Hinderk M. Emrich, Prof. Dr. med. Dr. phil., seit 1992 Leiter der Abt. Klinische Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover. Wesentliche Forschungsgebiete: Psychopharmakologie, Wahrnehmungspsychologie und Systemtheorie von Psychosen, Synästhesie. Zusätzliche wissenschaftliche Interessen: analytische Philosophie des Geistes, Psychoanalyse nach C.G. Jung, Medientheorie, Tiefenpsycholo-gie des Films. Veröffentlichungen: Psychiatrische Anthropologie (1990), Vom Nutzen des Vergessens (1996), Antikonvulsiva in der Psychiatrie (2000), Welche Farbe hat der Montag? - Synästhesie: Das Leben mit verknüpften Sinnen (2001), Psyche und Transzendenz (2002), Facetten der Sucht (2006)
Über die Verwandlung von Zeit in Gegenwart im Film
Auf der „Digitale“ sagte in seinem Vortrag vor 2 Tagen der Filmemacher Edgar Reitz: „Was ist Film? Er entsteht in den Köpfen der Zuschauer. Er entsteht unter Zuhilfenahme der persönlichen Erfahrung. Es ist ein Mitkreieren des Films durch den Zuschauer; dieser ist ein Mitschöpfer des Films.“. „Das lebendige Subjekt ist die Sonde der Wirklichkeit.“
Mit diesen Sätzen sind Themen angesprochen, die menschliche Subjekte als kreativ, als aktiv, als schöpferisch gestaltend beim Prozess des Wahrnehmens begreifen. Wahrnehmung geht nicht darin auf, passive Abbildung von Außenwirklichkeit zu sein.