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Meine letzte Rezension Die Erdfresserin von Julya Rabinowich
Julya Rabinowich dolmetscht in Therapiesitzungen mit AsylwerberInnen. Vieles von dem, das sie dabei zu hören bekommen hat, scheint in diesem Roman Spuren hinterlassen zu haben. Trotzdem ist er keine Sozialstudie, die das schwierige Leben einer illegal in Österreich arbeitenden Osteuropäerin schildert. Diana, die Frau, die im Mittelpunkt steht, ist eine Kämpferin, die von sich selbst behauptet, keinen Platz für Schwächen zu haben. Der Krieg, den sie führt, ist ein Krieg gegen die Armut und triste wirtschaftliche Situation in ihrem Herkunftsland, irgendwo in der postsowjetischen Provinz. Da dieser Krieg kein Asylgrund ist und auch alle anderen offiziell anerkannten Asylgründe bei ihr keine Anwendung finden, muß sie in der Illegalität arbeiten, in der Ausbeutung an der Tagesordnung steht. Wie vielen Immigrantinnen bleiben ihr die typischen weiblichen Erwerbsmöglichkeiten, Prostitution, Putzen und Pflegen. Doch Diana ist keine Frau, die demutsvoll und dankbar alles nimmt, was kriegen kann. Sie nützt eine winzig kleine Chance, um selbst zur Ausbeuterin zu werden und ihre Interessen skrupellos durchzusetzen. Doch gelingt ihr das nur für kurze Zeit, dann beginnt neuerlich der Abstieg. Gegen Ende nimmt der Roman surreale Züge an. Doch selbst auf dieser Ebene gibt es keine Hoffnung. Der Golem, diese jüdische Sagen- und Helfergestalt, wird am Ende zu Staub und Diana bleibt nur, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen.
ab 18,90 €
Die Erdfresserin
5/5
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Die Erdfresserin

Julya Rabinowich dolmetscht in Therapiesitzungen mit AsylwerberInnen. Vieles von dem, das sie dabei zu hören bekommen hat, scheint in diesem Roman Spuren hinterlassen zu haben. Trotzdem ist er keine Sozialstudie, die das schwierige Leben einer illegal in Österreich arbeitenden Osteuropäerin schildert. Diana, die Frau, die im Mittelpunkt steht, ist eine Kämpferin, die von sich selbst behauptet, keinen Platz für Schwächen zu haben. Der Krieg, den sie führt, ist ein Krieg gegen die Armut und triste wirtschaftliche Situation in ihrem Herkunftsland, irgendwo in der postsowjetischen Provinz. Da dieser Krieg kein Asylgrund ist und auch alle anderen offiziell anerkannten Asylgründe bei ihr keine Anwendung finden, muß sie in der Illegalität arbeiten, in der Ausbeutung an der Tagesordnung steht. Wie vielen Immigrantinnen bleiben ihr die typischen weiblichen Erwerbsmöglichkeiten, Prostitution, Putzen und Pflegen. Doch Diana ist keine Frau, die demutsvoll und dankbar alles nimmt, was kriegen kann. Sie nützt eine winzig kleine Chance, um selbst zur Ausbeuterin zu werden und ihre Interessen skrupellos durchzusetzen. Doch gelingt ihr das nur für kurze Zeit, dann beginnt neuerlich der Abstieg. Gegen Ende nimmt der Roman surreale Züge an. Doch selbst auf dieser Ebene gibt es keine Hoffnung. Der Golem, diese jüdische Sagen- und Helfergestalt, wird am Ende zu Staub und Diana bleibt nur, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen.

Annemarie Blaßnig
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