Sarah Blaffer Hrdy ist emeritierte Professorin für Anthro - pologie an der University of California und zählt zu den führenden Soziobiologen und Primatenforschern un serer Zeit. Sie ist Mitglied der amerikanischen National Academy of Sciences und veröffentlichte zahllose Bei - träge in wissenschaftlichen Zeitschriften. Ihr bahnbre chendes Buch Mutter Natur. Die weibliche Seite der Evolution (Berlin Verlag 2000, BvT 2002) erhielt etliche Auszeichnungen, u. a. als "Wissenschaftsbuch des Jahres" von Bild der Wissen - schaft. Hrdy ist selbst Mutter von drei Kindern und betreibt mit ihrem Mann eine Walnuss - plantage in Nordkalifornien
Der Ursprung unseres sozialen Verhaltens liegt, so Sarah Blaffer Hrdy, in gemeinschaftlicher Kindererziehung, denn steinzeitliche Mütter und Väter waren angesichts knapper Ressourcen auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Um sich die Aufmerksamkeit und Fürsorge der Elterngemeinschaft, der sogenannten »Allomütter«, zu sichern, erlernten die Menschenbabys die Fähigkeit, Emotionen und Gesichtsausdrücke meisterhaft zu deuten.
Die Autorin erläutert, warum und wie sich aus dieser Form der gemeinschaftlichen Fürsorge entscheidende neue Formen des sozialen Miteinanders sowie die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten der Empathie und Kooperation entwickelten. Ihre Erkenntnisse betreffen nicht nur unser menschliches Selbstverständnis, sondern führen auch zu der Frage, was passieren kann, wenn wir unsere Fähigkeit der Empathie verkümmern lassen.