut und gerne noch 500 Seiten mehr davon verschlungen.

    • Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
    • Anna Maschik
    • ab 24,50 €
  • Produktbild In der Haut eines Mannes
    • Majo C.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    In der Haut eines Mannes

    Wunderschön illustriert und wunderbare Geschichte über queere Liebe und feministischen Kampf inmitten von religiösen Fanatikern. Wer nicht gespoilert werden will, darf jetzt und hier aufhören zu lesen und das Buch kaufen und verschlingen. Bianca soll heiraten, wünscht sich aber so sehr ihren Mann vor der Hochzeit wenigstens kennen zu lernen. Nicht einmal, dass sie ihn sich selbst aussuchen will, nur kennen. Ihre Familie birgt aber ein Geheimnis namens Lorenzo; eine Männerhaut, in die die Frauen schlüpfen können um als Mann durch die Welt zu wandern. So schafft Bianca es ihren Zukünftigen zu treffen und ihn wirklich kennen zu lernen. So gut, dass sich ihr Verlobter in Lorenzo verliebt und die beiden intim miteinander werden. Das alles passiert, während Biancas Bruder ein geistlicher Prediger wird und immer misogynere Regeln erlässt. Wir dürfen in diesem Graphic Novel hautnah erleben wie liebevoll Giovanni zu Lorenzo ist, während er für Bianca nichts als Freundschaft übrig hat und wie gefährlich es sich in einem streng patriarchalen und homophoben System lebt.

  • Produktbild Ich nannte ihn Krawatte
    • Majo C.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Ich nannte ihn Krawatte

    Flašar spielt mit dem Sinn des Lebens, der Wahrheit, der Einsamkeit, dem Konzept Familie und dem Bedürfnis gebraucht zu werden. Ein Buch, das erschüttert, einen in den Bann zieht, sich selbst hinterfragt. Erzählt werden die Geschichten zweier Personen, die sich gegenüber auf Parkbänken sitzen und beobachten.

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