Autorenporträt von

Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin (1770–1843) setzte sich intensiv mit griechischer Dichtung und Philosophie auseinander, was in seinem Briefroman Hyperion und in den Übersetzungen von Sophokles und Pindar Ausdruck fand. Nach der unglücklichen Liebe zu Susette Gontard („Diotima“) verbrachte er seine letzten 36 Lebensjahre im sogenannten Tübinger Turmzimmer in Pflege. Im 20. Jahrhundert beeinflusste er Philosophen wie Maurice Blanchot und Martin Heidegger sowie Dichter wie Paul Celan und Peter Handke. Heute gilt er als einer der größten Dichter Deutschlands, der international erst zu entdecken ist..André Butzer wurde 1973 in Stuttgart geboren. Seit mehr als 25 Jahren malt er sich durch die Extreme des 20. Jahrhunderts, ging durch Kunst, Politik und Popkultur. Gemälde sind für ihn „Lokalisierungen von höchster Not und Hoffnung“, und gerade deshalb „dem Glück und der Hilfe, die wir benötigen, am nächsten“. Nach mehreren Jahren in Kalifornien lebt er heute im Südwesten Berlins und ist einer der international anerkanntesten Maler seiner Generation..Alta L. Price ist eine preisgekrönte literarische Übersetzerin aus dem Deutschen und Italienischen ins Englische sowie eine auf Literatur und Sachbücher spezialisierte Verlagsberaterin. Ihre jüngsten Werke sind u.a.: Juli Zehs Über Menschen (About People, 2023), Alberto Giacomettis Il tempo passa troppo presto. Lettere alla famiglia (Time Passes too Soon: Family Letters, 2024) und Giorgio Agambens La follia di Hölderlin. Cronaca di una vita abitante, 1806–1843 (Hölderlin’s Madness: Chronicle of a Dwelling Life, 1806–1843, 2024).

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Friedrich Hölderlins lyrisches Werk zählt zum Rätselhaftesten und zugleich Kühnsten der deutschen Dichtung. In hymnischen, oft an antike Odenformen angelehnten Gedichten wie "Hälfte des Lebens", "Brot und Wein" oder "Hyperions Schicksalslied" sucht Hölderlin nach einer verlorenen Einheit zwischen Mensch, Natur und einer als göttlich empfundenen Ordnung, wie er sie in seinem Bild des antiken Griechenlands verkörpert sah. Seine Sprache verbindet höchste formale Kunstfertigkeit mit visionärer, fast religiöser Intensität und einem tiefen Bewusstsein für den Verlust dieser Harmonie in der modernen, zunehmend entzweiten Welt. Ab 1806, nach dem endgültigen Ausbruch einer schweren psychischen Erkrankung, verstummte der Dichter weitgehend und verbrachte die zweite Hälfte seines Lebens zurückgezogen in einem Tübinger Turmzimmer, wo noch kurze, rätselhafte "Turmgedichte" entstanden. Zu Lebzeiten kaum beachtet, wurde Hölderlins Werk erst im frühen 20. Jahrhundert von Dichtern wie Stefan George und Rilke wiederentdeckt und gilt heute als eine der bedeutendsten Stimmen der deutschen Lyrik überhaupt.
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